Bayern Winter-Special

Kids On Snow - Skiurlaub in Bayern

Skiurlaub in Bayern
Foto: Andreas Kern
In Mitterfirmiansreut ist die Skiwelt noch in Ordnung – vor allem für Familien. Das Dorf im Bayerischen Wald bietet Winterfans jeden Alters entspannte Tage im Schnee.

"Jetzt will ich rodeln", verkündet der sechsjährige Emil und öffnet wie ein Großer die Bindungen seiner 90-Zentimeter-Latten: die erste mit dem Skistock, die zweite mit dem Mini-Skistiefel. Zwölf Uhr mittags, Highnoon am Hang. Ein kunterbunter Haufen Kids lässt sich von der Skilehrerin in den Schlepplift einsortieren. Nebenan jodelt eine Horde größerer Kinder mit Zipflbobs den Rodelhang hinab. Da will Emil nach dem Skikurs unbedingt auch hin! Eine Zwergerlschar schlürft in der Wärmestube des JuniorSkiZirkus kostenlosen Bio- Früchtetee. Und auf der Almberghütte in Schneeballwurfentfernung sitzen ein paar Mütter ganz entspannt in der Wintersonne. Willkommen am Almberg!

 

Skiurlaub in Bayern
Foto: Andreas Kern XS-Rennsemmel: Emil (6) freut sich sichtlich über die weiten, flachen Hänge.

Almberg? Nicht zu verwechseln mit Arlberg. Der sanfte Hügel namens Almberg ist der Hausberg von Mitterfirmiansreut. Oder Mitterdorf, wie die Einheimischen ihr Dorf nennen. Wer an die weiße Jahreszeit denkt, dem fallen im Freistaat die Hotspots Garmisch, Oberstdorf und Berchtesgaden, im Bayerischen Wald natürlich der Arber ein. Aber Mitterdorf? Das familienfreundliche Skizentrum liegt tief im Herzen des Bayerischen Waldes. Genauer: etwa 20 Kilometer nordöstlich von Freyung in Sichtweite zur tschechischen Grenze.

Hier oben im Böhmerwald schüttelt Frau Holle ihre Schneekissen oft noch lieber aus als über den Alpen. Kein Wunder, findet sich das Skigebiet doch auf gut 1100 Metern Höhe. "Wegen der Schneesicherheit hier oben werden wir auch als Gletscher des Bayerischen Waldes bezeichnet", sagt Sepp Denk, der in Mitterdorf direkt an der Talstation einen Skiverleih betreibt. Dem kalten "Böhmwind", der ergiebige Schneewolken aus dem Osten heranträgt, sei Dank. "Unsere Pisten sind normalerweise von Weihnachten bis März schneesicher", sagt der staatlich geprüfte Skilehrer mit dem formidablen Schnauzer.

 

Skiurlaub in Bayern
Foto: Andreas Kern Bayerwald-Après: Wer gut wedelt, soll auch gut relaxen!

Stichwort formidabel: Familien, die in einem Alpenresort Skiurlaub machen, haben danach oft ein formidables Loch in der Börse. Hier im Bayerischen Wald dagegen kostet eine Saisonkarte 280 Euro, eine Tageskarte 23 Euro, zwei Eltern und ein Kind zahlen zusammen 48 Euro pro Tag. Sogar Stundenkarten gibt's noch. Während die Kleinen sich im Kinderland vergnügen, wedeln die Großen unterstützt von fünf Liften durch den Böhmerwaldschnee.

So wie Marion und Martin. Nachdem sie Emil und seinen zwei Jahre älteren Bruder Theo im Skikurs abgegeben haben, sausen sie mit Tochter Eva- Maria vom Almberggipfel über breite Westhänge hinab zur Bärnbachklause. Nach diesen 300 "roten", also mittelschweren Tiefenmetern freuen sich die Oberschenkel, dass es per Sessellift wieder hoch zum "Drehkreuz" Almberg geht. Auf den weiten Hängen "kann man es auch mal richtig krachen lassen", freut sich die 15-jährige Nachwuchsracerin Eva-Maria. Wieder oben auf der Schneekuppe am Gipfelkreuz schauen die drei über den Bayerischen Wald mit Rachel und Lusen und können sogar bis zur Zugspitze fernsehen.

 

Skiurlaub in Bayern
Foto: Andreas Kern Theos Motto: Nach dem Skifahren ist vor dem Rodeln.

