Wanderungen und Radtouren planen

Digitale Planspiele: Tourenplanung am PC

Nie war Tourenplanung so einfach wie heute: Start und Ziel eingeben, Route wählen - fertig. Navi-Experte Uli Benker erklärt, wie Sie optimale Ergebnisse erzielen.

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Das Geheimnis einer schönen Tour liegt in der genauen Routenplanung. Daran hat sich auch im Zeitalter der Satellitennavigation nichts geändert. War früher die Papierkarte unentbehrliche Grundlage, bilden im Zeitalter der Satellitennavigation digitale Karten eine gute Alternative. Einige Klicks mit der Maus reichen, und schon steht die Tour. Ein weiterer Klick, und sie wandert per USB-Kabel vom Rechner auf den GPS-Lotsen.

Doch warum Touren am Rechner entwerfen, wenn GPS-Geräte das heute dank Routingfunktion schon selbst können? Einfach das Ziel eintippen, schon berechnen sie eine Route. Allerdings beherrschen längst noch nicht alle die automatische Routenberechnung, außerdem funktioniert Routing im Gelände oft nicht so gut, wie man es von der Straßennavigation im Auto gewohnt ist. Weder kennt der Satelliten-Guide den reizvollsten Weg, noch weiß er, ob Sie den Gipfel über den luftigen Grat oder den gemütlichen Wanderpfad angehen wollen. Meist kommt man deshalb nicht umhin, die berechnete Strecke durch das Einfügen von Zwischenzielen anzupassen. Auf dem kleinen Kartenauschnitt im Display geht dabei leicht der Überblick verloren.

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Navigation leicht gemacht: Tourenplanung am PC.
Foto: Garmin/Abel Kartensoftware und GPS-Gerät: die perfekte Symbiose.

Praktisch bei längeren Touren

Vor allem bei längeren Touren erweist sich die Planung am Computer oft als die bessere Alternative. Zumal sich die topografischen Karten vieler GPS-Geräte – etwa von Garmin, CompeGPS, Magellan und VDO – auch auf dem Rechner verwenden lassen. Die Anschaffung zusätzlicher Karten entfällt, und die nötige Software, wie Garmin BaseCamp oder Magellan VantagePoint, liegt bei oder steht auf der jeweiligen Website zum Download. Erfreulich: Sogar die kostenlosen OpenStreetMap-Karten, die für Garmin-, Magellan- und CompeGPS im Netz stehen, lassen sich mit BaseCamp & Co verwenden. Zwar sind sie je nach Region weniger anschaulich, detailreich und vollständig als käufliche, für den Anfang aber eine Alternative.

Tourenplanung am PC: nur wenige Schritte nötig

Um eine Tour zu planen, öffnen Sie die Karte und zeichnen den Wegverlauf Punkt für Punkt mit der Maus nach. Je mehr Punkte Sie setzen, desto genauer werden der geplante Weg und die Entfernung wiedergegeben. Besonders flott klappt die Planung mit Vektorkarten von Garmin und VDO, die nicht nur auf GPS-Geräten, sondern auch auf dem Rechner routen. Hier genügen Start und Ziel sowie einige Zwischenziele, um den gewünschten Verlauf der Tour zu markieren. Die Software verknüpft automatisch alle Punkte zu einer Route, die aber stets genau dem Wanderweg folgt. Vorab können Sie festlegen, ob Sie wandern, bergsteigen oder biken, und in der Regel auch Einfluss auf die Wege nehmen, über die Ihre Route führen soll und ob sie beispielsweise Anstiege meiden soll.

Je nach Software erleichtern Extras die Vorbereitung des Outdoor-Abenteuers. So lassen sich zum Beispiel alle Karten mit Hilfe einer Suchfunktion im Nu auf einen Ort oder eines der vielen Sonderziele (POIs) zentrieren – vom Parkplatz bis zur Berghütte. Auskunft über die unterwegs zu bewältigenden Steigungen gibt ein Höhenprofil. Nicht anschaulich genug? Im 3D-Flug über die Landschaft können Sie alle Anstiege vorab am Bildschirm verfolgen.

