Winterjacken im Test 2013: Doppeljacken für jedes Wetter

Doppeljacken für Wanderer und Skifahrer im Test


Zur Fotostrecke (10 Bilder)

Doppeljacken im outdoor-Test
Foto: Studio Nordbahnhof

 

Doppeljacken im Test
Foto: Hersteller

 

Doppeljacken im Test
Foto: Hersteller

 

Doppeljacken im Test
Foto: Hersteller

 

Doppeljacken im Test
Foto: Hersteller
Das Konzept überzeugt. Aber sind Doppeljacken wirklich das Allroundwunder, von dem Outdoorer träumen? Zehn Doppeljacken im outdoor-Test 2013.
Zu den getesteten Produkten

Wen es das ganze Jahr über raus in die Natur lockt, der braucht eine Jacke, die bei jeder Witterung Schutz und Komfort bietet: warm im Winter, luftig im Sommer, wasserdicht bei Regen. Ein einziges Modell kann das kaum leisten. Oder vielleicht doch? Doppeljacken scheinen das Unmögliche möglich zu machen. Sie bestehen aus einer wasserdichten, atmungsaktiven Außenjacke, in die bei Bedarf per Reißverschluss und Druckknöpfe eine warme Innenjacke eingehängt wird.

Auf Touren vom späten Frühjahr bis Anfang Herbst dient die Außenjacke als Wind- und Regenschutz, während die Innenjacke beim Wandern im Rucksack steckt. An eisigen Frühjahrs- und Herbsttagen sowie beim Winterwandern nutzt man die Doppeljacke zusammengezippt als Thermojacke. Das Konzept kommt an: Seit Jahren zählen Doppeljacken in der Winterzeit zu den unangefochtenen Verkaufsschlagern – was auch am vergleichsweise günstigen Preis liegt.

Die zehn Doppeljacken im Testfeld kosten im Schnitt 325 Euro – und liegen damit knapp 150 Euro unter dem Durchschnittspreis im letzten outdoor-Funktionsjackentest in der November-Ausgabe. Und selbst die teuersten Testkandidaten (430 Euro) sind fast 50 Euro billiger.

Im Kommen: Kunstfaser-Doppeljacken

Bestanden früher die Innenjacken immer aus Fleece, kommen heute verstärkt solche mit Kunstfaserfüllungen zum Einsatz. Immer hin sechs Modelle im Feld sind damit ausgestattet – eine gute Wahl, so die Erkenntnis des Tests. »Ob alleine oder in Kombination mit der Außenjacke, sie tragen sich geschmeidig, ihre glatten Stoffe gleiten wie von selbst über andere Kleidungsschichten«, fasst Ausrüstungsredakteur Boris Gnielka die Praxisergebnisse zusammen. Außerdem liefern die Synthetikjacken im outdoor-Labor eine gute Wärmeleistung und sind winddicht – klasse, sobald man sie solo trägt. Auch Gewicht und Packmaß überzeugen: Die leichtesten Innenjacken bringen unter 400 Gramm auf die Waage und lassen sich sehr klein verpacken.

Bei drei Modellen setzen die Hersteller auf klassisches Fleece. »Auch keine schlechte Lösung, denn Fleece ist unerreicht kuschelig «, findet Testerin Susanne Wacker. Außerdem hält das Material ewig. Ein großes Plus, falls man die Doppeljacke im Winter auch im Alltag trägt – der Alltagsgebrauch beansprucht Ausrüstung über die Jahre hinweg ähnlich stark wie die harschesten Expeditionen. Die Isolationswerte liegen fast auf Kunst faser- Niveau. Allerdings pfeift Wind durchs Material, sobald man die Fleecejacken ohne Außenhülle nutzt, das Packmaß ist größer als bei den Synthetikmodellen. Eine einzige Doppeljacke im Test besitzt eine Softshell als Innenjacke. Sie trägt sich einzeln und in Kombination angenehm, isoliert aber weniger gut als die Konkurrenz – ideal für Hitzköpfe. Vor allem ohne Außenschicht überzeugt die windabweisende Softshell mit einem top Klima. »Perfekt für sonnige Herbst- und Frühjahrstage, an denen ein kalter Wind weht«, sagt Tester Ralf Wildermuth, ein echter Heißsporn.

Der Klima- und Regenschutzcheck

Für richtig anstrengende Touren eignet sich aber nur die Hälfte des Felds. Limitierender Faktor: die Außenjacken. Entweder mangelt es an Belüftungsöffnungen wie etwa Reißverschlüssen in den Achseln (Pitzips), oder die – im outdoor-Labor ermittelte – Atmungsaktivität des Materials lässt zu wünschen übrig. Topnoten bekommt die Jack-Wolfskin-Außenjacke. Sie vereint eine sehr hohe Atmungsaktivität mit einer effektiven Belüftung über lange Achselzipper und weit zu öffnende Bündchen. Dicht auf den Fersen folgen die beiden Mammut-Modelle. Auch beim Wetterschutz hat das Cascade Mountain Jacket von Jack Wolfskin die Nase vorn. Es übersteht die outdoor-Powerberegnung ohne Blessuren, die einen mehrstündigen, sturmgepeitschten Wolkenbruch simuliert, und blockt dank ihres riesigen, steifen Kapuzenschilds und des mächtigen, bis zur Nasenspitze reichenden Kragens eisigen Wind ab. Sehr gut schneiden zudem die Mammut-Damenjacke ab und das Herrenmodell von Marmot.

Bei den anderen Testkandidaten dringt beim Beregnungstest über unzureichend abgedeckte Frontoder Taschenreißverschlüsse Nässe ins Innere. »Kein Problem im Winter, bei Niesel oder einer zwei- bis dreistündigen Regenwanderung«, relativiert Boris Gnielka das Ergebnis. Bei stundenlangen Wolkenbrüchen wird man aufgrund von Saugeffekten aber recht großflächig nass.

Alle Testergebnisse des Doppeljacken-Tests im Überblick auf Seite 2


Inhaltsverzeichnis

17.01.2013
Autor: Frank Wacker
© Outdoor
Ausgabe 1/2013