10 Wintersoftshells im Test 2016 - ideal für Winterwanderungen, Ski- und Schneeschuhtouren

Softshelljacken für Wintertouren im Test


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Wintersoftshell Test Details
Foto: Benjamin Hahn Fotografie

 

Haglöfs Gecko Hood
Foto: Haglöfs

 

Jack Wolfskin Sonic Barrier Jacket Men
Foto: Jack Wolfskin

 

Jack Wolfskin Sonic Barrier Jacket Women
Foto: Jack Wolfskin

 

Marmot Frontpoint Jacket Men
Foto: Marmot
Softshelljacken gelten als komfortable Alleskönner – doch überzeugen sie auch bei Kälte? outdoor hat 10 Jacken für Winterwanderungen und sportliche Aktivitäten bei Wind und Wetter getestet.
Zu den getesteten Produkten

"Das sollen Wintersoftshells sein?" Irritiert wühlt sich outdoor-Testerin Katleen Richter durch die Kisten mit den neuesten Weichjacken für die Wintersaison. Schwach gefütterte Jacken sind ebenso darunter wie solche mit dickem Flauschfell auf der Innenseite, winddichte genauso wie leicht winddurchlässige. Sie alle sind – wie jede Softshelljacke – eine Mischung aus elastisch-weichem Fleecepulli und wetterfester Funktionsjacke. Ihre Mission lautet, weich zur Haut und hart zum Wetter zu sein. Doch welches Wetter?

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Paradigmenwechsel bei Wintersoftshells

Beständig kalte, schneereiche Winter sind längst die Ausnahme, ein häufiger Wechsel zwischen nass-warmer und trocken-kalter Witterung die Regel, selbst zweistellige Temperaturen sind heute keine Seltenheit mehr.

Kein Wunder also, dass bei Wintersoftshells gerade ein Paradigmenwechsel stattfindet: weg von der innen kuschelig bepelzten, mollig warmen Jacke und hin zu mäßig bis kaum gefütterten Softshell, die auch als Sommer- oder Allroundsoftshelljacke durchgehen würden – wären da nicht einige wintertypische Ausstattungsdetails wie Handrückenwärmer, ein Bollwerk von Kapuze oder der meist besonders lange Schnitt.

Den Wandel bemerken auch die Tester, als sie in den Kartons mit den Testjacken nach passenden Größen stöbern: Von den insgesamt zehn verschiedenen Outdoorjacken besitzen nur zwei ein kuschelig-warmes Flauschfutter: Schöffel Whyler und Ternua Elbrus. Dank elastisch-weichem Material und guter Bewegungsfreiheit tragen sie sich sehr bequem und sind damit die idealen Begleiter auf klassischen Winterwanderungen und genussbetonten Freizeitaktivitäten: Vor Frost und Schneetreiben ist man in ihnen sicher, wie ein zweitägiger Praxistest zeigt. Außerdem punkten beide mit hochgesetzten Taschen, die sich auch bei umgeschnalltem Rucksackhüftgurt bestens nutzen lassen und genug Platz bieten für Handy, Topokarte, Sonnenbrille & Co.

Das krasse Gegenteil des deutsch-französischen Kuschelduos kommt von Vaude und nennt sich Larice Jacket. Ein wärmendes Futter sucht man bei ihm ebenso vergeblich wie ein windabweisendes Material. Damit ist es ein Extrembeispiel für die große Gruppe der Performance-orientierten Wintersoftshells – die das Testfeld dominieren. Sie richten sich vor allem an sportliche Outdoorer, die eine Jacke für zügige Wanderungen sowie Ski- und Schneeschuhtouren suchen. Hier überzeugt das Larice Jacket wie keine zweite: Die Tester bescheinigen ihm einen exzellenten Klimakomfort, maximale Bewegungsfreiheit und einen eher körperbetonten Sitz, der auch beim Trailrunning für viel Komfort sorgt. Vor Wind, Nässe oder Kälte schützt die Vaude hingegen nur moderat. »In Pausen, auf Abfahrten oder bei besonders garstigem Wetter sollte man sie immer mit einer Wärme- oder Funktionsjacke kombinieren«, sagt outdoor-Testredakteur Frank Wacker.

Ähnliches gilt für den Rest der Performance-Softshells: Auch die Kandidaten von Marmot, Millet, Patagonia und The North Face sind bei klirrender Kälte auf eine separate Wärmeschicht angewiesen. Vor Wind und Nässe schützen sie hingegen deutlich besser als die Vaude, wie der Test unter der outdoor-Sprühregendusche zeigt: Eine halbe Stunde lang bleibt man in allen vier Jacken locker trocken, bei Schneetreiben sogar deutlich länger. Dazu tragen auch der bis über die Hüfte reichende Jackenschnitt und die mit ausladendem, steifem Schirm ausgestatteten Kapuzen des eher dünnhäutigen Quartetts bei.

Doch bestehen solche Jacken auch in rauem Wintereinsatz?

Schließlich werden sie hier mit scheuernden Rucksackträgern, Skikanten, Schneeschuhzacken sowie rauen Felsoberflächen traktiert. outdoor-Testredakteur Frank Wacker gibt grünes Licht:

"Fast alle getesteten Softshelljacken haben sowohl den Praxis- als auch den Labortest ohne Blessuren überstanden." Nur beim The North Face Valkyrie Jacket hängen nach dem Labortest lange Fäden aus dem Oberstoff. Bei allen anderen Softshells bleibt nur eine leicht angeraute Materialoberfläche zurück, beim Ternua Elbrus ist sogar nichts zu sehen. "Bei einem Preis von bis zu 350 Euro darf man das auch erwarten", kommentiert outdoor Chefredakteur Olaf Beck das Ergebnis unseres Wintersoftshelltests 2015/2016. Detailergebnisse hier:

Jacke / Link zum Testbericht Preis Testurteil
Haglöfs Gecko Hood (Testsieger) 200 Euro Sehr gut
Ternua Elbrus (Kauftipp) 300 Euro Sehr gut
Marmot Frontpoint Jacket 300 Euro Sehr gut
Millet Trilogy WDS Storm (Herren) 340 Euro Sehr gut
Millet Trilogy WDS Storm (Damen) 315 Euro Sehr gut
Schöffel Whyler 250 Euro Sehr gut
Vaude Larice 170 Euro Sehr gut
Patagonia Kniferidge Jacket 350 Euro Sehr gut
Outdoor Research Iceline Jacket 250 Euro Gut
Jack Wolfskin Sonic Barrier 160 Euro Befriedigend
The North Face Valkyrie (2016) 240 Euro Befriedigend

Die getesteten Wintersoftshells 2016:

10.02.2016
Autor: Boris Gnielka
© outdoor
Ausgabe 01/2016