Wissenswertes über Versicherungen

Versicherungen: Richtig versichert auf Tour

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Wetter- und Tourenverhältnisse gecheckt, Ausrüstung im Griff, alles richtig gemacht, und doch geht unterwegs mal was schief. Damit aus einer Blessur kein finanzielles Malheur wird, geben wir hier Versicherungstipps für draußen.

Ärgerlich, wenn man auf Tour krank wird. Auf dem Schwarzwälder Westweg hat der ungewollte Zwischenstopp beim Arzt wenigstens keine finanziellen Konsequenzen, auf dem Jakobsweg in Spanien möglicherweise schon. Vor dem Tourenstart lohnt es, seinen Versicherungsschutz unter die Lupe zu nehmen, denn der kann je nach Zielregion Lücken haben. In der EU gilt zwar der gesetzliche Krankenversicherungsschutz, doch werden Behandlungskosten nur in Höhe der deutschen Sätze erstattet, und die reichen oft nicht aus. Auch ein medizinischer Rücktransport zum Wohnort ist nicht über die Krankenkasse abgedeckt. Außerhalb Europas besteht in der Regel kein gesetzlicher Versicherungsschutz.

Und was, wenn einmal etwas richtig schiefgeht und ein Unfall auf Tour das Leben auf den Kopf stellt? Da Outdoorer in ihrer Freizeit unterwegs sind, greift die gesetzliche Unfallversicherung nicht, sodass eine private Vorsorge gegebenenfalls sinnvoll ist.

Deutschland
Die Krankenversicherungskarte gehört in den Rucksack. Eine private Unfallversicherung übernimmt Kosten, die infolge von Verletzungen auftreten.

Europäische Union
Checken Sie die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung im Zielland (dvka.de). Einen erweiterten Schutz bieten private Unfall- und Reisekrankenversicherungen. Testergebnisse der Stiftung Warentest helfen beim Vergleich (test.de). Die Kosten der Versicherung hängen unter anderem von Reiseland und Reisedauer ab.

Außerhalb Europas
Eine private Auslandskrankenversicherung ist ein Muss. Die private Unfallversicherung kann sinnvoll sein.

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Worauf Outdoorer bei Versicherungen besonders achten sollten

Nicht auf jedem Trail kann der Krankenwagen vorfahren. Zum Glück ist Verlass auf die Bergwacht - doch die Rettung aus der Luft ist nicht ganz billig: Ein Einsatz der deutschen Bergwacht kostet im Schnitt 2000 Euro, in Österreich 4000 Euro. Und wer zahlt? Bei einem Unfall in Deutschland zahlt die Krankenkasse einen medizinisch notwendigen Helikopter-Transport ins Krankenhaus. Im Ausland zahlt sie einen Einsatz der Bergwacht gar nicht oder nur teilweise. Auch nicht jede private Reiseversicherung übernimmt die Kosten. Egal ob in Deutschland oder im Ausland, die gesetzliche Krankenkasse zahlt nicht, wenn die Bergwacht ausrückt, um einen unverletzten Bergwanderer zu retten, der in Bergnot geraten ist - zum Beispiel weil er an einer Gefahrenstelle nicht mehr vor oder zurück kommt. Wanderer sollten einige Versicherungsdetails beachten:

  • Manche privaten Reise- und Unfallversicherer bieten die Erstattung von Bergungs- und Rettungskosten bei Unfällen im Paket mit an. Die Stiftung Warentest empfiehlt für Wanderer die Würzburger und die HanseMerkur. Der Deutsche Skiverband und der Deutsche Alpenverein decken Bergung und Rettung bei Bergunfällen und Bergnot. Der DAV-Schutz greift nur beim Alpinsport, der DSV Basic Tarif nur beim Wintersport, die DSV Tarife Classic/ClassicPlus decken andere Reisen mit ab. (alpenverein.de und deutscherskiverband.de)
  • Bergführer haften nur, wenn sie einen Unfall fahrlässig verschulden. Darüber hinaus besteht kein automatischer Schutz für die Teilnehmer bei geführten Touren. Also: individuellen Leistungsumfang des Tourenanbieters prüfen und gegebenenfalls zusätzlich oben erwähnte Versicherungen abschließen.
  • Für Touren über 7000 Höhenmeter oder Expeditionen fernab jeglicher Zivilisation benötigt man eine spezielle Police, zum Beispiel den Expeditionsschutz des Deutschen Alpenvereins.
  • Wer einen Zusammenstoß mit dem Rad oder einen Crash auf Skiern verursacht, haftet. Eine private Haftpflicht deckt Personen- und Sachschäden. Die Versicherungspakete des Skiverbands enthalten eine Haftpflicht. Bergsportler sind über eine Mitgliedschaft im DAV speziell bei Alpinsportarten haftpflichtversichert.

Versicherungen, die Bergungs- und Rettungskosten bei Unfällen auf Tour abdecken:

Versicherer Jahresbeitrag Maximale Kostenerstattung
Würzburger TravelSecur AR 17 Euro 5000 Euro
HanseMerkur DAKplus Reise 9 Euro 5000 Euro
DSV Classic/Classic Plus* 39/50 Euro 10.000/20.000 Euro
DAV Alpiner Sicherheitsservice* 45-90 Euro 25.000 Euro

*DAV und DSV erstatten den Einsatz der Bergwacht auch bei Bergnot, nicht nur bei Bergunfällen / (Stand 2014)

11.06.2014
Autor: Lena Jauernig
© outdoor
Ausgabe 4/14