Regenjacken

Funktionsjacken für Berg- und Trekkingtouren


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Regenjacken im outdoor-Test 2014
Foto: Boris Gnielka

 

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Für Touren bei schlechter Witterung
 gibt es keine Alternative zur Dreilagenjacke. Wie sich diese robusten Outdoorjacken im Labor- und Praxistest schlugen, erfahren Sie hier.
Zu den getesteten Produkten

Im Artikel:

  • Testfeld des Dreilagenjackentests zwischen 250 und 530 Euro und ein Gewicht von im Schnitt nur etwas über 400 Gramm
  • Ultraleichtjacke im Test wiegt nur 200 Gramm, lässt sich winzig klein verpacken und ist mit 250 Euro recht günstig: Rab Flashpoint.
  • Der Test bestätigt, Dreilagenjacken sind der ultimative Schlechtwetterschutz für Nordlandtreks oder anspruchsvolle Bergtouren bei schlechter Witterung.
  • Fotostrecke (oben) enthält noch weitere von outdoor getestete Funktionsjacken des Jahrgangs 2015 - darunter auch noch weit günstigere, empfehlenswerte 2,5-Lagen-Jacken.

Ausgedehnte Treks im hohen Norden sowie anspruchsvolle Bergtouren in den Alpen oder Einsätze im Winter stellen hohe Anforderungen an das Equipment. Ausrüstungsredakteur Boris Gnielka kann ein Lied davon singen: Gerade von einer Zelttour aus Norwegen zurückgekehrt, stapfte er dort tagelang durch kräftigen Regen.

»Gut, dass meine Funktionsjacke dicht hielt«, sagt er. Wie viele andere Outdoorer auch, entschied er sich im Vorfeld für eine sogenannte 3-Lagen-Jacke. »Nur sie verbinden Wetterschutz und Komfort mit geringem Gewicht und hoher Strapa- zierfähigkeit«, erklärt Gnielka. Das liegt an ihrem Material, auch Dreilagenlaminat genannt. Es besteht aus dem Oberstoff, einer hauchdünnen, atmungsaktiven Folie (Membran) und einem feinen Futter. Alle drei Schichten werden miteinander verklebt (laminiert) und verstärken sich dadurch gegenseitig. So lassen sich schon mit leichten Geweben robuste Materialien herstellen. Außerdem ist die empfindliche Membran zwischen den beiden Stofflagen optimal geschützt.

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Foto: Hersteller Marmot setzt beim Cerro Torre Jacket auf das neue Gore-Tex C-Knit-Material. Im Bild die Damenvariante der Jacke.

Das Testfeld:

Für den Test im Herbst 2015 ging es 15 Dreilagenjacken für Damen und Herren an den Kragen. Sie kosten 250 bis 530 Euro und wiegen im Schnitt nur etwas über 400 Gramm. (siehe Fotostrecke oben).

Neben Funktionsjacken aus bewährten Laminaten wie Gore-Tex Pro gibt es im Testfeld 2015 auch einige spannende Neuentwicklungen. So setzt Marmot beim Cerro Torre Jacket auf Gore-Tex C-Knit, das sich weicher anfühlt als die Pro-Varianten und weniger raschelt. Bei der Fjällräven Keb Eco-Shell kommt ein rein aus Polyester bestehendes, sehr geschmeidiges Stretchlaminat zum Einsatz. Es lässt sich einfacher recyceln als die üblicherweise verwendeten Materialmischungen und ist umweltfreundlich imprägniert. »In der Vergangenheit waren Polyestergewebe nicht sonderlich abriebfest, der Fjällrävenstoff zeigt bei der Scheuerprüfung aber keine Schwäche«, verrät Boris Gnielka.

Das Pumori Jacket von Mountain Equipment wiederum lockt mit einem verhältnismäßig niedrigen Preis (280 Euro) – für die anderen, vergleichbaren Jacken muss man mindestens 170 Euro mehr auf die Ladentheke blättern.

Eine Sonderstellung nehmen im Feld die Ultraleichtjacken ein. Sie bringen gerade einmal um die 200 Gramm auf die Waage, lassen sich winzig klein verpacken und sind mit 250 Euro recht günstig. Das gelingt den Herstellern durch eine minimalistische Ausstattung und sehr dünne Stoffe. Letzteres schränkt den Einsatzbereich aber ein: Vor allem das Material der Rab Flashpoint ist dünn wie Pergamentpapier und nicht annähernd so abrieb- und reißfest wie die dickeren Laminate im Test.

»Diese Regenjacke empfiehlt sich nur als Schutz zum Immer-Dabeihaben bei vorwiegend schönem Wetter. Dann steckt sie die meiste Zeit im Rucksack«, rät Gnielka. Gespannt war die Testcrew auf die Ergebnisse der Beregnungsprüfung, die einen mehrstündigen, sturmgetriebenen Wolkenbruch simuliert. »Selbst in solchen Topjacken ging ich auf Tour schon baden, weil Wasser über unzureichend abgedeckte Reißverschlüsse, falsch konstruierte Kapuzen oder unsauber abgeklebte Nähte ins Innere lief«, sagt Boris Gnielka.

