Softshelljacken

Getestet: 10 Softshells für kalte Tage


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Foto: Jens Mönnich

 

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Foto: outdoor
Klassische Softshells eignen sich vor allem für wechselhaftes Wetter. Doch diesen Winter kommen vermehrt wasserdichte Modelle auf den Markt. Welches Konzept geht auf? outdoor hat zehn sehr verschiedene Softshells auf Tour und im Labor getestet.
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Klirrende Kälte. Reif bedeckt das Gras, an den Zeltwänden klebt stellenweise Eis. Kein wärmender Sonnenstrahl durchdringt den dichten Frühnebel – das richtige Wetter, um noch ein Weilchen im mollig warmen Schlafsack vor sich hin zu dösen. Doch das outdoor-Team hat noch einiges vor: Zehn Softshells will es testen, und jedes Modell wird in unterschiedlichen Größen für Damen und Herren ausprobiert. Denn nur wenn eine Jacke optimal passt, kann ­jeder fundierte Aussagen über den Trage- und Klimakomfort treffen. Kurze Zeit später fauchen die Kocher, Kaffeeduft wabert über der kleinen Zeltstadt – und mit jedem Schluck heißem Kaffee kommt etwas mehr Leben in die zehn dick vermummten Gestalten.

Schnell sind die Rucksäcke gepackt, verschwinden Schlafsäcke, Isomatten, Kocher, Töpfe und Verpflegung in den großen Trekkingrucksäcken. Weil jeder der Tester natürlich nur eine Softshell trägt, werden die restlichen Jacken ebenfalls eingepackt – darunter viele recht leichte Modelle, aber auch eines mit einem dicken, fellartigen Fleece auf der Innenseite. Bei dreien wird sogar ein wasserdichtes Mate­rial verarbeitet. Dank abgeklebter Nähte sollen diese drei so gut vor ­Nässe schützen wie klassische Funktionsjacken. Damit verlassen sie allerdings schon fast den klassischen Einsatzbereich der Softshell, denn im Normalfall eignen sie sich vor allem für windige, wechselhafte Bedingungen mit kurzem Nieselregen.

 

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Foto: Boris Gnielka Im Schatten wird es empfindlich kalt – gute Soft­shells bieten auch dann noch Komfort.

Softshelljacken im Praxistest auf der Schwäbischen Alb

Die Testtour folgt dem Steilabbruch am Rand der Hochfläche (Albtrauf). Ein eisiger Wind pfeift heute – typisch für den Trauf und ideal, um die Winddichtigkeit der Softshells zu prüfen. Alle Jacken halten der steifen Brise stand, nur bei zweien spürt man einen minimalen Luftzug, der aber nicht unangenehm ist. "Achtet außerdem darauf, wie gut die Kapuze und der Kragen Wind abhalten", ermahnt Testredakteur Boris Gnielka die Crew. Doch auch in diesem Punkt gibt sich das Feld keine Blöße, Bestnoten bekommen zum Beispiel Arc’teryx oder Adidas: Sie bieten hohe Kragen und feste, große Kapuzenschilde.

Unterschiede zeigen sich dagegen beim Tragekomfort: Die wasserdichten Softshells sind rascheliger und fühlen sich nicht so weich an wie die sieben anderen Modelle im Test. »Eher wie eine Funktionsjacke«, fasst Tester Johannes Butscher die Meinungen zusammen. Bei einigen Testjacken spannen die Kapuzen, sobald man den Kopf ­bewegt. Wie es richtig geht, demonstrieren beispielsweise die Hersteller Montane, Arc’teryx oder Outdoor Research: Hier lassen sich die Kapuzen nicht nur exakt anpassen, sie folgen auch jeder Kopfdrehung.

 

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Foto: Jens Mönnich Katharina hat gut ­lachen: Ihre Test-­­ jacke lässt Bewe­gungsfreiheit.

