Seite 1 von 3

Abenteuer Schluchtensteig im Schwarzwald - sechs Wanderempfehlungen

Sieben Schluchten, ein Weg

Selbst bekannte Wanderregionen wie der Schwarzwald haben verborgene Seiten. Glauben Sie nicht? Dann gehen Sie doch mal den Schluchtensteig.


Hier ist Schwindelfreiheit erforderlich.
vergrössern

Auf 118 Kilometer zieht sich der Schluchtensteig durch den Schwarzwald.
Foto: www.danielgeiger.net

Themenseiten

Schwarzwald, Wandern, Wanderweg

Seit letztem Jahr erst verbindet ein Wanderweg die sieben Schluchten, der 118 Kilometer lange Schluchtensteig. Er folgt dabei hauptsächlich dem Lauf von Wutach und Wehra, mit faszinierenden Möglichkeiten für Abstecher in die Klammen links und rechts der beiden großen Canyons.

Den Wanderer erwartet ein echtes Schwarzwaldabenteuer: Schäumend wirbelt Gischt in den tiefen Klammen und Schluchten auf. Moosige Felswände ragen wie Türme in den Himmel. Der enge Pfad windet sich um Felskanten; Steige und Leitern führen über felsige Abgründe und Wildbäche, hin zu tosenden Wasserfällen und verwunschenen Urwäldern. Feine Spinnweben kitzeln im Sommer an den Armen. Wenn es regnet, macht Morast sich breit. Die Wanderstiefel schmatzen bei jedem Tritt, es geht vorbei an umgestürzten Bäumen und üppig grünen Farnen. Kaum zu glauben, dass der Schwarzwald solche Seiten besitzt – so ähnlich könnte es in Neuseeland aussehen.

Schluchtensteig - der jüngste Fernwanderweg des Schwarzwalds

Kein Zweifel, der jüngste Fernwanderweg des Schwarzwalds rückt eine fantastische Landschaft ins Licht, die lange im Schatten der Berggipfel lag. Beginnend in Stühlingen, direkt an der Schweizer Grenze, am Fuße von Schloss Hohenlupfen, geht es talaufwärts, der Wutach folgend bis nach Weizen. Dort befindet sich auch der Talbahnhof der berühmten "Sauschwänzlebahn", die als Museumsbahn ins 25 Kilometer und 231 Meter höher gelegene Blumberg zuckelt. An Wochenenden genießen Ausflügler bei Schritttempo eine Fahrt über vier Viadukte und sechs Tunnel, darunter den zweitgrößten Kehrtunnel Europas.

Man könnte das erste Etappenziel des Schluchtensteigs also auch per Bahn erreichen, würde sich aber um ein imposantes Stück Steig bringen, das sich an den steilen Felswänden der Wutachschlucht aufwärts windet und sie dann verlässt.

Kurz hinter Blumberg

Hier geht es über Treppen und Leitern wieder hinab: Die kleine Schlucht des Schleifenbachs, der als Wasserfall munter ins Tal plätschert, bringt die Wanderer wieder zurück zur Wutach. Ab dem Sägewerk Wutach¬mühle ändert sich die Landschaft dramatisch. Der Schlund der archaisch anmutenden Schlucht schluckt das liebliche Tal, die Wutach rauscht und gurgelt, Felsflanken stemmen sich dem Wald entgegen. Mannshohe Pestwurz säumt den Weg, eine Ringelnatter flüchtet, Wasseramseln tauchen auf der Suche nach Beu¬te in das glitzernde Wasser.

Meist plätschert die Wutach friedlich in ihrem Bett und lädt zu einem kleinen Badestopp hier und da; bei Hochwasser hingegen verwandelt sie sich in einen reißenden Fluss, der mit tosender Gewalt seinen Weg durch die enge Schlucht erzwingt. Welche Kraft sie dann entwickelt, sieht man beim 1996 errichteten Rümmele-Steg. Rund 70 Meter flussabwärts verfallen die Überreste der ehemaligen Brücke, die dem Hochwasser nicht standhalten konnte.

Und unten rauscht die Wutach

Um eine attraktive Wanderstrecke zwischen dem ehemaligen Kurort Bad Boll, der heute nur noch aus Ruinen besteht, und der Gaubach¬mündung zu gewinnen, sprengte der Schwarzwaldverein 1904 einen Fußpfad in den Fels. Der so entstandene "Ludwig-Neumann-Weg" wurde zur beliebten Ausflugswanderung in die Wutachschlucht.

Die Strecke hat seither nichts von ihrer Faszination verloren: Der in überhängenden Fels gesprengte Weg klebt förmlich über der Schlucht und offenbart Blicke auf die in der Tiefe dahinrauschende Wutach.