Doch bis auf eine Ausnahme geht dieses Mal alles gut – nur bei der Herrenversion der Black Diamond Sharp End Shell dringt über eine nicht versiegelte Naht unterhalb der Brust Nässe ein. Bestnoten bekommen die Outdoorjacken von Arcteryx und Rab: Hundertprozentig dicht, schützen ihre großen, steifen Kapuzenschilde in Kombination mit dem bis zur Nase reichenden Kragen zudem perfekt vor eisigem Wind. Die anderen 3L-Jacken schneiden fast genauso gut ab, allenfalls Kleinigkeiten fallen dem kritischen Testerblick auf: Entweder es gibt minimale Saugeffekte, also Stellen, an denen ein wenig Feuchtigkeit nach innen wandert, oder die Kragen und Kapuzenschilde könnten noch effektiver Sturmböen abhalten. »Aber das ist Jammern auf hohem Niveau«, relativiert Testchef Gnielka.

Der Klimakomfort auf dem Prüfstand:

Und wie sieht es mit der Atmungsaktivität der Jacken aus? Erfreulich: Erstklassige Ergebnisse liefert etwa das Gore-Tex-Pro-Laminat von Arcteryx – da kann das Gore-Tex C-Knit der Marmot Cerro Torre nicht ganz mithalten. Doch auch die Werte dieser Funktionsjacke liegen – wie die der meisten Kandidaten – auf einem sehr hohen Niveau. Weniger gut schlägt sich dagegen das Mountain-Equipment-Material. Ein weiterer, wichtiger Punkt, der das Klima beeinflusst, sind die Nahtbänder: »Je mehr Stoff sie verdecken, desto weniger atmungs- aktiv ist eine Jacke«, sagt Gnielka.

Einmal mehr zeigt Arcteryx hier, was geht: Dank der aufwendigen Verarbeitung sehr schmaler Dichtbänder (Tapes) sinkt die Fläche um rund 30 Prozent. Die Ultraleichtjacken kommen durch ihre minimalistische Machart mit wenigen Nähten aus, aber auch die anderen Jacken im Test geben sich keine Blöße. Einzig die Fjällräven Keb Eco Shell besitzt eine eher große Tape-Fläche. Auf Tour bestätigten sich die Laborwerte: »Die Mountain Equipment Pumori fühlt sich nicht ganz so luftig an wie der Rest«, bemerkt ein Tester während des schweißtreibenden Anstiegs zum Zellerhorn auf der Schwäbischen Alb. Weil bei starker Anstrengung selbst die besten Materialien an ihre Grenzen kommen, sind Ventilationsöffnungen, über die kühle Luft ins Innere strömt,wichtig. Am effektivsten funktionieren lange Reißverschlüsse in den Achseln, die sogenannten Pitzips, da ist sich die Testcrew einig.

Bei den ultraleichten Outdoorjacken muss man jedoch darauf verzichten. Alles in allem bietet die Arcteryx Alpha AR das beste Klima. Mit etwas Abstand folgt der Rest des Funktionsjacken-Testfeldes, die Mountain Equipment Pumori bildet das Schlusslicht. Ihr Klimakomfort wird aber noch mit »gut« bewertet. Zufrieden zeigt sich die Testcrew auch mit dem Tragekomfort: »Dank aufwendiger Schnitte trägt sich jede Jacke angenehm und macht Bewegungen mit, die Kapuzen lassen sich exakt anpassen und folgen Kopfdrehungen«, fasst Boris Gnielka die Praxiserfahrungen zusammen. Zwei Kandidaten stechen aber heraus: das geschmeidige, raschelarme Fjällräven Keb Jacket und die federleichte, kaum spürbare Rab Flashpoint Regenjacke. Auch das Handling der Testkandidaten bietet kaum Anlass für Kritik, alle Zipper und Züge der getesteten Outdoorjacken sind problemlos zu bedienen. Beim Marmot Cerro Torre Jacket lösen sich allerdings schnell die knapp bemessenen Klettverschlüsse der Ärmelbündchenverstellung.

Testfazit und Ergebnisse:

Der Test bestätigt, Dreilagenjacken sind der ultimative Schlechtwetterschutz für Nordlandtreks oder anspruchsvolle Gebirgstouren bei schlechter Witterung. Das hat allerdings seinen Preis: Die zwei empfehlenswertesten Outdoorjacken im Feld kommen von Arcteryx und Fjällräven und kosten um die 500 Euro. Nach dieser Investition kann man das Thema Funktionsjackenkauf aber auch für viele Jahre abhaken.

Beide Topjacken zeigen keine Schwächen, besitzen aber etwas andere Stärken: Die eher kürzere Arcteryx Alpha AR punktet mit dem besten Wetterschutz und Klima im Test 2015, das etwas längere Fjällräven Keb Eco- Shell Jacket trägt sich dafür traumhaft geschmeidig.

Auch die ultraleichte, günstige Rab Flashpoint Regenjacke verdient eine Empfehlung – auch wenn sie nicht der klassischen Vorstellung des robusten Arbeitstiers entspricht. Sie ist der ideale Notregenschutz für Sommertouren. Hier unser 3-Lagenjacken-Vergleich im Überblick:

Jacke / Link zum Testbericht Preis Testurteil
Arcteryx Alpha AR Jacket (Testsieger) 530 Euro Überragend
Fjällräven Keb Eco-Shell Jacket (Kauftipp) 480 Euro Sehr gut
Adidas Terrex Agravic 3-L 250 Euro Sehr gut
Bergans Vengetind Jacket 360 Euro Sehr gut
Black Diamond Sharp End Shell 500 Euro Sehr gut
Rab Flashpoint Jacket 250 Euro Sehr gut
Marmot Cerro Torre 450 Euro Gut
Mountain Equipment Pumori Jacket 280 Euro Gut

Video: Testsieger Arcteryx Alpha AR im Detail





Die getesteten Jacken 2015:

15.10.2015
Autor: Frank Wacker
© outdoor
Ausgabe 11/2015