Softshelljacken im Test 2015

Test: Softshells für Herbst- und Wintertouren


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Foto: Steffen Scheyhing

 

outdoor Softshell-Test Februar 2015
Foto: Outdoor Research

 

outdoor Softshell-Test Februar 2015
Foto: Mammut

 

outdoor Softshell-Test Februar 2015
Foto: Marmot

 

outdoor Softshell-Test Februar 2015
Foto: Millet
Nieselregen, Graupelschauer und sonnig-kalte Tage: der Winter hierzulande ist oft unberechenbar. Gut, wenn man dafür die richtige Jacke parat hat. Etwa eine Softshelljacke des Jahrgangs 2015. Ein guter Jahrgang!
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"Nichts ist so beständig wie der Wandel." Was für den Philosophen Heraklit galt, gilt heute umso mehr – und erst recht für das Wetter. Der Winter liefert hier das beste Beispiel: Früher vorhersehbar schneereich und kalt, gleicht er heute einer Melange aus warmem Nieselregen, Graupelschauern und sonnig-kalten Tagen.

Die passende Antwort auf einen solch bunten Wettermix liefert die Softshelljacke: bequem zu tragen, wind- und nässeabweisend und so luftig, dass sie sowohl bei gemütlichen Gassirunden als auch bei flotten Bergtouren die Körpertemperatur auf Wohlfühlniveau hält. Doch welche nehmen? Wir haben aus dem vielfältigen Angebot die interessantesten Softshells ausgesucht und auf einen anspruchsvollen Prüfparcours geschickt - in der Fotostrecke oben finden Sie darüber hinaus noch weitere von uns getestete Jacken, u.a. luftigere Softshells für den Multisporteinsatz bzw. für wärmere Tage.

"Das sollen alles Wintersoftshells sein"?

... frägt einer der Tester, als er aus dem großen Duffelbag voller Testjacken eine nach der anderen herausnimmt und anprobiert. Auch Softshells unterliegen einem ständigen Wandel. Inspiriert von neuen Materialien und Wetterunbilden, entstehen neue Kreationen, die sich von der Wintersoftshell, wie wir sie kennen, zumindest erkennbar abheben. Doch wie sieht sie eigentlich aus, die klassische Wintersoftshell? "Sie hat ein elastisches, (nahezu) winddichtes Material, das außen glatt und robust, innen mit einem weichen Fleece gefüttert ist", erklärt Redakteur Frank Wacker. In diesem Test 2015 nehmen die Klassiker (noch) viel Raum ein: Jack Wolfskin, Mammut, Montane, Mountain Equipment, Outdoor Research, Patagonia und The North Face setzen auf diese bewährte Konstruktion.

Anders sieht das bei Marmot, Millet und Vaude aus. Ihre Testjacken zählen eher zu den Hybriden, also Jacken, die neben üblichem Softshellstoff auch solchen von Funktionsjacken und vor allem Wärmejacken verarbeiten. Der Grund: Polartec Alpha, ein neues Isolationsmaterial.

"Bisher galten Isolationsstoffe als zu warm und zu schwitzig für Softshells", erklärt Test-Experte Frank Wacker. Polartec Alpha lässt hingegen sehr viel Dampf entweichen und trocknet zudem blitzschnell. »Außerdem wiegt Alpha wenig, trägt nicht auf und lässt sich gut mit Softshellmaterialien kombinieren «, sagt der Ausrüstungsprofi.

Das muss eine gute Softshelljacke können

So facettenreich wie die Prüflinge, so vielseitig fällt auch das Testprogramm aus: Wandern im nassen Mittelgebirge, Trailrunning in kalter Hochnebelsuppe sowie Skitour- und Schneeschuhtouren bei frostig-klarem Sonnenschein zählen zu den Pflichtübungen der Tester und Testerinnen. Beim Gehen, Laufen und Rutschen achten sie vor allem auf eines: den Tragekomfort. Ein weiches Material, uneingeschränkte Bewegungsfreiheit und ein bequemer Sitz von Kragen und Kapuze gehören in dieser wichtigen Disziplin zu den Kardinaltugenden - die viele Softshelljacken im Test beherrschen, ob nun Klassiker oder Newcomer. "Das Material spielt nicht die Hauptrolle, sondern die Konstruktion", sagt Frank Wacker.

Ganz oben auf dem Komforttreppchen stehen daher sowohl zwei Klassiker (Montane, The North Face) als auch zwei Newcomer (Millet, Vaude). "Unglaublich, wie leicht sich die Millet Touring Alpha trägt", sagt auch Testerin Katleen Richter. "Außerdem wärmt sie nur partiell und klimatisiert so gut, dass ich sie sogar zum Trailrunning anziehe." Einen solch hohen Klimakomfort erreicht im Test sonst nur die Outdoor Research Lodestar Jacket. "Das liegt nicht nur an den großen Belüftungsöffnungen unter den Achseln, sondern auch am Hochflorfutter", erklärt Frank Wacker. "Es dient als Puffer, nimmt also kurzzeitig überschüssige Feuchtigkeit auf und gibt sie dann nach und nach durch das luftige Material nach außen ab."

Luftiges Material? Geht das im Winter?

Klar, wenn es gut imprägniert ist. Hier zeigt der Kandidat von Outdoor Research einmal mehr Bestleistungen, hält er doch Nieselregen sehr lange stand: In der standardisierten outdoor-Sprühberegnung kriecht die Nässe erst nach 20 Minuten durch Logo und Schulternaht hinein – ein für Softshelljacken ausgezeichneter Wert! Dass es noch besser geht, zeigt die Marmot Misto Jacket. Ihre Hybridkonstruktion aus wasserdichtem Funktionsjackenstoff (Polartec Neoshell) an Schultern und Kapuze, Polartec Alpha auf der Front und warmem Polartec Powershield macht eine Funktionsjacke meistens überflüssig – außer bei kräftigem Regen. Und die Hybriden von Millet und Vaude? Haben bei Nässe schlechte Karten.

Der Grund dafür ist weniger das Material als vielmehr die Verarbeitung: "Meist sucht sich der Regen über gestickte Logos und schlecht abgedichtete Nähte seinen Weg ins Innere", erklärt Frank Wacker. Da beide körpernah geschnitten sind, kaum auftragen und eng anliegende, schirmlose Kapuzen haben, lassen sie sich gut unter eine Regenjacke ziehen. "So ist man für alle Fälle gewappnet", sagt outdoor-Volontär Franz Güntner, der auf seinen Touren in den Berchtesgadener Bergen nur im Hochsommer auf eine Funktionsjacke im Rucksack verzichtet.

Weitere Ergebnisse des Tests auf Seite 2

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Die getesteten Wintersoftshells im Test:

25.08.2015
Autor: Boris Gnielka
© outdoor
Ausgabe 02/2015