Auch bei der Nachbearbeitung hilft die Technik

Vor allem die Software von Garmin bietet hier vielfältige Möglichkeiten. Wenn Sie Ihre Wander- oder Biketour als Track aufgezeichnet haben, genügt ein Mausklick, und sie wandert vom Gerät auf die Karte, wo Sie sie auf vielfältige Weise analysieren können - etwa mit Höhen- und Steigungsprofil. Per Replay können Sie Ihr Outdoor-Abenteuer sogar noch einmal am Bildschirm erleben, oft sogar in 3D. Auch dem Aufbau eines Tourenarchivs mit allen Finessen steht nichts im Weg: Die Trackaufzeichnung lässt sich mit unterwegs geschossenen Fotos (Geotagging), Internetlinks oder eigenen Infos – etwa zu Zeltplätzen oder Wasserstellen - verknüpfen. Sie möchten Ihre Traumtour in einem Webportal für andere Wanderer und Biker zugänglich machen? Dann sollten Sie den Track vorher bearbeiten und eventuelle Ungenauigkeiten oder Lücken beseitigen. Auch dafür finden Sie die nötigen Werkzeuge in der Kartensoftware.

Viele Anbieter von GPS-Geräten setzen auf die Vorteile von Vektorkarten. Wer bei der Planung lieber die anschaulichen Rasterkarten benutzen möchte, sollte topografische Karten verwenden, wie sie die Landesvermessungsämter (Top25/50, Amap Fly, Swiss Map) anbieten, oder auch Wanderkarten wie die Kompass Digital-Maps und Alpenvereinskarten Digital. Diese meist auf DVD herausgegebenen Karten sind ideal für die Tourenplanung am PC, glänzen sie doch oft mit cleveren Extras - von Tourenvorschlägen (MagicMaps, Alpenverein) über markierte Wander- und Radwege (Kompass, Swiss Map) bis zu Schnittstellen mit Smartphone-Apps für den Upload von Karten und Touren.

Verzichten müssen Wanderer und Biker bei diesen Karten auf automatische Wegfindung. Mit einer Ausnahme: die MagicMaps Tour-Explorer-Reihe. Die vielseitigen Topokarten zaubern vor allem für Tourenradler exzellente Routenvorschläge auf den Bildschirm. Überhaupt erweisen sie sich als gute Wahl, denn im Gegensatz zur Konkurrenz kann man sie (in Ausschnitten) auf diverse GPS-Geräte übertragen und sie somit zur Navigation im Gelände nutzen.

Das Nonplusultra für die Tourenvorbereitung sind jedoch GPS-Planungsprogramme wie QuoVadis oder CompeGPS Land. Die Preise liegen bei etwa 90 bis 150 Euro - ohne Karten! Trotzdem lohnt sich die Anschaffung - zumindest für Outdoorer, die gerne und häufig ihre Abenteuer selbst planen oder in exotische Regionen reisen möchten. Ein Vorteil liegt im immensen Angebot an Karten, nicht nur für Europa, sondern auch beliebte Reiseziele wie den USA oder Neuseeland. Zudem unterstützt besonders QuoVadis diverse Karten von Drittanbietern, ob MagicMaps, Alpenvereinskarten oder zahlreiche Online-Karten und Satellitenbilder, etwa von OpenStreetMap und Google. Wer keine digitale Karte von seinem Reiseziel auftreibt, kann sogar eingescannte Papierkarten verwenden - ideal für Abenteuer in entlegenen Regionen. Auch in puncto Tourenplanung und -analyse begeistern QuoVadis & Co mit weitreichenden Möglichkeiten. 3D-Flug und Höhenprofil zählen ebenso dazu wie Geotagging und die Trackanalyse mit allen Finessen. Vor allem mit QuoVadis lassen sich zudem Ausschnitte vieler kompatiblen Karten auf GPS-Geräte von CompeGPS, Garmin und Magellan oder auf Handy-Apps (ape@map, TwoNav) überspielen. Klasse!


Inhaltsverzeichnis

10.12.2012
Autor: Uli Benker
© outdoor
Ausgabe 11/2012