Schneeschuhe im Test 2015, Praxistipps und Kaufempfehlungen

Spuren im Schnee: Schneeschuhe im Praxistest


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Schneeschuhwandern
Foto: Ben Wiesenfarth

 

Schneeschuhe im Test 2015
Foto: Benjamin Hahn

 

Schneeschuhe im Test 2015
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Schneeschuhe im Test 2015
Foto: Benjamin Hahn

 

Schneeschuhe im Test 2015
Foto: Benjamin Hahn
Sie wollen den Winter auf großem Fuß erleben und sich ein Paar Schneeschuhe kaufen? Mit diesen getesteten Schneeschuhen können Sie sofort loslaufen. Wir sagen Ihnen, welchen Schneeschuh Sie brauchen und was Sie beim Gehen beachten sollten.
Zu den getesteten Produkten

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»Ein knackiger Winter ist das beste Weihnachtsgeschenk«, sagt outdoor-Tester Johannes Butscher. Der passionierte Wanderer freut sich bereits im Spätsommer auf die ersten Schneefälle. Zu Recht, schließlich sind sie es, die gewöhnliche, ja selbst öde Landschaften in majestätische Winterwunderwelten verwandeln: mit weiß gezuckerten Bäumen, im Sonnenlicht festlich funkelnden Lichtungen, sanft geschwungenen Hügeln und einer Stille wie auf dem Mond. Um das zu erleben, muss man nicht weit reisen, im Gegenteil: Viele deutsche Mittelgebirge mausern sich zum Topspot für Schneeschuhtouren – und stehlen damit so mancher Alpenregion die Schau.

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Schwarzwald Schneeschuh Feldberg Foto: Ben Wiesenfarth
Schwarzwald Schneeschuh Feldberg Foto: Ben Wiesenfarth
Schwarzwald Schneeschuh Feldberg Foto: Ben Wiesenfarth

Nicht einmal Ski fahren muss man können

Auch braucht man keine besonderen Fertigkeiten. »Nicht einmal Ski fahren muss man können«, sagt auch Markus Seul. Der Norddeutsche erkundet im Winter regelmäßig die leisen, unberührten Ecken des Harz – auf Schneeschuhen. »Unter einen Wanderstiefel geschnallt, verhindern sie das Einsinken und mit ihren scharfen Metallklauen unter der Sohle das Wegrutschen«, so der Outdoor-Fan.

Neu ist das nicht, auch wenn heutige Schneeschuhe außerirdisch anmuten: Die ersten Schneeschuhe gab es schon lange vor Christi Geburt. Im Kaukasus schnallte man sich Lederteller unter die Schuhe, in Armenien solche aus Holz und in Nordamerika bis zu zwei Meter lange »Tennisschläger«. Sie bestanden aus einer oval gebogenen Eschenholzleiste, die hinten zusammengebunden und mit einem Netz aus Rinder- oder Rentierlederstreifen bespannt wurde. Durch ihre große Fläche – manche waren bis zu 40 Zentimeter breit und fast zwei Meter lang – verhinderten sie das Einsinken im Schnee, verlangten aber auch eine eher breitbeinige Gehtechnik, die an das Watscheln von Enten erinnert. Das sah nicht nur lustig aus, es war auch anstrengend.

Moderne Schneeschuhe sind besonders schmal

Heute ist das definitiv nicht mehr der Fall, denn moderne Schneeschuhe sind besonders schmal gebaut und so geformt, dass sie beim Gehen nicht so leicht zusammenstoßen. »Damit kann jeder sofort loslaufen«, sagt auch outdoor-Test-Redakteur Frank Wacker. »Alles, was er dazu braucht, sind ein Paar wasserdichte Wanderstiefel, dicke Socken und warme Kleidung«, so der Experte. Zusätzliche Ausrüstung ist also nicht nötig, zumindest dann nicht, wenn man ein Paar Trekkingstöcke besitzt.

