Wanderschuhe mit niedrigem Schaft sind meistens erste Wahl, wenn es darum geht, möglichst schnell, komfortabel und unbeschwert unterwegs zu sein. "Laut einer britischen Studie wirken 100 Gramm Gewichtsersparnis an den Füßen wie 500 Gramm im Rucksack", erklärt outdoor-Ausrüstungsredakteur Frank Wacker. Doch nicht nur fürs Winterhalbjahr mit seinen matschigen, (alt-)schneebedeckten Wegen und nasskalter Witterung empfiehlt sich eher ein Modell mit zumindest halbhohem Schaft. Denn es wehrt Steinchen, Schnee sowie Matschkrümel ab, auch hält es beim Waten durch Pfützen sowie auf Regenwanderungen die Füße trocken, lässt es doch von der Hose ablaufendes Regenwasser draußen. Außerdem schützt es die Fesseln vor Kälte und die Knöchel vor Prellungen. Und manch schwache Bänder vor dem Umknicken, wie unser Test von zwölf topaktuellen Modellen ab 140 Euro zeigt. Mit einem Paargewicht von rund 1000 Gramm wiegen die meisten nicht mehr als solide Halbschuhe, beweisen sich bei unseren Testwanderungen aber als deutlich vielseitiger einsetzbar.
Top-Modelle im Test
Ob ihr euch am Ende dann für Schuhe mit oder ohne Gore-Tex entscheidet, ist Geschmackssache. Wer schnell kalte Füße bekommt, profitiert vom etwas wärmeren Schuhklima der wasserdichten GTX-Leichtwanderschuhe. Wem es dagegen im Schuh schnell zu heiß wird, ist mit einer luftigen Variante ohne Membran besser bedient. Im Zweifel empfiehlt sich eine Anprobe der Schuhe vorab beim Händler.

Grundsätzlich sollte man seine Schuhe vor jeder Tour auch mit Spray imprägnieren. Dann nehmen Obermaterial und Schäume weniger Feuchtigkeit auf.
FAQ
Leichtwanderschuhe sind Wanderschuhe mit reduziertem Gewicht und flexiblerer Konstruktion. Sie eignen sich besonders für Tageswanderungen, Hüttentouren, Mittelgebirge und gut ausgebaute Wege. Im Vergleich zu klassischen Trekkingstiefeln bieten sie weniger Stabilität, dafür mehr Gehkomfort und Bewegungsfreiheit.
Ein Leichtwanderschuh wiegt in der Regel zwischen 350 und 500 Gramm pro Schuh (Größe 42). Modelle unter 400 Gramm gelten als sehr leicht, während schwerere Varianten meist mehr Schutz, Dämpfung oder Stabilität bieten.
Viele Leichtwanderschuhe sind mit wasserdichten Membranen wie Gore-Tex ausgestattet. Diese halten Nässe zuverlässig draußen, können bei hohen Temperaturen jedoch die Atmungsaktivität einschränken. Für Sommerwanderungen bei trockenem Wetter greifen viele Wanderer bewusst zu nicht wasserdichten, dafür luftigeren Modellen.
Leichtwanderschuhe eignen sich für:
- Tageswanderungen
- Mittelgebirge und Voralpen
- Hüttenzustiege
- gut ausgebaute Wanderwege
Für alpines Gelände, schwere Rucksäcke oder wegloses Terrain sind stabilere Berg- oder Trekkingstiefel die bessere Wahl.
Leichtwanderschuhe bieten mehr Halt, Schutz und Dämpfung als Trailrunning-Schuhe, sind aber weniger flexibel und schwerer. Trailrunner eignen sich für sehr leichte Ausrüstung und sportliches Tempo, während Leichtwanderschuhe einen guten Kompromiss aus Komfort, Stabilität und Schutz darstellen.
Durch die leichtere Bauweise nutzen sich Leichtwanderschuhe schneller ab als klassische Wanderstiefel. Bei regelmäßiger Nutzung halten hochwertige Modelle etwa 800 bis 1.200 Kilometer, abhängig von Gelände, Pflege und Sohlenmaterial.
Für Mehrtagestouren mit leichtem Rucksack und auf gutem Untergrund sind Leichtwanderschuhe geeignet. Bei schwerem Gepäck oder anspruchsvollem Terrain empfiehlt sich jedoch ein stabilerer Wanderschuh mit höherem Schaft.
Wichtige Kaufkriterien sind:
- Gewicht und Dämpfung
- Passform (besonders im Vorfuß)
- Sohlenhaftung
- Atmungsaktivität vs. Wasserdichtigkeit
- Einsatzbereich (Tages- oder Mehrtagestouren)