Lotenbachklamm: Hexenwelt aus Felstürmen und Wasserfällen

Am nächsten Tag läuft der Schluchtensteig erneut zur Höchstform auf. Nach einem zünftigen Frühstück im Bonndorfer Kranz – Wanderer sind bei Wirtin Claudia Ketterer gern gesehen – fährt man mit dem Bus zum Abzweig Schattenmühle. Am Abzweig steigt man in die nur 1,5 Kilometer lange Lotenbachklamm ein. Sie liegt zwar nicht offiziell am Steig, beeindruckt aber auf jedem Meter mit wilder Schönheit. Eine Hexenwelt aus Felstürmen, Wasserfällen, urwaldartigen Farnen und Bäumen, in die spärlich Licht fällt. Auf Stegen und Leitern windet sich der Pfad tief hinein, ein mythisch anmutender Ort, der die Fantasie beschäftigt.

An der Schattenmühle erreicht der Pfad die alte Markierung. Steil geht es den Waldhang hinauf, durch Wiesen und Kornfelder und heraus aus der Schlucht, bis sich der Wald lichtet, und der Weg zurück zur Wutach führt. Wenige Meter ab vom Steig hängt das Räuberschlössle wie ein Adlerhorst auf einem 80 Meter hohen Felsen. Einst stand hier die Burg Neublumegg. Im Bauernkrieg zerstört, diente die Ruine fortan Schmugglern als Schlupfwinkel.

Am Steg über den Rötenbach bietet sich ein Abzweig nach rechts in die Rötenbachklamm an. Die kleine verwunschene Schlucht mit ihren zahlreichen Stegen verzaubert. Immer neue Perspektiven locken einen tiefer und tiefer, plötzlich kommt das Ende der Klamm und damit die Erkenntnis, dass man sich weit vom Schluchtensteig entfernt hat. Es hilft nichts, zurück führt nur derselbe wurzelgespickte Pfad.

Um den glitzernden Schluchsee
Auch die Haslachklamm – Teil des regulären Wegs – zehrt an den Kräften: Der Schluchtensteig klettert hier hinauf zum Rechenfelsen, dann weiter zum Hölllochfelsen. Am besten kehrt man dann in Lenzkirch im Gasthof Schwörer ein und stärkt sich, zum Beispiel mit den frischen Saibling-Filets.

Höchster Punkt des Schluchtensteigs: der 1.134 Meter hohe Bildstein

Den höchsten Punkt des Schluchtensteigs erobern Wanderer auf der vierten Etappe: In 1.134 Meter Höhe genießen sie den Ausblick vom Bildstein. Unten glitzert der Schluchsee, am Horizont zeichnen sich schemenhaft die Alpen ab. Einmal um den Nordwestzipfel des Sees herum, dann teilen sich Wanderer den Weg mit Ausflüglern, die am Unterkrummenhof ihre Kaffeepause verbringen. Mit einem Rucksack fühlt man sich als Exot zwischen den Sandalenträgern.

Aber ab der schattigen Windbergschlucht setzt wieder der Canyonzauber ein: Der Windbergwasserfall gischtet lautstark zu Tal. Bald taucht plötzlich die 62 Meter hohe, hellgrün schimmernde Kuppel des Doms St. Blasius auf. Imposant überragt sie die Stadt und die dunklen Baumwipfel. Noch gewaltiger reckt sich nur noch der Lehenkopf in den Himmel.
Er hält mit seinen 1.039 Metern die nächste Herausforderung bereit. Landschaftlich zählt der fünfte Wandertag zu den schönsten Abschnitten, und das sogar ohne Schlucht.

Schmale Schwarzwaldpfade führen auf die Hochweiden von Ibach

Postkartenidylle mit grasenden Kühen und Kälbern vor Alpenpanorama. Achtung: Mit den frei laufenden Bullen ist nicht zu spaßen!

In der Hochwehraschlucht entspringt putzmunter die Wehra, deren Lauf Wanderer auf den letzten beiden Etappen über Todtmoos nach Wehr bringt. Zum Schluss zeigt der Steig noch einmal seine Zähne. Der Pfad hängt wie ein dünner Faden in der bizarren Felslandschaft. Der Weg ist steil und steinig. Aber nach sechs Tagen der Entschleunigung hat man es garantiert nicht eilig, nach Wehr zu kommen.

Autor: Birgit-Cathrin Duval

© Outdoor : Ausgabe 04/2009

Ausrüstung & Service - die besten outdoor-Wandertipps

Ausrüstung & Service - die besten outdoor-Wandertipps

ISPO 2012: Outdoor- und Ski-Highlights

Wir zeigen Ihnen jetzt schon die Highlights für die nächste Wintersaison - plus die Gewinner des ISPO Award mehr ...

Special: Familienreise per Auto

Hier finden Sie die besten Familien-Autos, Reise-Tipps und kleinen Helfer für eine entspannte Urlaubsfahrt. mehr ...

