GPS-Geräte im Test 2016

Getestet: 4 Navis für Wanderer und Radfahrer

GPS-Geräte im Test
Foto: outdoor
Ein gutes GPS-Gerät ermöglicht entspannte Outdoor-Touren ganz ohne Orientierungsstress. Doch mit welchem Navi liegen Wanderer und Biker richtig? - Der Vergleichstest 2016 zeigt's ...
Zu den getesteten Produkten

Es gibt nichts Schöneres als eine Wander- oder Fahrradtour in herrlicher Landschaft – solange man weiß, wo‘s langgeht! Wer ohne Orientierungsprobleme entspannt unterwegs sein möchte, greift am besten zum GPS-Gerät. Die neueste Generation lockt mit wasserfesten, robusten Gehäusen, vielen Features wie etwa einer Kamera, brillanten Displays, simplem Handling und anschaulicher Zielführung. Einige GPS-Geräte lassen sich sogar mit Smartphones koppeln. Doch welche Navis eignen sich für Wanderer am besten?

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GPS-Geräte: Welches taugt für welche Outdoor-Aktivität?

Um das herauszufinden, hat outdoor vier GPS-Geräte getestet – vom 160-Euro-Gerät bis hin zum Highend-GPS für satte 600 Euro.

Besonderen Wert legte das Testteam dabei auf eine einfache Bedienung und ein übersichtliches, gut ablesbares Display der GPS-Geräte. Hier setzt das Garmin Oregon 750t Maßstäbe. Der helle, auch bei Sonne brillante Touchscreen begeisterte die Tester ebenso wie das pfiffige Menü, das sich fast von selbst erklärt. Ob Wander-, Berg- oder Biketour: einfach die gewünschte Unternehmung auswählen, ein Ziel eintippen, und schon nimmt der GPS-Guide automatisch die richtigen Einstellungen vor. Doch auch die Menüs von Falk und Arival erschließen sich selbst GPS-Novizen relativ schnell. Wichtige Funktionen wie Zieleingabe oder Trackaufzeichnung etwa findet man auf Anhieb. Nur das Navi von TwoNav erfordert etwas Einarbeitung.

Auch beim Display liegt die Garmin Oregon 700er-Serie vorn: Kein anderes GPS-Gerät liefert ein solch brillantes Kartenbild, zumindest nicht ohne aufgedrehte (stromfressende) Beleuchtung. Umso erfreulicher, dass alle Geräte Tagestouren mit einem Satz Batterien beziehungsweise einer Akkuladung locker meistern – trotz des erhöhten Energiebedarfs. Das Garmin Oregon 750t bewältigt sogar Wochenendtrips ohne Batteriewechsel.

Ein engeres Rennen lieferten sich die GPS-Geräte bei den Navigationsfunktionen, denn hier lotsen alle GPS-Geräte Wanderer und Biker sicher über Straßen, Wege und Trails – abgesehen vom TwoNav sogar mit Routing. "Die automatische Wegführung findet vor allem beim Tourenradeln Anklang", sagt Tester Michael Funk, Reiseradler und Wildnistrekker. Wer jedoch viel Wert auf eine attraktive Umgebung legt, sollte sich den Routenvorschlag des Navigationsgerätes sicherheitshalber vor dem Start anschauen – und bei Bedarf durch Einfügen von Zwischenpunkten so ändern, dass er den eigenen Vorstellungen entspricht.

Auch das passende Kartenmaterial ist wichtig

Vor der Anschaffung eines Navis lohnt ein Blick auf die zum GPS-Gerät passenden Karten. Hier unterscheiden sich die Testkandidaten zum Teil gravierend, auch wenn bei allen Prüflingen serienmäßig OpenStreetMaps (OSM) von Europa oder sogar weiteren Ländern mit an Bord sind. Diese Karten reichen für einfache Wander- und Radtouren in der Regel aus, geben das Gelände allerdings nur vereinfacht wieder – abgesehen von TwoNav fehlen sogar Höhenlinien.

