Softshelljacken für Sommertouren im Test 2014

Test Wanderjacken: Softshells bis 200 Euro


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Softshelljacken Test Pfalz
Foto: Boris Gnielka

 

Sommerjacken im Test 2014
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Sommerjacken im Test 2014
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Sommerjacken im Test 2014
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Sommerjacken im Test 2014
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Softshells können im Sommer eine bequeme Alternative zur Funktionsjacke sein - wenn sie halten, was sie versprechen. 20 Softshelljacken im Test.
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Bäume, so weit das Auge reicht: Buchen, Fichten, Kiefern und Kastanien im bunten Durcheinander, dazwischen Burgruinen, bizarre Felstürme und ein riesiges Netz von kleinen Pfaden. Sie schlängeln sich im steten Auf und Ab entlang, über und durch die bis zu 60 Meter hohen Felsen, führen über Lichtungen und auf stille Weiden: Der Pfälzer Wald gehört zu den bezauberndsten Wanderregionen Deutschlands - und ist eines der beliebtesten Testreviere der outdoor-Testcrew.

Auch diesmal: Sommersoft­shells stehen auf dem Programm - und das hat es in sich: Am ersten der beiden Testtage liegen 18 Kilometer und 500 Höhenmeter an, am zweiten dann noch einmal so viel. Genug Zeit also, um alle Jacken bis auf die letzte Naht zu testen. Doch worauf eigentlich?

"Vor allem auf den Tragekomfort", erklärt Test-Redakteur Frank Wacker, "denn Softshells müssen sich in erster Linie richtig bequem tragen." Ein weiterer Prüfpunkt ist der Wetterschutz. Softshelljacken sollen vor Wind und kühler Luft schützen. Wasserdicht müssen sie nicht sein, aber Nieselregen zumindest eine Weile abhalten.

Daneben checkt outdoor die Praxistauglichkeit: Die Zipper der Softshelljacken sollten sich einhändig bedienen lassen, Taschen auch mit umgeschnalltem Rucksackhüftgurt erreichbar und der Stoff so abriebfest sein, dass er nicht beim ersten Fels- oder Dornenkontakt ausfasert oder Knötchen bildet.

 

Softshelljacken Test Pfalz
Foto: Boris Gnielka

Softshells in verschiedensten Ausführungen im Test 2014

"Wow, einen solch bunten Haufen hatten wir lange nicht mehr dabei", staunt Felix Wiedmann, als er die Kisten mit den Softshelljacken öffnet. 20 Jacken für den Einsatz bei eher milder Witterung warten darin auf ihren Einsatz. Die Preisspanne der Jacken liegt zwischen 100 und 200 Euro - einzige Ausnahme: die Men's Super Iodin von The North Face für 280 Euro, die aber auch für durchaus ambitioniertere Outdoor-Einsätze gewappnet ist, wie der Test 2014 zeigte.

Die meisten der Softshelljacken bestehen ganz oder überwiegend aus dünnem, gewebtem und somit auch luftdurchlässigem Stoff, nur drei Modelle sind komplett mit einer wind- und wasserdichten Membran versehen: die Kandidaten von Haglöfs, Schöffel und Vaude. "Sie sind absolut winddicht", erklärt Test-Redakteur Frank Wacker, "und sollten durch die Membran Nässe und Wind besser abhalten als die gewebten Jacken."

Das wissen einige der Tester längst und haben sich, vom Nieselregen inspiriert, flugs die drei Membranjacken gesichert, andere versuchen ihr Glück mit den gewebten Modellen. Was übrig ist, landet in den Rucksäcken, die bereits mit Biwakgepäck prall gefüllt sind – und den ersten Anstieg zum Löffelberg zur veritablen Aufwärmübung umfunktionieren.

Keuchend schlängelt sich die bunt bejackte Gruppe über Serpentinen empor, eine Weile lang hört man nur Windrauschen und Regentropfen aufs Laub fallen, dann – plötzlich – das Ratschen von Reißverschlüssen: Als einzige im Test sind die Jacken von Schöffel und Vaude mit frischluftspendenden Achselzippern ausgestattet. "Die sind auch bitter nötig", klagt Online-Redakteur Ralf Bücheler, "denn der winddichte Stoff führt rasch zu Hitzestau" – wie in der Haglögs L.I.M. Flex Hood, die trotz winddichtem Stoff keine Belüftungsöffnungen bietet.

Schwach imprägnierte Nähte weichen durch

Während die drei membranjackenbekleideten Tester schwitzend an Achsel- oder Frontzippern nesteln, trabt der Rest zwar schnaufend, aber schweißperlenfrei weiter. Oben angekommen, geht’s über den zugigen, nieselregengepeinigten Bergrücken in den Wald hinein und vorbei an vielen regenschützenden Felsdächern, die als Trockendock zum Durchwechseln der Softshells und Notieren der Testergebnisse wie gerufen kommen.

"Viele Modelle halten Wind und Nieselregen gut ab", sagt Hansi Rath, während er seine Tütensuppe unter dem Felsdach des Luger Geiersteins umrührt – dem Nachtlager der Gruppe. "Am längsten bleibt man mit der Marmot, Rab und North Face trocken, was auch an den guten Kapuzen des Trios liegt", zitiert er seine Notizen, die sich mit denen seiner Mitstreiter – und mit der Sprühberegnung im outdoor-Labor – decken.

Die Jacken mit vollflächiger Membran hielten Nässe weniger gut ab als gedacht. "Das liegt an den schwach imprägnierten Nähten", erklärt Test-Profi Wacker. Und der Klimakomfort? "Ist bei der Jack Wolfskin am besten", kommt es unisono von den Testern, die gerade ihre nassen Softshells zum Trocknen ins Felsdach hängen. Nach ruhiger Nacht erwartet die Testcrew ein sonniger Tag, der mit akrobatischen Boulderzügen zum Check der Bewegungsfreiheit beginnt und nach vielen Wanderkilometern mit einer finalen Testbesprechung endet.

Testergebnisse und -Fazit auf Seite 2

Fotostrecke: Praxistest im Pfälzerwald: Softshelljacken

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Softshelljacken Test Pfalz Foto: Boris Gnielka
Softshelljacken Test Pfalz Foto: Boris Gnielka
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Die Softshelljacken in diesem Test:

23.07.2014
Autor: Boris Gnielka
© outdoor
Ausgabe 6/14