18 Softshelljacken im Test 2013

Im Test: Softshelljacken für Wind und Wetter


Zur Fotostrecke (19 Bilder)

Softshelljacken im outdoor-Test 2013
Foto: Ben Wiesenfarth

 

Softshelljacken im outdoor-Test 2013
Foto: Hersteller

 

Softshelljacken im outdoor-Test 2013
Foto: Hersteller

 

Softshelljacken im outdoor-Test 2013
Foto: Hersteller

 

Softshelljacken im outdoor-Test 2013
Foto: Hersteller
Weich, komfortabel und wetterfest: So soll eine Softshelljacke sein. Was die neuesten Modelle wirklich können, klärt der große outdoor-Test 2013.
Zu den getesteten Produkten

Lesen Sie in diesem Artikel:


Mystische Wälder aus knorrigen Kiefern und stattlichen Buchen, rostrote Sandsteintürme, Burgruinen und verschlungene Pfade: Die Südpfalz ist wie gemacht für Wanderer - und hier testet die outdoor-Crew 18 neue Kapuzensoftshells. Ihre Aufgabe besteht darin, Outdoorer vor feinem Sprühregen, kurzen Schauern, Wind, aber auch Hitzewallungen zu bewahren, ihnen also eine möglichst breite Komfortzone zu bieten. Und die hat ihren Preis: Zwischen 130 und 280 Euro kosten die zehn Männer- und acht Frauenmodelle.

Ein weites Feld

Die großen Preisunterschiede liegen vor allem im Material begründet: Die günstigen Softshelljacken besitzen bis auf eine Ausnahme keine winddichte Membran. Die Softshelljacken bestehen nur aus einem dicht gewebten, leicht windabweisenden und damit eher luftigen Material. Dass ein solches auch Vorteile haben kann, zeigt sich gleich zu Beginn des zweitägigen Tests: bei der Prüfung des Klimakomforts. Mit Rucksäcken voller Wechseljacken schnaufen die zwei Frauen und vier Männer den Steilhang zum Wolfs­horn empor. Die Membranjacken kommen hier rasch an ihre Grenzen. Vor allem die Vaude Tyresta Jacket enttäuscht: "Selbst mit geöffneten Ventilationsöffnungen wird‘s flott zu warm", bilanziert outdoor-Redakteurin Katharina Hübner die Eindrücke der Crew.

In den membranlosen Softshelljacken von Arcteryx, Haglöfs, Marmot und Patagonia geht es hingegen kühler zu. Ihr hochelastisches Material hat einen weiteren Vorteil: Es macht selbst akrobatische Bewegungen klaglos mit, das haben die vielen Boulderblöcke auf dem Weg zum Wolfshorn gezeigt.

 

Softshelljacken im outdoor-Test 2013
Foto: Ben Wiesenfarth Hindernisparcours: Hier zeigt sich, welche Softshells spannen.

Jacken gegen Wind und Wetter

Auf einem Felsvorsprung bläst den Testern scharfer Wind entgegen. "Kapuzen auf, Kragen schließen und schön in den Wind stellen!" ruft Redakteur Wacker, dem es sichtlich Spaß macht, eine Softshelljacke nach der anderen auf Schlupflöcher zu prüfen. "Der Kragen der Patagonia lässt sich nicht schließen", stellt er fest. "Und bei der Mammut weht‘s von unten in die Jacke", ruft Tester Eduard in den Wind, "da fehlt ein Schnürzug am Saum." Wie es besser geht, zeigen die Softshelljacken von Arcteryx und Outdoor Research: Die Kragen der zwei Jacken reichen bis zur Nase, ihre Kapuzen liegen eng am Kopf an und bilden mit dichtem, steifem Schirm ein Bollwerk gegen Wind und leichten Regen.

Vor Nässe schützen beide Softshelljacken gut. Selbst bei der membranlosen Arcteryx hat Nieselregen dank der wirksamen Imprägnierung des Oberstoffs lange Zeit keine Chance - das zeigte die Prüfung unter der outdoor-Sprühberegnungsanlage bereits im Vorfeld. Zwar muss eine Softshelljacke nicht absolut wasserdicht sein - dafür ist sie nicht gemacht -, doch einen viertelstündigen Nieselregen sollte sie schon wegstecken können. Und das schafft im Testfeld nur rund die Hälfte der Softshelljacken. Bei den anderen findet Nässe über schlecht imprägnierte Nähte, Markenlogos oder Reißverschlüsse den Weg ins Innere – da hilft dann auch eine Membran nicht weiter.

Ausstattung im Check

"Und wo soll ich jetzt mein Smartphone lassen?" Tester Eduard sucht nach einer freien Tasche – vergeblich. Die Schubtaschen der Mammut Ultimate Hoody sind so tief positioniert, dass sie vom Rucksackhüftgurt verdeckt werden. "Hier fehlt eine Brusttasche", notiert er in sein Notizbuch. Anderen reicht selbst das noch nicht. Testredakteur Wacker etwa braucht mindestens zwei freie Taschen: "Dann habe ich Riegel, Brille und Karte immer griffbereit", sagt er.

Keine Frage: Die Anforderungen an die Austattung sind verschieden. Doch in einem sind sich alle Tester einig: Eine große Tasche, die man selbst mit umgelegtem Hüftgurt erreicht, muss sein. Auch zum Thema Handling gibt es keine Diskussionen: "Klemmende Reißverschlüsse nerven auf Tour ungemein", erklärt Testerin Sina Choma, "vor allem mit klammen Fingern!" Dass es auch anders geht, zeigen Arcteryx Gamma LT und Outdoor Research Enchainment Jacket: Ihre grobzahnigen Reißverschlüsse laufen annähernd widerstandslos.

 

Softshelljacken im outdoor-Test 2013
Foto: Ben Wiesenfarth Mittagsrast: perfekt zum Vespern und Notieren der gesammelten Eindrücke.

Softshelljackentest im Pfälzer Wald

Am Sonntagmittag sieht der Pfälzer Wald die sechs Tester zwischen ihren Zelten auf der Wiese sitzen - vor ihnen Dutzende Testbögen und daneben ein großer Haufen bunter Testjacken. Drei Wochen waren sie jetzt insgesamt im Einsatz, nur die letzten zwei Tage davon hier in der Pfalz. Keine lange Zeit, trotzdem zeigen manche Modelle erste Abnutzungserscheinungen. Allen voran die Mammut Ultimate Hoody, deren kuschelweiches Material an Scheuerstellen, etwa an den Innenseiten der Ärmel, leicht ausfasert. Um sicher zu gehen, reibt Redakteur Wacker mit einem Standard-Klettstreifen über jede Soft shell. Dieser Abriebtest bestätigt den Praxiseindruck: Die meisten Jacken zeigen kaum Verschleißerscheinungen, halten also eine Menge aus. Doch völlig spurlos geht der Test nur am extrem widerstandsfähigen Gewebe der Arcteryx Gamma LT vorbei.
Testfazit und Ergebnistabelle auf Seite 2


Inhaltsverzeichnis


11.09.2013
Autor: Boris Gnielka
© outdoor
Ausgabe 6/2013