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10 Funktionswäsche-Sets fürs ganze Jahr im Test
Funktionswäsche im Test: Die Bedeutung von Körpergefühl, Hautklima und Material
Gute Funktionswäsche arbeitet im Idealfall wie eine Klimaanlage: Sie wärmt bei Kälte und kühlt bei Wärme. Wir verraten, worauf es ankommt.
Ein gut geregeltes Körperklima allein ist allerdings noch nicht die Lizenz zum Wohlfühlen. Auch Passform und Materialgefühl müssen stimmen. Leger geschnittene Shirts wie die von Icebreaker tragen sich zwar im Alltag angenehm, doch auf anstrengenden Touren hört der Genuss auf: Dann kullern unter dem Stoff Schweißtropfen um die Wette, und die Shirts können ihre klimaregulierende Wirkung nicht entfalten. Das schafft körpernah geschnittene Wäsche wie die von Craft deutlich besser, und auch die knalleng sitzenden Hemden und Hosen von Odlo, X-Bionic und Co. regeln das Körperklima gut. Durch den komprimierenden Sitz sollen sie außerdem zu mehr Leistung verhelfen. Der Effekt blieb von den outdoor-Testern jedoch unbemerkt. Im Gegenteil, viele fühlten sich eingeengt und unwohl. Allenfalls zum Sport, so das Fazit der Tester, lässt sich Kompressionswäsche tragen. Keinesfalls aber auf Tour oder im Schlafsack.
Einhellige Begeisterung hingegen beim Hautgefühl. Hier haben die Hersteller ganze Arbeit geleistet. Selbst Polypropylen, noch vor 20 Jahren nur in kratzigen Varianten erhältlich, schmeichelt heute der Haut. Doch es gibt auch Kritik: Die Achselnähte am Mammuthemd scheuern, wenn es nicht perfekt passt, und die oft gelobte Merinowolle von Icebreaker und Smartwool kribbelt im feuchten Zustand einigen Testern störend auf der Haut.
Doch einen Trumpf lassen sich Smartwool und Icebreaker nicht nehmen: Ihre Wäsche müffelt nicht. Selbst dann nicht, wenn man sie drei Tage und Nächte ununterbrochen trägt. Einigen Kunstfasermodellen wie Craft oder Falke reicht eine Stunde Sport, um so zu riechen wie die Wollshirts nach einer Woche.
Unterm Strich zeigt der Test: Die perfekte Wäsche gibt es nicht. Dazu unterscheiden sich individuelle Vorlieben und Empfindungen einfach zu stark, vor allem, was Hautgefühl und Passformwünsche anbelangt. Eines aber steht fest: Der Preis von Funktionswäsche sagt wenig über ihre Güte aus. Das zeigt etwa Hersteller Schiesser, dessen Wäsche sich angenehm trägt und gut klimatisiert. Sie trocknet rasch und fängt spät an zu müffeln, was sie voll tourentauglich macht. Ihr Preis: 45 Euro. Ebenfalls top: das Craft-Dress. Aufgrund seiner noch besseren Klimatisierungsfunktion empfiehlt es sich auch für sehr sportlich ambitionierte Outdoorer.
Verfrorene und solche, die ein Shirt fürs Kühle suchen, greifen zum Woolpower. Gut eignet sich das warme Hemd für hochalpine Touren und lange Treks in kühlen Regionen, da es im Nu trocknet und erst nach Tagen müffelt. Und die Wollwäsche von Icebreaker und Smartwool? Sie empfiehlt sich
wegen langer Trockenzeit und geringer Kühlwirkung für weniger schweißtreibende Einsätze. Und in einem ist sie sogar perfekt: als Chill-Outdress für Zelt und Hütte. Damit schlagen Sie die Feinrippfraktion um Längen!