Die beliebtesten Artikel bei outdoor

Handys, Kameras und Tourenski stehen bei uns zur Zeit hoch im Kurs! Hier finden Sie die Themen, die bei uns von den meisten Usern gelesen werden. mehr ...

Gear of the Year: Leserwahl 2011

Bei der Leserwahl 2011 wählten die outdoor-Leser die besten Produkte des Jahres. Hier die Ergebnisse + die Top-Produkte der Redaktion. mehr ...

Winter-Special 2012

Die besten Tipps für Winter-Abenteuer und den Keen-Winterfoto-Wettbewerb gibt es hier. mehr ...

Florena Abenteuer Natur 2012

Ein Abenteuer-Trip in der Wildnis Rumäniens - alle Infos und jede Menge Bilder hier. mehr ...

Pirelli Kalender 2012 Korsika: Bilder + Video

Der 2012er Pirelli Kalender wurde auf Korsika fotografiert - u.a. mit Kate Moss und Milla Jovovich. Wir zeigen viele Bilder und ein Making-of-Video mehr ...

Toolbox

Facebook Twitter Newsletter Forum RSS-Feed Kontakt

outdoor bei Facebook

Empfehlungen auf Facebook
Aktuelle Umfrage
Schon einmal zu Fuß die Alpen überquert?
CAMPZ – Ihr Basislager für Outdoor & Trekking Abenteuer
campz shop outdoor ausrüstung kaufen
ANZEIGE

Der Outdoor Shop CAMPZ tritt in die Fußstapfen seiner bereits erfolgreichen Schwesternshops der internetstores AG. mehr ...

Top-Themen im outdoorCHANNEL

Startseite

DSV-Skiatlas

DSV-Datenbank: Ski-Gebiete und Schneehöhen

Pisten, Lifts und Aprés-Ski: Alle Infos zu 500 Skigebieten. Plus aktuelle Schneehöhen! mehr ...

Szene

CAVALLO Pferdefotos

Fotostrecke: Schräges aus der Pferdewelt

Klicken Sie sich glücklich: Hier gibt es witzige Pferde-Fotos zu entdecken. Haben Sie sowas schon... mehr ...

Bikes

Die besten Bikes 2011

Best of Test: Die besten Bikes 2011

Hardtails, Racefullys, Tourer, All-Mountains und Enduros: MountainBIKE hat 34 herausragende Bikes... mehr ...

Startseite

Cyclepassion 2012 Kalender Maja Wloszczowska

Bike-Beautys: Top-Bikerinnen hautnah

Die besten Bikerinnen der Welt vor der Kamera, auf die ETWAS andere Art. Plus: Cyclepassion Kalender... mehr ...

Elektrobike

E-Bike/Pedelec

Test: 26 E-Bikes und Pedelecs

Chic und praktisch: 26 E-Bikes und Pedelecs mussten sich dem großen Test stellen. Mit dabei... mehr ...

outdoorCHANNEL

Specialized Fate Seitenansicht

Die besten Räder für 2012

Frisch von den Messen: Wir zeigen die wichtigsten neuen... mehr ...

Sicherheit

Richtig Sichern mit dem Tube

So geht's: Richtig Sichern

Wie man mit welchem Sicherungsgerät korrekt sichert, zeigt der Alpenverein in diesen Videos. Jetzt... mehr ...

Bikes

Rennräder - Best of Test 2011

Best of Test 2011 - die besten Rennräder des Jahres

Vom Alu-Rad der 2.500-Euro-Klasse bis zum Edel-Renner für über 15.000 Euro: RoadBIKE zeigt die... mehr ...

Startseite

Ski-Test total

Vom Tourenski über Komfort-Carver bis zum Freerider - aktuelle Ski aller Arten bei uns im Test. mehr ...

outdoorCHANNEL

Pirelli-Kalender 2012 - Fotoshooting auf Korsika

Pirelli Kalender 2012 auf Korsika: Bilder + Video

Der 2012er Pirelli Kalender wurde auf Korsika fotografiert - u.a. mit Kate Moss und Milla Jovovich.... mehr ...

Bikes

Test All-Mountain-Bikes

11 All-Mountain-Bikes der Oberklasse im Test - plus 11 günstige Alternativen

Die neuen 2012er All-Mountain-MTBs aus Carbon machen süchtig nach Trail-Action. MountainBIKE hat elf... mehr ...

Leute

Sasha DiGiulian

Stern am Kletterhimmel: Sasha DiGiulian (Bilder)

Die Erfolge der Sasha DiGiulian lassen sich so langsam nicht mehr an den Fingern abzählen. Deshalb:... mehr ...

MountainBIKE RoadBIKE ElektroBIKING outdoor klettern CAVALLO AnglerNetz taucher.net planetSNOW