Test: GPS-Geräte

GPS-Geräte für Einsteiger

GPS-Geräte im Test
Foto: Lars Schneider
Drei aktuelle GPS-Geräte buhlen mit einfachstem Handling um Einsteiger, Geocacher und Wanderer. Wir haben die Geräte getestet und verraten, mit welchem Sie sicher ans Ziel kommen.
Zu den getesteten Produkten

Immer wissen wo’s langgeht, nie wieder verlaufen: Dank satellitengestützter Navigation sind Wanderer und Biker heute deutlich sicherer und komfortabler unterwegs als noch vor wenigen Jahren. Und dennoch: Viele Outdoorer scheuen noch immer die Anschaffung eines GPS-Lotsen. "Viel zu kompliziert", lautet das gängige Argument. Ein anderes lautet: "Mit dem Smartphone geht es ja irgendwie auch."

Zu kompliziert? Das mag für viele GPS-Geräte zutreffen, nicht aber für alle. Erst Recht nicht für ausgesprochen einsteigerfreundliche Modelle. Diese versprechen intuitive Bedienung, Zielführung auf Knopfdruck und ausgeklügelte Routingfunktionen, die viele Smartphone-Apps in den Schatten stellen. Doch können sie ihr Versprechen halten? Um das zu klären, lies outdoor drei besonders einsteigerfreundliche Geräte zum Test antreten. Klasse: Auf allen dreien sind bereits Karten von Europa vorinstalliert. Das erleichtert nicht nur den Einstieg, sondern hält auch die Kosten niedrig: Der Kauf und die Installation von weiteren Karten entfällt.

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GPS-Geräte im Praxistest

So weit, so gut. Aber wie schlagen sich die Kandidaten in der Praxis? Das prüften die Tester, darunter auch GPS-Einsteiger, auf Bergwanderungen in den Alpen ebenso wie auf Mittelgebirgstouren in der Fränkischen Schweiz. Besondere Beachtung finden dabei die Handhabung und die Zielführung – gelingt beides wirklich ähnlich einfach wie mit einem Auto-Navi? Ganz klar: Ja. Alle drei Aspiranten erfüllen mit übersichtlichen Touchscreen-Menüs die Erwartungen auf ganzer Linie. Die Zieleingabe? Findet man sofort. Die Trackaufzeichnung starten? Ein Kinderspiel. Wegpunkt markieren? Klappt auf Anhieb – wie auch die übrigen Funktionen. Besonders begeisterte die Tester das Garmin Etrex Touch 35, dessen cleveres Menü sich von selbst erschließt. Ob Wander-, Berg- oder Biketour: einfach die gewünschte Unternehmung eingeben, schon wählt der GPS-Lotse automatisch die richtigen Einstellungen.

Doch wie sieht‘s bei den Navigationsfunktionen aus? Sehr gut! Alle Prüflinge führen Wanderer und Fahrradfahrer mit Hilfe von Routen und Tracks sicher ans Ziel – sogar mit automatischer Wegfindung ("Routing"). Hier verwöhnt vor allem das Falk, das wie ein Auto-Navi mit Abbiegevorschauen und Sprachführung Richtungsänderungen ankündigt. Apropos Routing: Nicht immer zaubern die Navis besonders reizvolle Wander- oder Biketouren aufs Display. Wer sie optimieren will, kann den Routenverlauf durch das Einfügen von lohnenden Zwischenzielen so ändern, dass die Tour an Attraktivität gewinnt. Das gelingt bei allen drei Modellen, am besten allerdings beim Falk.

Doch aufgepasst: Die auf den Test-Navis installierten Karten basieren auf den freien Geodaten der "Mitmachkarte" OpenStreetMap, kurz OSM genannt, deren Qualität schwankt. Nicht überall sind die Karten so genau wie in Deutschland. In Frankreich etwa, aber auch in alpinen Regionen Österreichs oder der Schweiz bestehen durchaus Lücken. Was sich auch auf die automatische Zielführung auswirkt, kann das Navi doch nur Routen über Wege in der Karte berechnen.

