Rucksack-Test: Tourenrucksäcke mit 42 bis 54 Liter Volumen im Test

Tourenrucksäcke im Test 2012


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Tourenrucksäcke im Test 2012
Foto: Ralf Bücheler

 

Tourenrucksäcke im Test
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Erst mit einem guten Tourenrucksack machen Wanderungen richtig Spaß. Neun Rucksäcke zwischen 130 und 200 Euro und einem Volumen von 42 bis 54 Liter im Test. Plus: Video und Tipps zum Rucksack anpassen.
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Verbringt man auf Mehrtagestouren etwas Zeit damit, die Ausrüstung anderer Outdoorer unter die Lupe zu nehmen, stellt man fest: Gute Wanderstiefel und eine vernünftige Funktionsjacke gehören zur Standardausstattung. Mit dem Rucksack nehmen es die meisten dagegen nicht so genau. Manche Rucksäcke haben schon fast so viele Jahre auf dem Buckel wie ihre Besitzer und zerren mit ihren schmalen Trägern an den Schultern, das unbelüftete Rückenpolster klebt am nass geschwitzten Rücken, ­einen Hüftgurt gibt es nicht. Andere stolpern gebeugt von der Last ihrer schrankgroßen Trekkingrucksäcke durch die Landschaft - und verpassen einiges entlang des Wegs, weil sie verbissen weiterkämpfen, um rechtzeitig die Hütte zu erreichen. Wieder andere starten mit hoffnungslos überladenen Tagesrucksäcken, an denen jede Menge Ausrüstung ­außen herumbaumelt. Dadurch schwanken die Daypacks bei jedem Schritt wie ein Schiff im Sturm und bringen ihren Träger aus dem Tritt. Kein Wunder, dass viele Wanderer über Nackenschmerzen oder Scheuerstellen klagen.

Dabei müsste es gar nicht so weit kommen: Dank ständiger Weiterentwicklungen tragen sich moderne Tourenrucksäcke traumhaft komfortabel, so die Erkenntnis des aktuellen outdoor-Tests von neun Modellen zwischen 130 und 200 Euro.

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Das Testfeld im Praxiseinsatz

Mit einem Volumen von 42 bis 54 Liter bieten die neun Tourenrucksäcke im Test deutlich mehr Platz als klassische Wanderrucksäcke, ihre aufwendigen Tragesysteme mit stabilen Hüftgurten kommen auch mit Lasten um die 15 Kilo noch klar - was in vergangenen outdoor-Tests nicht immer der Fall war. So viel Gewicht kommt aber zusammen, wenn man mehrere Tage von Hütte zu Hütte wandert, für die gesamte Familie Lastesel spielt oder mit leichtem Gepäck übers Wochenende mit dem Zelt loszieht. Außerdem haben die getesteten Tourenrucksäcke im Vergleich zu früheren Tests abgespeckt. Die Rucksäcke wiegen im Schnitt nur 1,6 Kilo – und sind damit rund 35 Prozent leichter als die noch größeren Trekkingrucksäcke. Das leichteste Modell im Feld, der Fjällräven Funas 45, bringt ­sogar nur 1320 Gramm auf die Waage. Auch lassen die neun getesteten Tourenrucksäcke durch ihre weniger steifen Tragesysteme und kleineren Packsäcke mehr Bewegungsfreiheit zu als ihre großen Brüder. Alles in allem spart das Kraft, und man kommt mit diesen Rucksäcken entspannter ans Ziel.

Trotzt der insgesamt sehr überzeugenden Leistung des Testfelds hat jeder der neun Tourenrucksäcke mehr oder weniger ausgeprägte Stärken - das zeigt der mehrtägige Praxistest im Donautal. Rund um Stetten am Kalten Markt herrschen ideale Bedingungen: Auf der Hochfläche der Schwäbischen Alb wechseln schmale, verwurzelte und steinige Pfade mit Forst- oder Waldwegen, auf denen man mit weitem Schritt schnell vorankommt – trotz der 15 Kilo Beladung, die in jedem der Rucksäcke stecken. Ausrüstungsredakteur Boris Gnielka gibt dem Testteam Instruktionen für den ersten Check: "Achtet darauf, ob euer Rucksack bei zügiger Gangart ­Bewegungen mitmacht oder einengt."

Am besten schlagen sich in diesem Punkt die Modelle von Bach, Vaude und Osprey, die insgesamt die flexibelsten Tragesysteme bieten. Der Rest des Felds folgt mit etwas Abstand, ohne jedoch negativ aufzufallen. (Alle Ergebnisse im Überblick finden Sie auf Seite 2)

Rucksack-Test: Die Passform

Unterhalb der über 120 Meter hohen Schaufelsen, der höchsten Felsen Deutschlands außerhalb der Alpen, muss das Team steile Hänge queren. Hier zählt vor allem eine gute Lastkontrolle, sonst verliert man in dieser kniffeligen Passage schnell das Gleichgewicht: »Sitzt wie festgeklebt am Rücken«, ist sich die Testcrew beim Osprey Kestrel einig. Doch auch die anderen acht Modelle schneiden kaum schlechter ab. Unten im Tal tauscht die Testcrew zum wiederholten Mal die Rucksäcke. Bei jedem Wechsel überprüfen die outdoor-Redakteure, ob der Rucksack optimal sitzt – nur dann lässt sich das Trageverhalten beurteilen. Manchmal lässt sich oft noch etwas herausholen, indem man die Alustrebe(n) im Rücken exakt an den Träger anpasst. Wie das genau funktioniert, zeigen wir im Video:

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Außerdem muss der Rucksack perfekt gepackt sein: Schwere Ausrüstung wie beispielsweise Trinkblase, Essen oder Waschbeutel kommt vom Bodenfach bis auf Höhe der Schulterblätter möglichst nah an die Rückenplatte, mit den leichteren Sachen (Schlafsack, Isomatte, Ersatzbekleidung, Handtuch etc.) stopft man das Volumen davor aus. Zum Schluss zieht der Lademeister die Kompressionsriemen an, um die Beladung endgültig zu stabilisieren. Nun schmiegt sich der Rucksack so komfortabel wie eine zweite Haut an den Rücken, "jetzt wackelt und drückt nichts mehr", wie outdoor-Internetredakteur Ralf Bücheler sagt.

Rucksack-Test: Der Ventilations-Check

Erbarmungslos brennt die Sonne vom Himmel, und schon nach kürzester Zeit bemängelt Testerin Sina Choma beim Modell von Gregory die schwache Belüftung. Die anderen Gregory-Träger stimmen ihr zu und präsentieren ihre klitschnassen Rücken. Dass es besser geht, beweist beispielsweise der Bach Shield 45. Seine recht luftigen Polster liegen nur auf einem je fünf Zentimeter breiten Streifen rechts und links der Wirbelsäule an, dazwischen sorgt ein Kanal für Luftzirkulation. Ansonsten liegt die Ventilation im Feld auf einem ­ordentlichen Niveau - selbst wenn es mal wieder steil bergauf in Richtung Albhochfläche geht. (Alle Ergebnisse im Überblick finden Sie auf Seite 2)


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24.08.2012
Autor: Frank Wacker
© outdoor
Ausgabe 08/2012