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9 Trekkingrucksäcke im Test
Trekkingrucksäcke - Welcher ist der beste?
Trekkingtouren sind die Königsdisziplin unter den Outdoor-Abenteuern. Richtig Spaß hat man dabei aber nur mit dem passenden Trekkingrucksack. Zu den getesteten Produkten
Ein schlechter oder falsch gewählter Rucksack kann den einem den Trekkingtrip verderben. Gute Trekkingrucksäcke meistern mit ihren gestählten Tragesystemen auch schwere Lasten, dicke Polster versprechen Komfort. Und mit 60 bis 100 Liter Inhalt bieten sie genügend Stauraum für das gesamte Gepäck. Wirklich? Das klärt der outdoor-Test von neun neuen Modellen von 185 bis 300 Euro.
Optimale Lastübertragung
Auf den Testtouren im Donautal und auf der Schwäbischen Alb mit bis zu 45 Kilo Beladung müssen die Testkandidaten zeigen, wie komfortabel sie sich tragen, welche Lasten mit ihnen noch angenehm sind und wie effektiv die Lastübertragung funktioniert: Denn im Idealfall hängt das Gewicht nicht an den Schultern, sondern sitzt größtenteils auf dem hinteren Beckenkamm und im Lendenbereich, ein kleiner Teil am Rücken. Der vordere Hüftknochen eignet sich dagegen weniger gut: Er liegt weit außerhalb des Körperschwerpunkts. Stützt sich die Last vor allem dort ab, muss die Muskulatur mehr Ausgleichsarbeit leisten als bei einer Lastübertragung auf Höhe der Körperachse – und das kostet Kraft.
Schnell zeigt sich: Die Rucksäcke kommen sehr unterschiedlich mit Lasten klar. Während drei Modelle schon jenseits von 22 Kilo an ihre Komfortgrenzen stoßen, tragen sich zwei Rucksäcke mit über 30 Kilo noch angenehm, der Lastesel knackt sogar die 40-Kilo-Marke.
Die im outdoor-Test ermittelte maximale Zuladung definiert den idealen Einsatzbereich der Testkandidaten. 22 Kilo Zuladung reichen meist für Treks bis zu einer Woche völlig aus. Wer bis zu zehn Tage unterwegs ist, sollte auf eine Mindestzuladung von 25 bis 26 Kilo achten. Noch längere Touren oder Wintertreks wiederum verlangen einen der drei Schwertransporter von Gregory, Lundhags oder Bach. Das gilt auch für Komforttrekker, die von allem ein bisschen mehr mitnehmen – ein geräumiges Zelt, einen wärmeren Schlafsack und eine extra dicke Isomatte.
Es kommt aber nicht nur auf eine maximale Lastübertragung an. Ein guter Rucksack sitzt im besten Fall wie festgeklebt am Rücken, dann behält man auch auf steilen Wegen das Gleichgewicht. Aber auch in der Ebene spart man Kraft, wenn der Rucksack nicht bei jedem Schritt unkontrolliert wackelt. Trotz des rückennahen Sitzes sollte das Tragesystem die Körperbewegungen aber nur wenig einschränken – sonst geht Kraft verloren, weil man bei jedem Schritt gegen den Rucksack ankämpft.
Auch eine gute Belüftung steigert die Leistungsfähigkeit: Je effektiver Feuchtigkeit verdunsten kann, desto weniger Energie verbraucht der Körper. In diesen Punkten zeigt vor allem das Osprey-Modell eine top Leistung, aber auch die anderen Testrucksäcke schneiden hier meist sehr ordentlich ab.
Im Ausstattungs- und Bedienungscheck zeigt kaum ein Modell echte Schwächen. Alle Testrucksäcke besitzen die wichtigen Details (s. nächste Seite), Seitentaschen oder ein Frontzugang zum Hauptfach sind Geschmackssache – von ihnen sollte die Kaufentscheidung nicht abhängen. Da zählt einzig und allein der Tragekomfort. Weil jedoch selbst das variabelste Tragesystem nicht an jedem Rücken perfekt sitzt, hat outdoor zu jedem Testmodell ein Passformprofil erstellt: Ihm entnehmen Sie, welchen Staturen der Rucksack passt.
Lobenswert: Hersteller wie zum Beispiel Osprey, Bach oder Gregory bieten verschiedene Rückenlängen und Gurte, um eine ideale Passform zu gewährleisten. Ergänzend sollten Sie die in Frage kommenden Rucksäcke aber stets im Laden ausprobieren (s. nächste Seite).
Fazit: In einem insgesamt guten Testfeld sind vier Modelle besonders zu empfehlen. Der Argon von Osprey empfiehlt sich für bis zu zehn Tage lange Treks: Er trägt sich nicht nur komfortabel, sondern bietet neben einer effektiven Lastübertragung auch eine top Kontrolle, recht hohe Flexibilität und eine sehr gute Belüftung. Komforttrekker, die mehr Gewichtsreserven brauchen, greifen zum V8 von Lundhags.
Für mehrwöchige Wildnistreks oder Wintertouren kommen im Testfeld vor allem zwei Modelle in Frage: Bach und Gregory. Beide bieten nicht nur genügend Lastreserven, sondern mit um die 100 Liter Volumen auch Platz en masse. Trotzdem unterscheiden sie sich voneinander: Der Gregory Palisade punktet mit einer überragenden Lastübertragung, während der Bach Capacity die noch bessere Lastkontrolle bietet – ideal für Skiwanderungen, wenn man mit großem Gepäck abfahren muss. Mit welchem gehen Sie auf Tour?
Die Gewichtung der Bewertungskriterien ist folgende: Tragekomfort: 60 Prozent; Ausstattung: 15 Prozent; Bedienung: 10 Prozent; Volumen/Gewicht: 5 Prozent; Qualität: 10 Prozent.
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