Ständige Temperaturwechsel beim Softshelltest

Langsam verscheucht die Sonne den Morgennebel, es herrschen jetzt perfekte Testbedingungen: Während es im Schatten empfindlich kalt ist, wird es in der Sonne richtig warm. Im stetigen Wechsel führt die Route in Seitentäler hinab und wieder hinauf auf die Hochfläche. "Reinste Schwerstarbeit", findet Fotograf Jens Mönnich. Für den Test sind die ständigen Temperaturwechsel und die mal große, mal geringere Anstrengung aber Gold wert, denn so lässt sich der Klimakomfort optimal beurteilen. »Im Idealfall steckt eine Softshell solch unterschiedliche Bedingungen weg«, sagt Redakteur Boris Gnielka. Doch nicht alle Kandidaten kommen damit klar: In den drei wasserdichten ­Modellen wird es spürbar schneller stickig als in der Konkurrenz, die auf unterschiedlichste Weise für effektive Ventilation sorgt.

Hersteller wie zum Beispiel Arc’teryx und Montane setzen auf etwas luftdurchlässigere, extrem atmungsaktive Materialien wie etwa Power­shield Lite. So können sie fast ganz auf Belüftungsöffnungen verzichten. Adidas und Millet verarbeiten dagegen Gore Windstopper, das winddicht ist, aber nicht ganz so luftig, weshalb lange Reißverschlüsse in den Achseln bei Bedarf für Luftzufuhr sorgen. "Funktioniert hervorragend", lobt Heißsporn Ralf Wildermuth, der schnell schwitzt und deshalb auch die dünnen Testjacken bevorzugt. Verfrorene Naturen dagegen wollen das kuschelige Northwall Jacket von Patagonia gar nicht mehr ausziehen – das mit Abstand wärmste Modell im Feld.

Kurz vor Feierabend wird es dann noch mal richtig anstrengend. Weil es auf der Hochfläche kaum Wasser gibt, muss es von unten im Tal hochtransportiert werden. Das katapultiert das Gewicht der Rucksäcke auf einen Schlag um fünf bis sechs Kilo nach oben. "Zähne zusammenbeißen, bald haben wir es geschafft", motiviert Redakteur Gnielka das Team. Mit dem vorab ausgewählten Zeltplatz wird es dann allerdings nichts – hier weidet eine Schafherde. Doch rund einen guten Kilometer weiter findet sich eine geeignete Stelle.

 

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Foto: Boris Gnielka In den Pausen werden die gesammelten Erfahrungen genau notiert.

Die Jacken im Beweglichkeitscheck

Für den Beweglichkeitscheck zieht das Team am nächsten Tag zur Gustav-Jakob-Höhle, der längsten bekannten Durchgangshöhle auf der Schwäbischen Alb. In der Nähe des Höhlenausgangs wartet eine gut fünf Meter hohe Steilstufe, an der eine Stahlleiter hochführt – ­eine gute Gelegenheit, um zu prüfen, wie die Softshells mit weit ausgreifenden Bewegungen klarkommen. Fast alle Modelle meistern den Check mit Bravour, nur bei zwei Modellen spannt das Material, wenn man den Arm hebt oder weit nach vorne greift.

Wie gut die Softshells vor Nässe schützen, klärt outdoor im ­Labor, wo ein spezieller Duschkopf sie sprühberegnet. Nun schlägt die Stunde der drei wasserdichten Kandidaten: Selbst nach 20 Minuten Beregnungsdauer fühlt sich das Innere bis auf minimale Saugeffekte knochentrocken an – das entspricht Funktionsjackenniveau. Auf Rang zwei landen mit gebührendem Abstand die Modelle von Patagonia und Jack Wolfskin, dann folgt der Rest des Felds – das aber immer noch ordentlich abschneidet.

Alle Ergebnisse und das Fazit des Tests auf Seite 2


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17.01.2012
Autor: Frank Wacker
© Outdoor
Ausgabe 12/2011