Drei von den fünf Liften in Mitterfirmiansreut enden am Almberggipfel auf 1139 Metern Seehöhe. Direkt vom Ortszentrum Mitterfirmiansreut aus kommt der Kleine Almberglift hoch. Runter ins Dörflein geht’s auf einer mittelschweren Osthangpiste. Alternativ fährt man auf der leichten Familienabfahrt durch den Wald. Wer tollkühn genug ist, der pfeift am Kirchenlift auf die superbreite, flache Carvingpiste und fährt durch den Mini-Funpark mit Steilkurven und Kamelbuckeln.

Immer noch nicht genug? Dann rüber zur "Dorfrennstrecke" in Mitterfirmiansreut Downtown! Ski abschnallen, über die Dorfstraße tragen und rein in die permanente Rennstrecke! Die ist steil, schwarz und beleuchtbar. So wie die Piste am Kirchenlift, wo man freitagabends von 18 bis 21 Uhr unter Flutlicht noch ein paar Schwünge in den Schnee zaubern kann.

 

Skiurlaub in Bayern
Foto: Andreas Kern Ob 6 oder 60 – in Mitterdorf haben alle ihr Vergnügen.

Den Einkehrschwung vollführt man am besten in die Schneebar "Adabei". Hier gibt’s "Blutwurz Red" für die Großen. Und A-Schorle und Hähnchen-Dinos für die Kleinen. Aber erst einmal will Emil rodeln! Mit seinem Zipflbob in der Hand läuft der sechsjährige Dreikäsehoch hinüber zum Rodelhang. Auffi geht’s auf dem 200 Meter langen überdachten Förderband. Marion und Martin sehen es mit Staunen. Ob der Bub nach einem Vormittag Skikurs, Flugshow im Funpark und dem Rodeln doch irgendwann einmal an Elan verlieren wird?

Reiseinfo

Anfahrt: An der Ausfahrt Aicha vorm Wald die A3 verlassen, via PA93 und B12 nach Philippsreut.
Skigebiets-Info: www.mitterdorf.info
Skiverleih: www.skiverleih-denk.de
Einkehr: Almberghütte, Firminastubn, Schneebar Adabei
Tourist-Info: www.philippsreut.de

 

Foto: Günter Schiffmann

Ski-Spaß am Hocheck

Der Winter im bayerischen Inntal, nahe der Grenze zu Tirol, hat viele Facetten – zu den schönsten gehört das alpine Skifahren. Vor der Kulisse verschneiter Berge zieht sich das wunderschöne Wintersportgebiet vom Tal bis hinauf vor die Gipfel des Wendelsteins.

Besonders Familien mit Kindern wissen die Gegend zu schätzen: allen voran das Skigebiet Hocheck mit der modernen Vierersesselbahn "Hocheck-Express", die Groß und Klein im Handumdrehen in das familienfreundliche und lawinensichere Ski- und Rodelgebiet Oberaudorf-Hocheck bringt. Dort finden sich neben mehreren Schleppliften ein großes Übungsgelände, ein Snowboard-Funpark und gemütliche Einkehrmöglichkeiten.

Wer Ausrüstung vergessen hat oder zur Abwechslung mal rodeln will, kann sich im Ski- und Rodelverleih an der Talstation der Bahn mit allem Fehlenden versorgen. Und sogar als Ziel für abendliche Wintersportvergnügen genießt Hocheck mit einer der längsten Flutlichtpisten Deutschlands und einer beleuchteten drei Kilometer langen Rodelstrecke einen ausgezeichneten Ruf.

Wenn der Nachwuchs nach mehr Abwechslung schreit, macht man sich auf ins Skigebiet Sudelfeld. 31 Kilometer präparierte Pisten aller Schwierigkeitsgrade warten nur eine halbe Autostunde von Oberaudorf entfernt. Weite Aussichten auf die strahlend weißen bayerischen Alpen setzen dem Ganzen die Krone auf.

Infos: Tourist-Information Oberaudorf, Tel. 08033/30120
www.oberaudorf.de

Fotostrecke: Ski-Spass am Hocheck - Oberaudorf

4 Bilder
Foto: Günter Schiffmann
Foto: Tourist-Information Oberaudorf/Hans Osterauer
Foto: Tourist-Information Oberaudorf/Hans Osterauer
22.10.2016
Autor: Andreas Kern
© outdoor