Kocher-Einzeltest: Biolite Stove

Mobiles Kraftwerk: Der Biolite Stove im Test

Der Biolite Stove soll mittels Holzfeuerung Handy-Akkus aufladen und nebenbei Kaffeewasser erhitzen. Ob das klappt? Der Praxistest zeigt‘s.

 

Stromversorgung auf Tour: Zubehör
Foto: Hersteller

Wer auf Trekkingtouren Handy & Co. aufladen wollte, musste bisher entweder Power-Akkus mitnehmen oder ein Solarmodul mit Zwischenspeicher. Nun gibt es mit dem Biolite Stove eine weitere Möglichkeit, verspricht er doch, Strom aus der Kraft eines Holzfeuers zu gewinnen – das nebenbei auch Süppchen oder Kaffeewasser heiß macht.

Gas- oder Benzinkocher wären damit arbeitslos und müssten nicht mehr mit auf Tour. Gewicht spart aber nur, wer lange fortzieht oder viel kocht, so dass er mit dem Biolite mehr als zwei Gaskartuschen oder 0,6 Liter Kocherbenzin einspart – schließlich wiegt das Heizkraftwerk satte 960 Gramm. Dafür kommt sein Brennstoff direkt aus der Natur: Äste, Laub, Tannenzapfen – wählerisch ist der Biolite nicht. Nur trocken muss das Zeug sein. Und so klein gebrochen oder gesägt, dass es in die schlanke Brennkammer passt.

Hat man etwas Holz beisammen, geht’s ans Anzünden. Und das gelingt dank Windschutz selbst bei stürmischem Wetter und ganz ohne Trockenspriritus. Nach rauchgeschwängerten Anlaufschwierigkeiten züngeln bald die ersten Flammen aus dem Gerät, woraufhin der eingebaute Lüfter deutlich hörbar anspringt (siehe Video:)

Video: Biolite Stove im Praxistest

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Der Biolite Stove surrt zwar laut, schaufelt aber viel Sauerstoff in die Brennkammer und entfacht damit im Handumdrehen ein loderndes Inferno, das schon nach wenigen Minuten die grüne Ladebereitschafts-LED über der USB-Buchse leuchten, aber auch den mühsam zusammengeklaubten Holzvorrat rasch schwinden lässt. Man sollte also vor dem Anzünden einen – im Verhältnis zum Kocher sogar grotesk – großen Haufen aus Ästen und Zapfen zusammensuchen.

Doch so inbrünstig das Feuer auch lodert: Die Ladeleistung fällt eher mau aus und mit manchen Geräten sogar flach. Zwar lädt der Biolite durchaus ein iPhone (4 oder neuer) – doch braucht er dafür einige Stunden. Manche Handys (wie das Samsung XCover II) lädt er entweder gar nicht oder nur marginal und das mit vielen Aussetzern; ein Zeichen knapp bemessener Ladespannung.

Doch so schlapp der Strom, so imposant ist die Heizkraft: Einen Liter kochendes Wasser gibt es bereits in rund fünf Minuten. Als Mitgift erhält man einen verrußten Topf, nach Rauch riechende Klamotten und ein Handy, für dessen vollständige Akkuladung man noch viel Kleinholz nachlegen muss.

Fazit des Biolite Stove-Praxistests

Wer gern mit Feuer spielt und sich an verrußten Töpfen, verrauchter Kleidung und lautem Lüftersirren nicht stört, erhält mit dem Biolite einen tollen, leistungsfähigen Kocher, der nebenbei auch ein wenig den Handy-Akku lädt.

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19.08.2014
Autor: Boris Gnielka
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Ausgabe 5/14