Wanderrucksäcke im Test 2013

Zehn Rucksäcke für Tagestouren im Test

Foto: Kathleen Richter Praxis Test

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Die kleinste Rucksackklasse ist mit einem Stauraum von rund 20 bis 35 Litern ideal für Tages- und Wochenendtrips. Welche Wanderrucksäcke sich derzeit am besten tragen, klärt der Test.

Wandern boomt. Kaum ein Weg in Europas Naturgebieten, der an schönen Wochenenden nicht von funktionell bekleideten Frischluftfreunden beschritten wird. Und das manchmal sogar schon ohne Rucksack. »Wandern an sich ist ja super, nur das Schleppen nervt«, erklärte letztes Jahr ein schwäbischer Mittfünfziger in den piemontesischen Bergen. Er ließ sich sein Gepäck mit dem Auto hinterherfahren und sparte sich so die Last. »Der hat wohl noch so ein altes Louis-Trenker-Modell mit Lederriemen«, bemerkte meine Wanderpartnerin, »und weiß gar nicht, dass man die neueren Rucksäcke beim Tragen kaum noch spürt.

Es ist viel passiert: Tatsächlich hat kaum ein Ausrüstungsteil eine solch fulminante Entwicklung hingelegt wie der Rucksack. Hingen frühere Modelle an den Schultern, stützen moderne Varianten ihre Last geschickt im Hüft- und Lendenbereich ab. Das beugt Verspannungen und Schulterschmerzen vor und verbessert die Lastkontrolle: Der Rucksack sitzt wie an den Rücken geschraubt, bleibt aber so elastisch, dass er bei flotter Gangart oder hektischen Manövern nicht einengt. Erreicht wird das mit anatomisch optimierten Polstern, luftdurchlässigen Bespannungen und computerberechneten Tragwerken aus Aluminium oder Kunststoff. Solch aufwendige Konstruktionen haben sich längst auch in der kleinsten Rucksackklasse durchgesetzt: bei den Wanderrucksäcken.

Mit einem Stauraum von rund 20 bis 35 Litern sind sie ideal für ausgedehnte Tages-, Wochenend- und Hüttentouren. Aufgrund des hohen Interesses besteht an Auswahl kein Mangel: rund hundert Modelle buhlen zum Saisonauftakt um Käufer. Um Ihnen die Wahl zu erleichtern, haben wir die zehn interessantesten Wanderrucksäcke der Saison 2013 getestet. Sie kosten zwischen 95 Euro und 135 Euro und bieten Platz für 22 bis 36 Liter Gepäck. Was sie eint, ist das Ziel, dem Wanderer ein Höchstmaß an Komfort zu bieten.

Doch was genau bedeutet das?

»Ein Rucksack ist dann perfekt, wenn er weich am Rücken aufliegt und sein Gewicht so geschickt verteilt, dass man es gar nicht merkt«, sagt Testredakteur Frank Wacker. »Außerdem muss sein Tragesystem so flexibel sein, dass es selbst bei Sprüngen oder Kraxelpassagen nicht einengt und so gut belüftet, dass man nicht überhitzt«, so der Experte. Auch die bereits erwähnte Kontrollierbarkeit gehört zu den zahlreichen Faktoren, die die outdoor-Testcrew bei ihren vielen Vergleichsrunden im steilen Mittelgebirgsterrain geprüft hat.

Ein weiterer ist der Bedienkomfort. Schließlich will man sich nicht mit hakeligen Zippern und klemmenden Schnallen herumärgern – oder gar mit einer mangelhaften Ausstattung. Was an einen Rucksack gehört, ist zwar auch Geschmacksache, doch eine große Deckeltasche für Riegel, Navi und Co. kann jeder gebrauchen, ebenso eine gute Verstaumöglichkeit für Trinkflasche und -system. Eine Frontöffnung, durch die sich der Rucksack bepacken und unterwegs öffnen lässt, sowie Kompressionsriemen, mit denen sich das Gepäck fest und nah an den Rücken zurren lässt, sind ebenfalls sinnvoll. Testfazit und Ergebnisstabelle auf Seite 2

29.03.2013
Autor: Boris Gnielka
© outdoor
Ausgabe 4/2013