Tourenrucksäcke im Test 2016

Rucksäcke für das Wochenende und die Hüttentour


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Tourenrucksäcke im Test
Foto: Benjamin Hahn

 

outdoor-Test: Tourenrucksäcke
Foto: Hersteller

 

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Ob im Mittelgebirge oder in den Alpen, Tourenrucksäcke sind ideal für mehrtägige Kurztrips. Gute Rucksäcke verbinden praktische Features mit hohem Tragekomfort. 17 Rucksäcke mit einem Volumen von bis zu 60 Liter im outdoor-Test 2016 ...
Zu den getesteten Produkten

"Im Vergleich zu Daypacks bieten Tourenrucksäcke mehr Platz und tragen sich auch mit über zehn Kilo Beladung angenehm. Außerdem sind sie leichter sowie weniger steif und wuchtig als die größeren Trekkingmodelle", erklärt Ausrüstungsredakteur Boris Gnielka. Kein Wunder, dass dieser Rucksacktyp zu den Bestsellern gehört und die Hersteller jedes Jahr mit neuen oder überarbeiteten Tourenrucksäcken um die Gunst der Käufer ringen.

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Foto: Benjamin Hahn Die Seitenfächer eignen sich hervorragend als Flaschenhalter.

Das Rucksack-Testfeld 2016 bietet eine große Auswahl

17 Tourenrucksäcke für Damen und Herren hat outdoor getestet. Sie kosten 130 bis 200 Euro und wiegen im Schnitt 1,5 Kilo – fast ein Kilo weniger als ein Trekkingrucksack. Die Volumen der getesteten Rucksäcke liegen laut Hersteller zwischen 35 und 48 Liter. Doch beim Auslitern zeigt sich, fast alle Kandidaten sind größer: Die beiden geräumigsten, der Bach Shield 45 und der Black Diamond Mission 45, schlucken über 60 Liter. "Rund 40 Prozent mehr als angegeben", sagt Boris Gnielka. Damit meistern die Tourenrucksäcke selbst längere Hüttentreks oder Wochenendtrips mit dem Zelt. Auch Eltern, die auf Tageswanderungen für ihre Familie den Sherpa spielen, profitieren vom üppigen Stauraum. Und durch gute Kompressionsmöglichkeiten lässt sich der Packsack schrumpfen, wenn man nicht so viel mitnimmt. Am wenigsten Platz bieten das Damen- und Herrenrucksack von Deuter mit 35 und 40 Liter - was für Wochenendtouren ausreicht, wenn man nur das Nötigste mitnimmt.

Komfortrucksack oder Gipfelstürmer

"Zur besseren Orientierung teilen wir das Feld in zwei Gruppen: Es gibt zwölf Allrounder und fünf Alpinmodelle", so Boris Gnielka. Sehr reichhaltig ausgestattet, luftig und gut gepolstert, steht bei den Allroundern der Komfort im Mittelpunkt, während die schlichten Bergsportler leichter sind. Letztere lassen sich sogar abspecken und verwandeln sich – ohne Hüftgurt, Deckel und Rückenstreben – zum minimalistischen Kletterrucksack, der unter einem Kilo wiegt.

 

Rucksack Tragesystem
Foto: Benjamin Hahn Luftige Stoffe und dicke Schäume sorgen für Komfort.

Der Tragesystem-Check

Als Erstes zieht die Testcrew mit den Allroundern los. Um optimale Trageeigenschaften zu erzielen, lassen sich die Entwickler einiges einfallen: Es gibt Polster, die nur partiell am Rücken aufliegen, um die Belüftung zu verbessern, oder weiche Schäume mit eingearbeiteten Ventilationskanälen. Gregory setzt auf das bei Wanderrucksäcken bewährte Abstandsnetz. Doch welches ist das beste Konzept? Alle, so lautet das Ergebnis des Praxistests auf der Schwäbischen Alb. Fast jeder Allrounder trägt sich selbst mit 15 Kilo Beladung angenehm, bietet eine gute Belüftung und sitzt sauber am Rücken. Am Ende haben drei Hersteller die Nase vorn: Der Bach Shield sitzt durch die dicken Polster weich und geschmeidig, während das direkt am Rücken anliegende Damen- und Herrenmodell von Osprey mit einer top Kontrolle glänzt. Durch den engen Kontakt hat die Hüfte aber nicht so viel Bewegungsfreiheit. Der Gregory Zulu und das Damenpendant Jade wiederum sind schön flexibel und mit Abstand am luftigsten, ihre breiten Schultergurte mag allerdings nicht jeder.

