Die besten Tipps zum Winterwandern

Winterfest - die besten Tipps zum Winterwandern

Die besten Tipps zum Winterwandern
Foto: Ben Wiesenfarth
Es gibt keinen vernünftigen Grund, im Winter mit dem Wandern aufzuhören. outdoor verrät ihnen, wie sie Touren durch den Schnee richtig anpacken.

Unberührte Natur zählt zu den Grundvoraussetzungen für Wandergenuss. Und zu keiner Zeit des Jahres finden Wanderer mehr davon als im Winter. Die kalten Monate haben ihren ganz eigenen Zauber, und man muss nicht einmal weit fahren, um ihn zu erleben.

Denn im Winter erstrahlt auch die vertraute Natur im heimischen Wochen­endrevier in einem ganz neuen Licht, Wälder und Hügel liegen still, und die frische, klare Luft lässt den Alltagstrubel im Handumdrehen vergessen. Also raus vor die Tür und nichts wie los!

Sonne suchen: Auch im Winter besitzt die Sonne enorme Kraft und sorgt für mollige Wärme – während es im Schatten empfindlich kalt sein kann. Wenn Sie die Wahl haben, legen Sie Ihre Route so, dass Sie sich in der Sonne befinden.

Vor UV-Strahlung schützen: Sonnenbrand und Augenschmerzen (Schneeblindheit) drohen durch die Reflektion des Schnees selbst bei wechselhaftem Wetter. ­Tragen Sie deshalb eine gute Sonnenbrille, und schmieren Sie sich Gesicht und Lippen mit Sonnencreme ein (LSF: über 20).

Wind meiden: Durch den Abkühlungsfaktor (Windchill-Faktor) wird Kälte bei Wind viel extremer empfunden. 0 Grad bei kräftigem Wind beispielsweise ­entsprechen minus 17 Grad bei Windstille. ­Suchen Sie vor allem für die Pausen ein windgeschütztes Plätzchen, etwa hinter Büschen.

Kopfarbeit leisten: Über den Kopf geht sehr viel Wärme verloren, eine warme Mütze ist Pflicht. Außerdem lässt sich über den Kopf erstaunlich gut das Körperklima regeln: Wenn Ihnen zu warm ist, Mütze ausziehen – und durch ein winddichtes Stirnband ersetzen. Produkttipp: Tornado WS-Stirnband von Salewa für 20 Euro.

Warm sitzen: Ein Sitzkissen wie das Scandic Faltkissen passt in jeden Rucksack, wiegt nur 38 Gramm und sorgt für einen warmen Hintern, wenn man im Schnee sitzt. Es kostet 10 Euro.

Auf tiefen Schnee achten: In Mulden sammelt sich bei Sturm der Schnee. Am besten umgehen Sie beim Wandern solche Stellen, sonst vergeuden Sie unnötig Kraft.

Was muss bei der Tourenplanung sonst noch berücksichtigt werden?

Im Winter legt man deutlich kürzere Distanzen zurück als im Sommer und Herbst. Das liegt zum einen daran, dass die Tage kürzer sind – und es meist schon vor 17 Uhr duster ist, zum anderen bewegt man sich im Schnee spürbar langsamer. Planen Sie deshalb anfangs nur mit der Hälfte der Strecke, die Sie sonst auf Wanderungen in der zur Verfügung stehenden Zeit zurücklegen würden. Je mehr Erfahrung Sie sammeln, desto genauer können Sie den Zeitbedarf einschätzen. Pausen in Gasthöfen oder Hütten sind perfekt, um sich zwischendurch oder am Ende der Tour aufzuwärmen. Wichtig: Erkundigen Sie sich vorab, ob offen ist. Ausrüstungstipp: ­Packen Sie eine eine helle, ausdauernde Stirnlampe ins Gepäck – falls man doch von der Dunkelheit überrascht wird. Die Petzl Myo RXP2 (80 Euro) zählt zu den Favoriten der outdoor-Redaktion. Der Dauer­brenner punktet durch ­seine enorme Lichtleistung und lange Brenndauer, die Batterien sind im Batteriefach am Hinterkopf vor Kälte geschützt, wenn man die Stirnlampe unter der Kapuze oder Mütze trägt. Weitere Stirnlampen im Test:

Fotostrecke: Stirnlampen-Test 2016 - das Testfeld

10 Bilder
Stirnlampen Test 2016 Foto: Hersteller
Stirnlampen Test 2016 Foto: Hersteller
Stirnlampen Test 2016 Foto: Hersteller

Wie orientiert man sich am besten auf Wintertouren?