Auf ambitionierten Unternehmungen, ob im alpinen Hochgebirge oder beim Trekking in Skandinavien, wandert es sich mit detailreichen Topokarten dagegen deutlich komfortabler. Vor allem TwoNav und Garmin punkten hier mit einem exquisiten Sortiment aus allen Teilen der Welt. Eine gute Alternative bilden Karten von Drittanbietern wie MagicMaps, mit denen sich alle GPS-Geräte im Test füttern lassen.

Unterschiede bei der Ausstattung der GPS-Geräte

Große Unterschiede deckt der Test auch bei der Ausstattung der GPS-Geräte auf: Kompass und Höhenmesser finden sich nur bei TwoNav, Garmin und Falk. Letztere beide können via Bluetooth mit dem Smartphone kommunizieren – bei GPS-Geräten ein Novum. Beim Falk lassen sich damit sogar Touren aus Webportalen direkt aufspielen, was Planänderungen, etwa aufgrund von Wetterumschwüngen, erleichtert.

Garmin nutzt die Liaison mit dem Handy dagegen fürs Live-Tracking, den mobilen Download von Geocaches oder um Wettervorhersagen und Smart Notifications einzublenden. Damit bleiben Sie in Verbindung, auch wenn das Handy gut geschützt im Rucksack schlummert.

 

GPS-Lexikon
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Fazit & Ergebnisse des GPS-Tests 2016:

GPS-Geräte müssen nicht teuer sein. Wie teuer, hängt von den eigenen Reiseplänen ab. So genügt für einfache Wandertouren das günstige und zudem unkomplizierte Arival völlig. Wem gelegentliche Ausflüge nicht reichen, der sollte sich das deutlich vielseitigere Falk ansehen. Es begeistert vor allem mit cleverer Routenberechnung und der Option, übers Handy Touren aus dem Netz zu laden. Sie möchten in ferne Regionen vorstoßen? Dann liegen Sie beim TwoNav mit seinem Angebot hochwertiger, weltweiter Karten richtig. Wer hingegen Kompromisse scheut, kommt um das Garmin Oregon 750t nicht umhin. Der leistungsstarke Allrounder für Touren aller Art liegt in (fast) jeder Hinsicht an der Spitze – ob Handling, Navigation, Akkulaufzeit oder Ausstattung.

GPS-Gerät / Link zum Testbericht Preis Testurteil
Garmin Oregon 750t 600 Euro überragend
Falk Tiger Blu 399 Euro sehr gut
Twonav Anima 299 Euro sehr gut
Arival Teasi One³ 160 Euro gut

So testet outdoor GPS-Geräte:

Empfang & Handling
Beim Empfang prüft outdoor, wie schnell die GPS-Geräte die Position bestimmen und wie genau sie Tracks aufzeichnen. Einsteiger und erfahrene GPS-User bewerten das Handling. Dabei checken sie, wie einfach die Bedienung gelingt, wie gut sich das Display ablesen lässt und wie fein etwa Karten dargestellt werden

Navigation & Karten
Auf vielen Touren müssen die GPS-Geräte zeigen, ob sie sicher ans Ziel führen. Werden Abzweigungen rechtzeitig angekündigt? Beherrscht der Lotse Routing? Fallen die Streckenvorschläge attraktiv aus? Bei den Karten zählen die Qualität der Darstellung, der Funktionsumfang sowie das von ihnen abgedeckte Gebiet. Auch ein großes Angebot käuflicher Karten gibt Punkte.

Ausstattung & Strom
Pluspunkte sammeln die GPS-Geräte für Extras, etwa Höhenmesser und Kompass, Kamera, Handy-Schnittstelle oder Bikehalterung und anderes Zubehör. Die Laufzeit misst outdoor stationär – etwa um den Strombedarf der Displaybeleuchtung zu bestimmen – und in der Praxis. Schafft das Gerät Tagestouren mit einem Satz Batterien respektive einer Akkuladung?


Die getesteten GPS-Geräte 2016:

26.11.2016
Autor: Uli Benker
© outdoor
Ausgabe 11/2016