Die Alpinrucksäcke im Test

Stehen anspruchsvolle Klettersteige auf dem Programm oder Bergtouren mit steilen Gletscher- und Felspassagen, empfiehlt sich einer der Alpinrucksäcke, die outdoor beim Wandern und Klettern getestet hat. Ihr Tragesystem, ein sogenannter Körperkontaktrücken, besteht aus einer dünn gepolsterten Platte. "Das bringt den Schwerpunkt nah an den Rücken und steigert die Kontrolle. Deshalb nehme ich die eingeschränkte Belüftung in Kauf", erklärt Boris Gnielka, ein begeisterter Alpinist. Und weil sich Bergsteiger über jedes eingesparte Gramm freuen, fällt die Ausstattung sehr schlicht aus. Alle Alpinmodelle überzeugen, doch zwei Modelle stehen bei den Testern besonders hoch im Kurs: der Black Diamond Mission punktet mit langlebigen Materialien und viel Platz – die richtige Wahl, wenn man häufig biwakiert. Soll der Rucksack noch leichter sein, spielt der nicht ganz so robuste Tatonka Mountain Pack seine Stärken aus. Als minimalistischer Klettersack wiegt er gerade einmal 670 Gramm.

Auf die Größe kommt es an

Ob Allrounder oder Alpinmodell, der Test zeigt auch, wie wichtig die richtige Passform ist. "Nur wenn der Rucksack perfekt sitzt, trägt er sich gut", so Gnielka. Deshalb bieten einige Hersteller mehrere Rückenlängen an. Die Größe stimmt, wenn die von den Schulterträgern zum oberen Packsackende laufenden Lastkontrollriemen zum Rucksack hin im Winkel zwischen 30 und 40 Grad ansteigen. Bei Alustreben im Rücken lohnt es sich, diese durch Biegen an den Körper anzupassen. Außerdem gibt es von sieben Herstellern Damenversionen. Im Vergleich zu den Herrenmodellen haben sie kürzere Rücken und stärker angewinkelte Hüftgurte sowie schmalere, nicht ganz so lange Schulterträger. "Für zierliche Personen wie mich sind die Damenmodelle ein Segen", sagt Testerin Susanne Wacker.

Tragekomfort und Passform bei Rucksäcken

Fotostrecke: Tipps zum Rucksack-Einstellen und Gewicht sparen

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Rucksack richtig einstellen Foto: Franz Scholz
Rucksack richtig einstellen Foto: Franz Scholz
Rucksack richtig einstellen Foto: Franz Scholz

Für jeden der richtige Rucksack

Unterm Strich findet im Testfeld jeder ein passendes Modell für seine Mehrtagestouren. Wandern Sie vor allem von Hütte zu Hütte oder gehen Sie das Wochenende über mit leichtem Gepäck zelten, empfehlen sich die drei Allrounder von Bach, Gregory und Osprey. Frei von Schwächen, besitzt jeder ausgeprägte Stärken. Entscheiden Sie sich für den Kandidaten, der Ihnen am meisten zusagt. Bergsportler hingegen sollten vor allem die schnörkellosen Alpinrucksäcke von Black Diamond und Tatonka in die engere Auswahl nehmen.

Die Testergebnisse der Tourenrucksäcke im Überblick

Tourenrucksack / Link zum Testbericht Preis Testurteil
Bach Shield 45 / Shield 38 (Kauftipp) 180/170 Euro Sehr gut
Deuter ACT Trail Pro 40 / 38SL 160 Euro Gut
Fjällräven Kaipak 38 / 38 W 200 Euro Gut
Gregory Zulu 40 / Jade 38 160 Euro Sehr gut
Lowe Alpine Cholatse 45 / ND35 140/130 Euro Gut
Osprey Kestrel 48 / Kyte 46 160 Euro Sehr gut
Black Diamond Mission 45 190 Euro Sehr gut
Exped Vertigo 45 170 Euro Gut
Tatonka Mountain Pack 35 LT 200 Euro Sehr gut
Vaude Simony 40 + 8 / W36 + 8 150 Euro Sehr gut

Die getesteten Rucksäcke 2016:

30.06.2016
Autor: Frank Wacker
© outdoor
Ausgabe 07/2016