Schlafsäcke im Test 2016

Schlafsack-Test: Kunstfaser oder Daune?

Foto: PatitucciPhoto Schlafsack Test 2016

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Alle Ergebnisse aus dem Schlafsack-Test 2016. Nie wieder frieren: Dicke Schlafsäcke bieten auch bei Kälte warme Nächte. Acht Schlafsäcke mit Daunen- und Kunstfaserfüllungen auf dem Prüfstand. Welcher Schlafsack konnte unsere Tester am meisten überzeugen?
Zu den getesteten Produkten
  • Der große Schlafsack-Test 2016.
  • Wir haben acht Schlafsäcke zwischen 200 und 580 Euro getestet.
  • Alle Modelle sind für Temperaturen zwischen 0 und -10 Grad geeignet.
  • Die getesteten Daunenschlafsäcke waren im Schnitt 600 Gramm leichter als die Kunstfaserschlafsäcke, kosten durchschnittlich aber auch 240 Euro mehr.
Schlafsack / Link zum Testbericht Preis Testurteil
Mountain Equipment Glacier SL 800 (Kauftipp) 450 Euro Sehr gut
Valandré Swing 700 (Kauftipp) 375 Euro Sehr gut
Carinthia G 280 (Kauftipp) 235 Euro Sehr gut
Vaude Rotstein 700 Down 450 Euro Sehr gut
Western Mountaineering Versalite 580 Euro Sehr gut
Deuter Exosphere -8° 210 Euro Sehr gut
Exped Litesyn 1000 250 Euro Sehr gut
Mammut Kompakt Winter 200 Euro Gut
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Schlafsack-Test: Wärmeleistung

"Da sich die Temperaturangaben der Hersteller kaum vergleichen lassen, ermitteln wir in einem seit zwei Jahrzehnten bewährten Verfahren eigene Werte", erklärt Boris Gnielka. Dazu misst outdoor im Labor die Isolation der Füllung und spürt im Kühlhaus mit einer Wärmebildkamera Schwachstellen in der Schlafsack-Konstruktion auf. Entweicht Wärme aus dem Schlafsack, leuchtet das Display an diesen Stellen in helleren Farben. Bestnoten beim Wärmebild-Check bekommen der Carinthia G 280 (Kunstfaser) und Mountain Equipment Glacier SL 800 (Daune): Sie bieten eine sehr gleichmäßige Füllung und dicke Kapuzen, üppig bemessene, eng anliegende Abdeckleisten dichten die Reißverschlüsse ab. Und die anderen Test-Schlafsäcke? Sie leisten sich ebenfalls kaum Schwächen. Auch bei den Isolationsmessungen liegen die Werte auf hohem Niveau: Platz eins belegt der Mountain Equipment Glacier SL 800, mit 1330 Gramm der schwerste und am kräftigsten gefüllte Daunenschlafsack, dann kommt der Synthetikschlafsack Carinthia G 280 (1700 Gramm), gefolgt vom Rest des Feldes.

Foto: outdoor

Der Schlafsack als Wärmespeicher

"Unterm Strich am wärmsten ist der Mountain Equipment Glacier", fasst Boris Gnielka die Ergebnisse zusammen. Kälteunempfindliche Leute können ihn bis minus 16 Grad (Limitwert) einsetzen, verfrorene Naturen immerhin bis minus acht Grad (Komfortwert). Den starken zweiten Rang belegt der Carinthia G 280 (–6/–14 °C), wobei ihm die übrigen Schlafsäcke im Test dicht auf den Fersen sind: Selbst das Ende des Feldes bietet noch Komfortwerte von minus drei Grad und untere Limits von minus elf Grad – völlig ausreichend für den Einsatz Ende Herbst oder im Winter in unseren Breiten. Nur wer schnell friert, sollte zu einem der beiden ganz warmen Schlafsäcke greifen.