»Man kann auch ohne Stöcke Schneeschuhgehen, aber das ist ziemlich mühsam«, sagt Frank Wacker. Sein Tipp: die an den Stockspitzen steckenden Kunststoffteller durch extra breite ersetzen, die im fluffigen Tiefschnee nicht einsinken. »Das geht bei jedem Modell, egal welcher Marke, und kostet pro Paar nur ca. 15 Euro.« Ein spezielles Training, wie beim Skifahren üblich, braucht man zum Schneeschuhgehen nicht. »Wer wandern kann, kann auch Schneeschuhgehen«, sagt Markus Seul, der schon viele seiner Freunde dazu animiert hat. Anders sieht es aus, wenn man die Mittelgebirge verlässt und in die Höhenlagen der Alpen eintauchen möchte. Dann kann ein Kurs, wie er von vielen Bergschulen und dem Deutschen Alpenverein angeboten wird, durchaus nützlich sein – und vor allem die Sicherheit erhöhen. Hier wird nämlich nicht nur die Gehtechnik im Steilgelände sowie die Orientierung im unmarkierten Gelände geschult, sondern auch auf die Lawinengefahr eingegangen.

Eine besonders attraktive Gelegenheit, sich in puncto Schneeschuhtechnik, Navigation und Lawinenkunde weiterzubilden, bieten zwei- bis dreitägige Camps, wie sie etwa im schweizerischen Uri angeboten werden (bergschule-uri.ch). Auch auf geführten Winterwanderungen kann man viel lernen. Praktisch: Leihschuhe sind meist im Preis inbegriffen. »So kann man quasi nebenbei die neuesten Schneeschuhe ausprobieren«, so Frank Wacker. Wer es lieber auf eigene Faust versuchen möchte, kann sich auch einfach nur Schneeschuhe ausleihen, etwa bei Skischulen und Sportgeschäften vor Ort.

Schneeschuhe kaufen - oder leihen?

Auf lange Sicht lohnt sich das Ausleihen freilich nicht, immerhin kostet ein Paar je nach Region zwischen 10 und 20 Euro am Tag. Auch weiß man vorher nur selten, welche Schneeschuhe (noch) zur Verfügung stehen. Wer also nicht nur reinschnuppern möchte, entscheidet sich fürs Schneeschuhe kaufen – und braucht dann nur noch etwas Schnee. Viel muss es nicht sein: »Eine Schicht von 15 Zentimetern reicht völlig, richtig Spaß macht es jedoch erst ab 30 Zentimeter«, so Johannes Butscher vom outdoor-Testteam, »zumindest mit einem guten Schneeschuh«, fügt er hinzu. Den erkennt man allerdings nicht an seiner Farbe oder Form, sondern nur durch ausgiebiges Vergleichen.

Und genau das hat der Winterfreund getan. Zusammen mit vier weiteren Testern hat er zusammen mit outdoor zwei Tage lang die neuesten Schneeschuhmodelle getestet, und zwar auf dem Zugspitzgletscher. »Ein idealer Spot,« schwärmt Johannes: »Oft in der Sonne, auch wenn im Tal die Wolken hängen, und mit perfekten Schneeverhältnissen und unterschiedlichsten Geländeformen ausgestattet.«

Neun Paar zwischen 130 und 300 Euro traten hier gegeneinander an, darunter drei Frauen- und drei Unisex-Schneeschuhe. Sie alle sind für den Allroundgebrauch bestimmt, sollen also auf gemütlichen Touren durch tiefverschneite Wälder ebenso viel Spaß machen wie auf ambitionierten Bergtouren Grip und Halt bieten. Gehkomfort und Performance im Steilgelände sind daher die wichtigsten Prüfpunkte im Test 2015. Ein weiterer ist das Handling, vor allem das der Bindung. Sie ist dann perfekt, wenn sie sich auch mit handschuhbewehrten Händen unkompliziert anlegen lässt, die Schuhe fest umschließt und nicht drückt. Wer also Schneeschuhe kaufen möchte, wird bei diesen getesteten Schneeschuhen sicher ein passendes Paar finden. Testfazit und die Ergebnisse im Überblick auf Seite 2 ...


Inhaltsverzeichnis


Die getesteten Schneeschuhe:

26.02.2015
Autor: Boris Gnielka
© outdoor
Ausgabe 01/2015