Wanderschuhe im Test

Wanderstiefel im Test 2013


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Wanderstiefel im Test
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Wanderschuhe im Test
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Wanderschuhe im Test
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Griffige Sohle, Halt, aber auch Beweglichkeit - was leisten die Könige der Mittelgebirgspfade? Wir haben aktuelle Wanderschuhe für Herren und Damen im Labor und in der Praxis getestet.
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»Mist!« schallt es durch den Wald. Es poltert, scharrt und kracht, während outdoor-Redakteurin Kerstin Rotard den Steilhang hinabrutscht - direkt in die schützenden Arme der Testcrew, die unter ihr stehend die Rutschpartie stoppt. Rücklings auf Laub und feuchter Erde liegend, streckt sie ihre Schuhe in die Höhe: »Hab mir gleich gedacht, dass die nicht fürs Steile taugen!« Das sollten sie aber eigentlich – genau wie die anderen Schuhe, mit denen die acht Tester unterwegs sind. Schließlich handelt es sich um waschechte Wanderstiefel.

Zehn neue Wanderschuhe zwischen 170 und 200 Euro hat outdoor zum Test geladen - je für Frauen und Männer. Mit wasserdichter Membran und hohem Schaft sollen sie Mittelgebirgswanderungen zum Genuss machen - bei jedem Wetter.

Die Schwäbische Alb mit ihren glitschigen Wurzelpfaden, steinigen Trails, epischen Forststraßen und rutschigen Steilwegen ist daher das ideale Testrevier. Erst recht an diesem nasskalten Wochenende, das die Redaktion für den zweitägigen Prüfzyklus nutzt, um Gehkomfort, Stabilität und Halt der Schuhe im direkten Vergleich zu ermitteln.

Ein Wanderstiefel für alles?

Mit Notizblock, Stift und einem Rucksack voller Wechselschuhe setzt sich die achtköpfige Gruppe oberhalb vom Ort Lenningen in Gang. Ihre Runde führt über einen steilen, laubbedeckten Weg hinauf zum rund 20 Meter hohen Wielandstein, von dort im Bogen erst über Forststraßen, später über schmale, steile Trails entlang der Tobelfelsen zurück. outdoor-Testredakteur Frank Wacker gibt erste Instruktionen: »Schnürt bitte die Schuhe zehn Minuten nach dem Abmarsch noch einmal richtig fest nach – nur dann können sie ihr volles Potenzial entfalten.« Laub aufwirbelnd schnauft der bunt besohlte Trupp in Serpentinen auf den Wielandstein zu.

Dabei achtet er vor allem auf das wichtigste Testkriterium: den Gehkomfort. Um hier zu punkten, müssen Schuhe geschmeidig abrollen, weich aufsetzen und sich nahtlos um die Füße schmiegen - ohne dabei zu drücken oder zu scheuern. Letzteres ist natürlich auch eine Frage der Passform, weshalb jeder Tester bereits im Vorfeld nicht passende Schuhe aussortiert und den Rest über drei Wochen eingelaufen hat.

 

Wanderstiefel im Test
Foto: Boris Gnielka In den Pausen werden die Schuhe gewechselt und erste Notizen gemacht.

Ein guter Wanderstiefel muss auch Halt bieten

Sechs Stunden später hockt das Testteam am Albtrauf und blickt hinunter nach Lenningen. Kalter Wind fegt über die Hochebene. Auf dem Fels sitzend wechseln die acht Wanderer zum x-ten Mal die Schuhe, machen Notizen und schlürfen heißen Tee aus Thermos kannen. »Einen bequemeren Schuh als den Meindl habe ich in dieser Klasse noch nicht getragen! « schwärmt Testerin Sina Choma und erntet damit zustimmendes Nicken. Der neue Air Revolution Ultra »... rollt wie von selbst ab, schmeichelt mit fast plüschigem, aber festem Sitz und ausgewogener Dämpfung«, bringen es die Notizen von Tester Felix Wiedmann auf den Punkt.

Nur zwei Testschuhe können es mit dem Bayern aufnehmen: der Aku Transalpina und der Salomon Quest 4D. Doch Komfort ist nicht alles, ein guter Wanderstiefel muss auch Halt bieten, vorm Umknicken und Wegrutschen schützen und mit einer festen Sohle für Trittsicherheit sorgen. Um Schaft- und Sohlenperformance zu testen, ist das folgende Wegstück ideal: Es führt fast in Falllinie zum Fuß der bis zu 30 Meter hohen Tobelfelsen, anschließend traversiert es im Steilhang unter der rund 300 Meter langen Felskette.

Wanderschuhtest: Erst Praxis, dann Labor

Kurz darauf liegt Redakteurin Rotard mit verdutztem Gesicht und erdverschmierter Hose im Steilhang, hinter ihr eine verräterische Schleifspur. Das Corpus Delicti – die Verbera Hiker von The North Face - hat sie bereits ausgezogen. Sie schlägt die Schuhe gegeneinander, Erdklumpen fliegen durch die Luft. »Die Sohle verwindet schnell, ist viel zu weich, der Schaft gibt keinen Halt«, steht jetzt in ihrem Notizbuch. Diese Eindrücke haben auch die anderen Tester gesammelt – aber auf harmlosere Weise. Am besten in puncto Halt schneidet der Lowa Khumbu II ab, auch der Meindl Air Revolution Ultra heimst hier viele Punkte ein. Die Backen glühen, der Tee dampft: Das Testteam sitzt zusammen und zieht Bilanz.

Jetzt liegen auch die Ergebnisse aus dem Labor vor, das die Schuhe flankierend zum Praxistest untersucht: mit einem Schwitzfuß aus Metall und einer monströsen, laut klappernden Maschine. Der Schwitzfuß ermittelt, wie viel Dampf die Schuhe nach außen leiten, die Maschine, welche Schuhe wasserdicht sind. Während der Schwitzfuß nur gute bis sehr gute Werte ausspuckt, schlägt die Höllenmaschine bei einem Paar Alarm: Die Rugged Trail Texapore von Jack Wolfskin sind undicht - etwas, das sich schon auf Tour abzeichnete. Um sicherzugehen, prüften wir drei weitere Paar unter Praxisbedingungen. Sie sind alle undicht. Alle Ergebnisse des Tests im Überblick auf Seite 2

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25.06.2013
Autor: Boris Gnielka
© outdoor
Ausgabe 5/2013