GPS-Geräte: Navis für den Outdoor-Einsatz

GPS-Geräte im Test 2014


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GPS-Gerät Garmin Oregon 600
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Garmin Oregon 750T
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Falk Tiger Blu
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Twonav Anima
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Arival Teasi One 3
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GPS-Geräte sind perfekte Tourenguides - wenn sie halten, was sie versprechen. Fünf aktuelle Navis zum Radeln, Wandern, Geocaching im Test.
Zu den getesteten Produkten

Mal ehrlich: Haben Sie sich beim Wandern nicht auch schon einmal verirrt? Oder beim Radeln im Rausch der Geschwindigkeit die richtige Abzweigung verpasst? Keine Frage, Orientierung kann mitunter ganz schön knifflig sein.

Warum also nicht einfach ein GPS-Gerät kaufen? Zumal die jüngste GPS-Geräte-Generation mit nie dagewesenen Features lockt. Dank spielerischen Handlings, ausgezeichneter Kartendarstellung, hochauflösender Displays und automatischer Zielführung (Routing) machen sie selbst Papierkartenfreaks und Zweifler schwach. Zu Recht? Um das herauszufinden, ließ outdoor fünf GPS-Geräte zwischen 329 und 400 Euro zum Wettstreit antreten. "Die Preisklasse bietet am meisten fürs Geld", erklärt Joachim Bardua, GPS-Experte im outdoor-Testteam, "verfügt sie doch über eine üppige Ausstattung, etwa Kompass und Höhenmesser." Bei Falk und CompeGPS sind außerdem Topokarten von Deutschland an Bord, und bei Garmin gibt es GPS-Gerät und Karte im günstigen Set.

So weit, so gut. Doch wie schlagen sich die getesteten GPS-Geräte für Wanderer und Outdoorer in der Praxis? Das prüften die Tester auf langen Wanderungen im Fichtelgebirge und in den Alpen. Vor allem die engen, von Felswänden gesäumten Karwendeltäler stellten den Empfang der portablen Navigationsgeräte auf eine harte Probe. Umso erfreulicher, dass alle geprüften GPS-Geräte sicher die genaue Position ermittelten, wobei das dem Garmin GPSmap 62s am besten gelang.

Doch ein exzellenter Empfang ist nicht alles. "Eine ebenso große Rolle spielen bei den aktuellen GPS-Geräten ein einfaches Handling und ein übersichtliches Display, das den Standort auf der Karte gut ablesbar anzeigt", so Bardua. Hier setzt das Garmin Oregon 600 Maßstäbe.

Die spielerische Steuerung mit Fingerwisch wie bei Smartphones und der helle, auch bei Sonne brillante Touchscreen des Navigationsgerätes begeisterten die Tester. Außer bei starkem Regen: Dann reagiert der Touchscreen des Garmin Oregon 600 deutlich schlechter. Wen das stört, der findet im Falk oder in den beiden Tasten-GPS-Geräten von Garmin und Satmap unempfindliche Navi-Alternativen.

Jedoch konnten die Tester Position und Karte auf den Monitoren fast aller Garmin Oregon-Konkurrenten nur mit aufgedrehter Beleuchtung gut erkennen, was den ohnehin hohen Strombedarf der GPS-Geräte steigert. Selbst Tagestouren sind dann nur mit sparsam illuminiertem Display möglich - oder mit Ersatzakkus. Ausnahme: Das Garmin GPSmap 62s bewältigt sogar Wochenendtrips ohne Batteriewechsel.

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GPS-Test Falk Lux 32
Foto: Falk Sprechender Taschenlotse: Das Falk Lux 32.

GPS-Geräte-Test 2014: Funktionen und Kartenmaterial

Bei den Navigationsfunktionen erreichen alle portablen Navigationsgeräte ein hohes Niveau und führten die Tester sicher über Dutzende von Trails, das Falk Lux 32 sogar mit Sprachführung! Das GPS-Gerät von Falk kann, wie die beiden Garmin-Modelle, eine Route nach Zielvorgabe auch selbst erstellen. Allerdings - so das Resümee der Tester - kreiert Routing oft nicht die perfekte Wander- oder Biketour. Meist muss man den Verlauf der Strecke durch das Einfügen von Zwischenzielen nachbessern. Auf den kleinen Displays ein mühsames Unterfangen! Deutlich übersichtlicher gelingt das Routing am Computer, was allerdings nur mit den Karten der beiden Garmins funktioniert. "Beim Kauf eines GPS-Geräts sollte man daher auch immer einen Blick auf das jeweilige Kartenangebot werfen", rät Experte Bardua. "Schließlich lassen sich die Navis von Garmin nicht mit Karten von Falk füttern und umgekehrt."

Während Satmap und CompeGPS auf papierkartenähnliche Rasterkarten setzen, bevorzugen die GPS-Geräte von Falk und Garmin routingfähige Vektorkarten - wobei Garmin sein ohnehin großes Angebot um ausgewählte Rasterkarten ergänzt, etwa mit denen des Alpenvereins. Damit nicht genug: Je nach Navi lassen sich auch Karten von Drittanbietern überspielen. Und Sparfüchse finden im Internet Gratiskarten für die Garmin-Modelle.

"Zwar sind Karten auf Open-Street-Map-Basis nicht immer so genau, detailreich und anschaulich wie käufliche", wirft Bardua ein, "für den günstigen Einstieg oder Urlaube aber eine Alternative". Bei den GPS-Geräten von CompeGPS und Falk sind OpenStreet-Maps sogar von Haus aus dabei. So große Unterschiede die getesteten GPS-Geräte auch zeigten - unterm Strich sind alle von uns getesteten Navigationsgeräte ihr Geld wert. Am meisten überzeugen die GPS-Geräte von Garmin - mit stimmiger Ausstattung und großem Kartenangebot.

Während das Garmin Oregon 600 mit hervorragender Bedienung und sehr gutem Touchscreen punktet, erweist sich das Ausdauerwunder Garmin GPSmap 62s für Mehrtagestouren ohne Stromversorgung als erste Wahl. Wer auf die vertraute Ansicht von Papierkarten nicht verzichten will, findet in den GPS-Geräten von Satmap und CompeGPS gute Alternativen. Wanderer und Biker, die Touren gerne auf dem Gerät planen, sollten sich hingegen das Falk Lux 32 ansehen.

Die Testergebnisse im Überblick

GPS-Gerät / Link zum Testbericht Maße / Gewicht Preis Testurteil
Garmin GPSMap 62S (Kauftipp) 6 x 16 x 4 cm, (204 g) 329/399 Euro Sehr gut
Garmin Oregon 600 6 x 11x 3 cm, (210 g) 379/429 Euro Sehr gut
CompeGPS Twonav Sportiva 2 6 x 10 x 2 cm (127 g) 329 Euro Sehr gut
Falk Lux 32 7 x 12 x 3 cm, (230 g) 400 Euro Gut
Satmap Active 12 7 x 13 x 3 cm, (215 g) 400/550 Euro Gut

26.03.2014
Autor: Uli Benker
© outdoor
Ausgabe 2/14