Funktionsjacken im Test 2013

Elf verschiedene Regenjacken im Test


Zur Fotostrecke (11 Bilder)

Regenkleidung Funktionsjacke
Foto: www.larsschneider.com

 

Funktionsjacken im outdoor-Test: Bergans Dynamic Neo Jacket
Foto: Hersteller

 

Funktionsjacken im outdoor-Test: Jack Wolfskin Steep Ascent
Foto: Hersteller

 

Funktionsjacken im outdoor-Test: Maier Sports Shetland
Foto: Hersteller

 

Funktionsjacken im outdoor-Test: Mammut Nordwand/Mittellegi
Foto: Hersteller
Sie sollen Regen abhalten, Feuchtigkeit entweichen lassen und komfortabel sein. Wie gut meistern elf aktuelle Funktionsjacken diese Aufgabe?

Lesen Sie in diesem Artikel:


Wasserdichte, atmungsaktive Funktionsjacken hängen in den unterschiedlichsten Ausführungen und Preisklassen in den Läden. Die Auswahl reicht vom ultraleichten Notregenschutz für Sommertouren bis hin zum Bollwerk aus dickem, festem Material, das für harscheste Expeditionen gedacht ist und rund fünfmal so viel kostet wie ein Einstiegsmodell. Diese Vielfalt spiegelt auch das outdoor-Testfeld wider: Es umfasst elf Funktionsjacken von 170 bis 650 Euro.

Nicht nur preislich, auch in der Konstruktion unterscheiden sich die Kandidaten. Bei vier von ihnen handelt es sich um Zweilagenjacken mit einem Futter. Es verhindert, dass das Material auf der Haut klebt. "Nachteil ist das zusätzliche Gewicht", erklärt Ausrüstungsredakteur Boris Gnielka.

Deutlich leichter und kleiner verpackbar sind sogenannte 2,5-Lagenjacken. Bei ihnen verzichten die Hersteller auf das Futter und tragen stattdessen einen hauchdünnen Film (die "0,5"-Lage) auf der Materialinnenseite auf. So bringen es die beiden 2,5-Lagenjacken des Tests im Schnitt nur auf 345 Gramm Gewicht - über 40 Prozent weniger als der Rest des Feldes.

Die übrigen fünf Testjacken sind Dreilagenjacken. Bei ihnen wird das Futter als verstärkende und schützende Schicht aufgeklebt - die robusteste Konstruktionsweise. Ihr Nachteil liegt im hohen Preis. Die Dreilagenmodelle kosten im Schnitt rund 430 Euro - fast 200 Euro mehr als die Zwei- und 2,5-Lagenjacken. Doch welcher Jackentyp trägt sich am angenehmsten? In diesem Punkt teilt sich die outdoor-Testcrew in zwei Lager.

Das eine bevorzugt die futterlosen Modelle, weil man nur eine Schicht über den Bekleidungslagen darunter trägt. Das andere mag das Tragegefühl der Zweilagenjacken wegen ihres anschmiegsamen Futters. Einig sind sich aber alle, dass sich sehr geschmeidige, wenig raschelige Modelle wie beispielsweise die von Schöffel, The North Face oder Mammut am komfortabelsten tragen.

Die neuen Funktionsjacken im Praxistest

Auf einem Abstecher zu Kletterfelsen überprüft die Crew, ob die Jacken Bewegungsfreiheit lassen – wichtig für Bergtouren. »Top sind die Kandidaten von Rab, Mammut und The North Face«, sagt Kletterer Boris Gnielka. Alles in allem bekommen aber alle Modelle gute bis sehr gute Noten in puncto Trageeigenschaften. Der gute Eindruck bestätigt sich auch beim Klimakomfort. So liegt die im outdoor- Labor ermittelte Atmungsaktivität der Materialien auf einem sehr guten Niveau, zwei schneiden sogar überragend ab. Bei den beiden 2,5-Lagenjacken wird die Innenseite aber feuchter als bei der Konkurrenz, weil das Material kaum Feuchtigkeit aufnimmt – eine Beobachtung, die sich im Praxistest bestätigt: »Ganz schön nass«, urteilt Heißsporn Ralf Wildermuth, als er die Innen seite seines Leichtmodells nach einem saftigen Aufstieg kontrolliert. Dafür trocknen die 2,5-Lagenjacken am schnellsten.

Abkühlung gewünscht

Während die Tester schnaufend in Richtung Hochebene stürmen, wird ihnen selbst in den Jacken aus den atmungsaktivsten Materialien etwas zu heiß. Um für Kühlung zu sorgen, öffnen sie Achselreißverschlüsse und Ärmelbündchen – Features, die fast alle Testmodelle besitzen. Doch wenn man die Punkte zusammenzählt, haben beim Klima zwei Modelle die Nase vorn: die Rab Latok, die schon durch ihre perfekte Kletterperformance glänzte, und das Dynamic Neo Jacket von Bergans. Das Jack Wolfskin Ascent Jacket und die mehrfach gelobten Modelle von The North Face und Mammut müssen sich aber nur knapp geschlagen geben.

Alles trocken? Die Nässeprüfung

Die Jacken von Rab, Jack Wolfskin, Mammut und The North Face sind auch die Gewinner des Beregnungstests. Der simulierte mehrstündige, stürmische Wolkenbruch entlarvt jede undichte Stelle. »Die Materialien halten in der Regel dicht, aber über Taschen, Zipper oder die Kapuze kann durch Saugeffekte Nässe eindringen«, sagt Boris Gnielka. Auch beim Praxistest sammeln die vier fleißig Punkte: »Sehr angenehm, dass die Kapuzenschilde und Kragen eisigen Wind abhalten«, stellt outdoor-Testerin Sina Choma während eines stürmischen Wintertages fest. Erfreulich: Fast alle anderen Jacken bestehen den Wetterschutz-Check ebenfalls.

Testfazit und Ergebnisse des Tests auf Seite 2


Inhaltsverzeichnis

03.05.2013
Autor: Frank Wacker
© outdoor
Ausgabe 4/2013