Umso besser, wenn sich die On-Board-Karten durch hochwertige topografische Karten ergänzen lassen. Für ambitionierte Touren ohnehin ein Muss, geben die kostenpflichtigen Karten das Gelände doch viel genauer und – anders als die vorinstallierten – mit Höhenlinien wieder. Vor allem Garmin punktet mit einem breiten Sortiment topografischer, und oft auch routingfähiger Karten aus allen Teilen der Welt. Praktisch: Mit ihnen lassen sich sogar – besonders komfortabel – Touren am Computer planen. Dennoch: Wer sich vor allem mit fertigen Tracks aus Webportalen durch Gelände führen lassen will und in nicht zu anspruchsvollem Terrain unterwegs ist, kommt auch problemlos mit den aufgespielten OpenStreet-Maps zurecht. Schließlich gibt der geladene Track den Weg vor, ob der nun in der Karte eingetragen ist oder nicht.

Fazit des GPS-Tests:

Unterm Strich zeigt der Test: Die Navigation mit Satellitenhilfe gelingt mit diesen drei Testmodellen so einfach wie mit kaum einem anderen GPS-Gerät. Ob Garmin, Falk, oder A-Rival, die wichtigsten Funktionen erschließen sich von selbst, auch wenn hier und da ein Blick ins Handbuch nicht schaden kann. Aber Hand aufs Herz: Müssen Sie das nicht auch bei Ihrem Smartphone?

Am besten probieren Sie vor dem Kauf aus, mit welchem Menü Sie am besten zurechtkommen. Wie auch immer Sie sich entscheiden – ob für das vielseitige Garmin mit Reserven für ambitionierte Outdoor- Abenteuer, das günstige A-Rival für gemütliche Wander- und Biketouren oder das Falk mit einer pfiffigen Routingfunktion: einfach ans Ziel bringen Sie alle drei.

 

GPS-Experte Uli Benker über die Vorteile von GPS-Geräten.

GPS oder Smartphone ?

Sie lassen sich beim Wandern und Biken von Ihrem Smartphone ans Ziel führen? Warum auch nicht, Sie sparen damit ja die Anschaffung eines GPS-Empfängers. Apps wie Apemap, Viewranger oder Orux-Maps machen das Handy für wenige Euro, manchmal sogar umsonst, ebenfalls zum GPS-Lotsen.

Allerdings mit vielen Einschränkungen: Ein Smartphone ist meist nicht nur sturz-, sondern auch nässeempfindlich, sein Display lässt sich im hellen Sonnenschein oft kaum ablesen, und der Akku ist in der Regel flotter erschöpft als gedacht – worunter auch die Sicherheit leidet, denn ein Notruf ist dann nicht mehr möglich. Zwar lassen sich Handys mit einem wasserdichten, stoßfesten Case schützen und Akkus mit Powerpacks nachladen, doch das schadet der Ablesbarkeit, dem Handling und schlägt nicht zuletzt auch auf das Budget. Dazu kommt: Für die meisten Apps gibt‘s nur OpenStreet-Maps, Google Maps und andere Gratiskarten zum Nulltarif.

Für Touren abseits ausgetretener Pfade, wo es auf Detailgenauigkeit ankommt, braucht man hingegen zusätzliche, topografische Karten – die meistens kostenpflichtig sind. Und die Menüführung? Hier haben die neuen GPS- Geräte mächtig aufgeholt, stehen vielen Apps in nichts nach. Zumindest solchen mit vergleichbaren Funktionen wie Routen- und Tracknavigation oder automatischer Zielführung. Sie werden erstaunt sein, wie viel Spaß die Navigation mit einem GPS-Gerät macht.

Die Testergebnisse der GPS-Geräte im Überblick

GPS-Gerät / Link zum Testbericht Preis Testurteil
Garmin Etrex Touch 35 (Testsieger) 299 Euro sehr gut
Arival Teasi Pro 180 Euro gut
Falk Ibex 25 Touring EU 240 Euro gut

 

GPS-Lexikon
Foto: outdoor

Die getesteten Einsteiger-GPS-Geräte 2015:

23.11.2015
Autor: Uli Benker
© outdoor
Ausgabe 10/2015