Wild zelten - aber richtig

Sechs Tipps, in Deutschland richtig wild zu zelten

Foto: Benjamin Hahn
Wildes Campen ist in Deutsch­land nicht erlaubt, wird aber in vielen Fällen auch nicht geahndet. Allerdings sollte man sich an ein paar Grundregeln halten, wenn man wild zelten möchte ...

 

Wild Zelten Schwäbische Alb
Foto: Boris Gnielka Idyllisch: Ein "wilder" Zeltplatz auf der Schwäbischen Alb.

1. Gefahrenzonen meiden

Absolut tabu für Übernachtungen sind Zonen, in denen es ausdrücklich verboten ist: Naturschutzgebiete, Naturreservate, Nationalparks und Landschaftsschutzgebiete. Ebenfalls meiden sollten Sie Regionen, in denen gejagt wird und wo Sie sich in Sichweite eines Jägerstandes befinden. Dass man nicht in Sichweite von Straßen, bewohnten Häusern oder gar Ortschaften zeltet, versteht sich von selbst. Auch landwirtschaftlich genutzte Flächen sind strikt zu meiden!

2. Kein Feuer machen

Keine Frage, ein Lagerfeuer ist romantisch. Aber es beschädigt den darunter liegenden Boden für Jahrzehnte und kann Waldbrände auslösen. Außerdem verrät man sich damit nur allzu leicht. Auch Kocher gelten als offenes Feuer und stellen bei trockenem Boden eine ernste Gefahr dar. Möchte man unbedingt warm essen, auf ausgewiesene Grillstellen ausweichen oder einen standsicheren Gaskocher verwenden, Löschwasser parat halten und aufpassen, dass der Boden keinen Schaden nimmt (Alufolie unter den Kocher legen).

3. Nur kurz bleiben

Ist das Wetter zuverlässig trocken, minimieren Sie das Entdeckungsrisiko, indem Sie auf das Zelt verzichten und Ihren Schlafsack unterm freien Himmel ausrollen. Zudem handelt es sich hierbei nicht ums Zelten, sondern ums Biwakieren – und das wird in der Regel für eine Nacht toleriert.

4. Nichts hinterlassen

Verlassen Sie den Platz so, wie Sie ihn vorgefunden haben. Das gilt auch für Ihre natürlichen Hinterlassenschaften. Graben Sie hierfür ein zirka 20 Zentimeter tiefes Loch ins Erdreich, das Sie anschließend wieder zuschaufeln. Klopapier bei akut bestehender Waldbrandgefahr nicht verbrennen!

5. Nicht im Pulk auftreten

Erfahrungsgemäß erregt man als Einzelwanderer, Pärchen oder Kleinfamilie selten wirklich Unmut. Als Gruppe sollte man aufs wilde Zelten verzichten.

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6. Profi-Tipp: Mit dem Tarp

Wer unter einem Tarp – eine aufgespannte wasserdichte Plane – übernachtet, zeltet nicht und befindet sich in einer rechtlichen Grauzone. Die Nacht unterm Tarp senkt zudem das Risiko, entdeckt zu werden und bietet maximalen Naturgenuss, da man mit Blick ins Grüne einschläft und erwacht. Aber auch hier gilt: weder ein Feuer entfachen noch einen Kocher benutzen!

 

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Foto: outdoor Praktisch fürs schnelle biwakieren: ein Tarp.

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15.08.2017
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Ausgabe 10/2008