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Wandern im Tannheimer Tal - Genuß im Allgäu
Genußwandern pur - inklusive Gipfel, Almen und bleibenden Eindrücken
Lieblingsberge hat man hier nicht – es gibt einfach zu viele schöne Gipfel. Das Tannheimer Tal bietet für jeden Geschmack die passenden Wandererlebnisse.
Sein Gipfel ist zu Recht beliebt, er fordert aber auch. Von Anfang an geht es auf der Runde ab dem Vilsalpsee zügig bergauf und dann weite Teile über schroffes Felsgebiet. Das Geißhorn liegt dabei wie eine große, erhabene Pyramide linker Hand im nahen Blickfeld. An der Oberen Roßalpe und der Feldalpe vorbei zieht die Tour weiter oben über eine Geröllflanke bis hinauf zum Gipfelkreuz. »Der Berg hat‘s in sich«, kommentiert Sepp nüchtern. »Ein bisserl fit sollte man schon sein.« Er hat in seinem Bergsteigerleben schon vierzig 4000er bestiegen. Aber ein kleines Tröpfchen Schweiß wischt er sich jetzt auch von der Nasenspitze.
Die schönsten Wanderrouten im Tannheimer Tal:
Tour 1: Lailachspitze (2274 m)
Tour 2: Geißhorn (2249 m)
Tour 3: Rohnenspitze (1990 m) und Zirleseck (1872 m)
Tour 4: Nesselwängler Scharte (2007 m)
Tour 5: Krinnenspitze (2000 m)
Die letzten Schritte erinnern an den Gang auf einen riesigen Aussichtsturm: Der Vilsalpsee liegt einem in seiner ganzen Breite zu Füßen, er gehört zum gleichnamigen Naturschutzgebiet, das sich rund um die Ufer zwischen Geißhorn und der Lachenspitze einbettet: Mehr als 700 Pflanzen finden in dem rund 18-Quadratkilometer-Areal ihre Heimat, darunter rar gewordene Orchideen. Auch viele der dort lebenden Tiere, wie der Alpensalamander oder die Erdkröte, sind äußerst selten geworden.
Ja, Sepp Sint hat wirklich einigen Grund, stolz auf seine Heimat zu sein. Ihre Schönheit spricht sich offensichtlich immer weiter herum: Schon zum dritten Mal in Folge wurde das Tannheimer Tal zum beliebtesten Wanderziel Österreichs gekürt. Kein Wunder – bei dem Farbenreichtum, der abwechslungsreichen Flora und den zahlreichen Wandermöglichkeiten. Ein 300 Kilometer langes Netz an Wegen aller Schwierigkeitsgrade durchzieht Tal und Berge, mit unterschiedlichen Ansprüchen, kurzen oder längeren Auf- und Abstiegen, auch zwei Klettersteige gibt es. »Hier findet jeder, was er sucht«, bringt Sepp es auf den Punkt.
Nach der anspruchsvollen Bergtour zum Geißhorn ist beispielsweise die Wanderung über das Gimpelhaus und die Nesselwängler Scharte (2007 m) eine gemütliche Tagestour. Konditionsstarke Wanderer können sie mit der alpinen Besteigung der Köllenspitze (2247 m) abrunden. Sie ist nicht nur der höchste Gipfel der Tannheimer Berge, sondern besticht auch durch Weit- und Tiefblicke: hinein ins vergleichsweise flache Füssener Land mit seinen blau schimmernden Seen, nach Reutte, auf die grau-grünen Grate der Ammergauer Alpen und nach Süden auf das imposante Alpenmassiv in seiner ganzen Breite. Mit ein bisschen Glück kann man während des Aufstiegs sogar Gemsen beobachten.
Wer den Blick vom Panorama löst und stattdessen ganz der Nase nachgeht, wird auf andere Weise fündig. Denn nicht nur die Farbpalette des Tannheimer Tals ist bunt, sondern auch sein Duft ist vielerorts facettenreich. So können sich Wanderer im Tiroler Alpenkräuter-Dorf Jungholz durch einen 350 Quadratkilometer großen Garten mit mehr als 50 verschiedenen Kräutern schnuppern, der die Gemeinde in ein wohlriechendes Kleinod verwandelt. Vor allem Wild-, Tee- und Duftkräuter werden dort gepflanzt und gepflegt. Außerdem lernt man in Kursen, wie die natürlichen Kostbarkeiten für selbstgemachte Salben, Seifen und Brote zum Einsatz kommen. Zum Schluss lässt man sich verschiedene Schmankerl beim Kräuterwirt schmecken.
Doch gleich, welche Reize im Tannheimer Tal gerade die Sinne kitzeln – am Ende setzen sich die vielen Eindrücke immer zu einem schönen Ganzen zusammen. Wer braucht da noch einen Lieblingsberg?