Schlafsack-Test: Wärme/Gewicht

"Große Unterschiede gibt es, wenn man die Wärmeleistung in Relation zum Gewicht setzt", so Gnielka. Vor allem der Daunenschlafsack Western Mountaineering Versalite beeindruckt mit einer sensationellen Leistung: Er wiegt nur 985 Gramm – rund 200 bis 500 Gramm weniger als die anderen, ähnlich warmen Schlafsäcke. Die restlichen Daunenschlafsäcke schneiden sehr gut ab – und halten die Kunstfaserkonkurrenz auf Abstand. Diese sind bei vergleichbaren Temperaturlimits über ein halbes Kilo schwerer. Dennoch gibt es Fortschritte: So setzen der Exped Litesyn 1000 (1500 g; –3/–11 °C) und Carinthia G 280 (1700 g, –6/–14 °C) in ihren Isolationsklassen neue Maßstäbe.

Schlafsack-Test: Nässeschutz

Die große Stärke von Kunstfasern liegt in ihrer Nässeresistenz und der sehr schnellen Trockenzeit. Daune hingegen – ob mit oder ohne wasserabweisende Behandlung – fällt mit der Zeit zusammen und bleibt länger feucht. Ein Daunenschlafsack eignet sich nur für Schlechtwettergebiete, wenn man ihn notfalls in Hütten trocknen kann. "Gefährlicher als Nässe von außen ist bei starkem Frost die vom Körper abgegebene Feuchtigkeit", warnt Boris Gnielka. Denn diese kondensiert in der Füllung, deshalb sollte man das Outdoorbett täglich mindestens eine Stunde lüften. Abhilfe schafft zudem ein dampfdichtes Inlett (Dampfsperre oder VBL). Es wiegt nur wenige hundert Gramm und steigert die Wärmeleistung um fünf bis zehn Grad, das feuchtwarme Klima im Innern ist aber gewöhnungsbedürftig.

Schlafsack-Test: Schlafkomfort

In puncto Komfort haben wieder die sehr kuscheligen Daunenschlafsäcke die Nase vorn. Am angenehmsten schläft man im Valandré Swing – dank weichem Innenstoff, einer weit zu öffnenden, bequemen Kapuze und dem bis zum Fußteil reichenden Reißverschluss. Auch der Mountain Equipment Glacier SL 800 kommt sehr gut an. Die bequemsten Synthetikschlafsäcke liefern Carinthia und Exped. Damit bei beiden die Kapuzen druckfrei sitzen, erfordert die Anpassung aber Zeit und Fingerspitzengefühl – ein Kunstfaservlies passt sich im Vergleich zur Daunenfüllung nie so faltenfrei an den Kopf an. Wie geräumig ein Schlafsack sein muss, hängt vom Körperbau und den persönlichen Vorlieben ab. outdoor-Tester Felix Wiedmann braucht trotz seiner schlanken Statur Platz zum Bewegen, während Katleen Richter eng geschnittene Schlafsäcke bevorzugt: "Da gibt es keine kalten Stellen", sagt sie. Leute mit breiten Schultern kommen nur mit wenigen Testkandidaten klar, etwa mit dem Schlafsack von Carinthia und Valandré.

Schlafsack-Test: Fazit

Auch wenn es im Testfeld keinen Alleskönner gibt, findet sich für jeden Anspruch der richtige Schlafsack. Von den drei empfehlenswertesten Daunenschlafsäcken überzeugt der Valandré Swing 700 als komfortabler und verhältnismäßig preiswerter Allrounder (ab 355 Euro). Auch die Verarbeitung liegt auf top Niveau. Soll es noch wärmer sein, liegt man mit dem hochwertigen Mountain Equipment Glacier (ab 450 Euro) richtig, während Grammzähler zum Western Mountaineering Versalite (ab 560 Euro) greifen sollten. Und wer für Schlechtwettergebiete oder aufgrund des günstigeren Preises ein Kunstfaserschlafsack möchte, der entscheidet sich für den Exped Litesyn (ab 250 Euro) oder den noch besser isolierenden, etwas schwereren Carinthia G 280 (ab 235 Euro).

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12.09.2016
Autor: Frank Wacker
© outdoor
Ausgabe 09/2016