GPS-Geräte im outdoor Test 2012

Neue portable Lotsen: GPS-Geräte im Test 2012


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GPS-Geräte im Test
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Garmin Etrex 30
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Garmin Montana 600
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Falk Ibex 30 Cross
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Magellan Explorist 610
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Die neueste Generation an GPS-Geräten zeigt, wo's langgeht: hin zu mehr Bedienkomfort und besserer Kartendarstellung. Doch überzeugen die Taschenpiloten auch im Praxistest? Und welches Modell ist das beste? Der GPS-Papst Uli Benker klärt auf.
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Sie gehen immer noch ohne GPS-Gerät auf Tour? Warum eigentlich? Denn mal ehrlich: Haben Sie sich beim Wandern und Bergsteigen noch nie verirrt, sind noch nie überrascht worden von Schlechtwetter oder Dunkelheit? Oder haben noch nie – im dichten Schneetreiben – die verschneite Aufstiegsspur zurück ins Tal verloren? Mit einem satellitengestützten Taschenpiloten wäre das nicht passiert!

Doch GPS ist mehr als nur eine Versicherung für Notfälle. Sie können damit auch Ihre Outdoor-Touren bequem am Computer planen und auf den GPS-Empfänger laden. Ist Ihnen zu aufwendig? Dann bieten sich fertige Touren aus dem Internet an. Ob Bike-, Berg- oder Wandertour: die meisten sind kostenlos und warten nur darauf, her­untergeladen und entdeckt zu werden.

Fehlt nur noch das richtige Gerät! Um Ihnen die Wahl zu erleichtern, hat outdoor die fünf neuesten Modelle getestet – vom 260-Euro-Schnäppchen bis zum 500-Euro-Topmodell.

 

Garmin Etrex 30
Foto: Hersteller Das Garmin Etrex 30 ist ein feines GPS-Gerät zum kleinen Preis.

Alle getestesten GPS-Geräte führen sicher ans Ziel

Alle fünf Prüflinge mussten ein anspruchsvolles Navigationsprogramm absolvieren, auf Wanderungen durch das verwirrende Forstweglabyrinth des Frankenwalds ebenso wie auf Alpentouren abseits von Weg und Pfad. Und genau hier – in den tief eingeschnittenen Wettersteintälern –stellten die Tester gleich erste Unterschiede fest, und zwar beim Empfang. Das Garmin Etrex 30 ermittelte unter den schwierigen Bedingungen flotter und auch etwas exakter als alle anderen den genauen Aufenthaltsort. Der Grund: Es versteht nicht nur die Signale des amerikanischen GPS, sondern auch die des russischen GLONASS.

Doch damit nicht genug: Auch beim Display überzeugt der neue Kleine von Garmin. Sein heller Bildschirm lässt sich besser ablesen als die seiner Mitstreiter – und das oft sogar ohne aktivierte Hintergrundbeleuchtung. Bei allen anderen Kandidaten mussten die Tester meist das Zusatzlicht aktivieren, um Standort und Karte ablesen zu können, vor allem bei Sonnenschein. Nachteil der Beleuchtung: Sie zieht viel Strom. Tages- oder Wochenendtrips sind dann nur mit gedimmtem Monitor möglich, soll ein Batteriesatz reichen. Das Etrex 30 schafft damit hingegen mühelos 24 Stunden – Voraussetzung für ausgedehnte Alpin- und Trekkingtouren!

Doch was nützen helles Display und geringer Stromverbrauch, wenn man nicht klarkommt mit dem GPS-Gerät? Wenn etwa das Menü verwirrt oder die Handhabung umständlich ausfällt? Am einfachsten lassen sich Geräte mit logischem Menüaufbau und berührungsempfindlichem Touchscreen bedienen. Das beweisen nicht zuletzt Garmin Montana und Falk Ibex, die sich auch Einsteigern im Nu erschließen. Die Zieleingabe? Findet man sofort. Wegpunkt markieren? Klappt auf Anhieb – wie auch alle übrigen Funktionen. Damit steht das Duo allerdings nicht allein – auch mit allen anderen Geräten hatte keiner aus der Testcrew gravierende Probleme, obwohl auch GPS-Novizen dabei waren.

Und wie sieht’s bei den Navigationsfunktionen aus? Sehr gut! Alle Aspiranten führten das Testteam mit Hilfe von Routen und Tracks sicher ans Ziel. Garmin, Falk und VDO können das sogar mit automatischer Wegfindung (Routing), abgesehen vom Etrex 30 auch mit Sprachführung. Aber Vorsicht: Nicht immer fallen die Routenvorschläge attraktiv aus. Wer sichergehen will, sollte den Wegverlauf durch das Einfügen von Zwischenzielen anpassen. Die umfangreichsten Möglichkeiten, die Routenberechnung zu beeinflussen, bieten Falk und VDO – vor allem für Tourenradler. Das Falk etwa schlägt bis zu drei Routenvarianten vor, die bevorzugt über Radwege und verkehrsarme Straßen führen. Wanderer können ebenfalls Vorgaben für die Streckenführung machen, auch hier gelingt das mit den Modellen von Falk und VDO am besten. Bei ihnen lässt sich beispielsweise festlegen, ob eine Gebirgstour alpine Steige enthalten darf – oder nicht.

Doch auch wenn Routing nicht immer die perfekte Wander- oder Biketour ins Display zaubert, erleichtert es die Tourenplanung – nicht nur auf dem GPS-Gerät: Die Karten von Garmin und VDO routen auch auf dem Computer. Das empfiehlt sich vor allem für lange Touren mit vielen Zwischenzielen: Sie lassen sich auf großen Bildschirmen flotter und bequemer erstellen als auf kleinen GPS-Displays.

 

Vektorkarte GPS Gerät
Typisch für Vektorkarten: Sie lassen sich beliebig vergrößern, ohne an Schärfe zu verlieren und enthalten Sonderziele wie Gipfel oder Hütten.

Wichtig: Gutes Kartenmaterial

Beim Gerätekauf spielt auch das Angebot an guten, zum Gerät passenden Karten eine große Rolle, schließlich bindet man sich mit dem Kauf auch an die Karten. So lassen sich Garmin-Modelle nicht mit Falk-Karten füttern und umgekehrt. Alle Anbieter im Test (außer Magellan) bevorzugen routingfähige Vektorkarten (siehe Bild). Besonders Garmin punktet mit einer breiten, hochwertigen Auswahl wandertauglicher Ausgaben, die durch anschauliche Rasterkarten ergänzt wird. Neben den Alpenvereinskarten zählt Birds­eye Select dazu, ein kostenpflichtiger Download-Service für Topo- und Wanderkarten.

Sie wollen für Karten kein Geld bezahlen? Besonders für Garmin- und Magellan-Empfänger stehen viele, oft routingfähige Gratiskarten im Netz. Zwar sind sie nicht immer so anschaulich, detailreich und – je nach Region – vollständig wie käufliche, sind aber für den günstigen Einstieg eine Alternative.


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02.03.2012
Autor: Uli Benker
© www.outdoorchannel.de
Ausgabe 02/2012