Da Wege und Wegmarkierungen unter dem Schnee versteckt sein können, gehören Karte und Kompass zur Pflichtausstattung auf Winterwanderungen. Wenn Sie ein GPS-Gerät benutzen möchten und dieses zur Orientierung oder zur Aufzeichnung des Wegs permanent laufen lassen möchten, muss es mit Lithiumbatterien betrieben werden – herkömmliche ­Alkalibatterien schwächeln bei Kälte.

Video: Orientierung mit Karte & Kompass:

Zur Darstellung des Videos benötigen Sie aktiviertes JavaScript sowie den Adobe Flash-Player.

Soll man auf Wintertouren das gleiche essen wie im Sommer?

Es spricht nichts dagegen. Folgendes müssen Sie aber beachten: So mancher Schokoriegel wird durch die Kälte zum Zähnebrecher. Um das zu verhindern, kommen Riegel eine ­Stunde vor dem Verzehr in die Innentasche ­Ihrer ­Jacke – dann haben sie die richtige Konsistenz. Packen Sie außerdem mehr Proviant ein als im Sommer: Der Körper verbraucht bei Kälte mehr Energie, und Sie haben größeren Hunger. Auch ein heißer Tee weckt die Lebensgeister, wenn man durchgefroren ist. Je nach Durst müssen Sie pro Person mit eineinhalb bis zwei Liter Flüssigkeit rechnen. Ist der Inhalt aus der Thermos­kanne zu heiß, geben Sie nach und nach etwas Schnee in den Becher, bis das Getränk Trinktemperatur hat.

Fotostrecke: Müsliriegel im Test 2015

10 Bilder
Energieriegel im Test 2015 Foto: Benjamin Hahn
Energieriegel im Test 2015 Foto: Benjamin Hahn
Energieriegel im Test 2015 Foto: Benjamin Hahn

Wo in Deutschland kann man überhaupt Winterwandern?

Grundsätzlich können Sie natürlich überall auf Tour gehen. Am besten dehnen Sie anfangs ­Ihre Spaziergänge aus oder wandern in der näheren Umgebung die gleichen Wege wie im Sommer und Herbst – im Winter gibt es auch dort viel Neues zu entdecken. Sobald man auf den ­Geschmack gekommen ist, empfiehlt sich ein Wochenende in den deutschen Mittelgebirgen (Schwarzwald, Bayeri­scher Wald, Harz etc.) oder im Alpenvorland. Tipp: Um Skigebiete macht man am besten einen großen Bogen. Hier herrscht meist so ein großer Trubel, dass Ruhe und Erholung auf der Strecke bleiben. Gebirge sind für Anfänger tabu: Es droht Absturz- und Lawinengefahr.

Weitere Winter-Tipps:

Fotostrecke: Test: Die Winterprodukte des Jahres

22 Bilder
outdoor Editors Choice 2014 - Ausrüstung Foto: Hersteller
daunenjacke karpos catinaccio jacket Foto: Karpos
Softshelljacken Test Foto: Hersteller

Fotostrecke: Schneeschuhe: Technik, Tipps und Test

12 Bilder
Schneeschuhe im Test 2015 Foto: Benjamin Hahn
Schneeschuhe im Test 2015 Foto: Benjamin Hahn
Schneeschuhe im Test 2015 Foto: Benjamin Hahn

Fotostrecke: Aktuelle Winterhandschuhe im Überblick

25 Bilder
Foto: Hersteller
Die besten Winterhandschuhe für alle Outdoor-Aktivitäten 2016 Foto: Arcteryx
Die besten Winterhandschuhe für alle Outdoor-Aktivitäten 2016 Foto: Black Diamond
10.11.2016
Autor: Frank Wacker
© outdoor
Ausgabe 01/2010