Schutz vor Stechmücken

Mückenschutz: Was gegen Moskitos hilft, was nicht

Stechmücke
Foto: pixabay
Vor Bären hat man Respekt, vor Giftschlangen Angst, doch die richtig fiesen Viecher sind Stechmücken: Sie nerven und können Krankheiten übertragen. outdoor sagt Ihnen, wie Sie sich am besten schützen - auch vor Zecken!

1 - Wissen, wann Mücken-Saison ist

"Wer im Frühsommer nach Skandinavien reist, sollte starke Nerven haben", warnt Trekkingprofi Lars Schneider. Er weiß aus eigener Erfahrung, dass Stechmücken dann besonders präsent und durstig sind. "Doch ab Mitte August hat man zumindest in den Hochlagen seine Ruhe", so der Gebietskenner.

Wann und wo welche Mücken ihr Unwesen treiben, zeigen die beiden Websites mueckenschutz-ratgeber.de/mueckenausland
und mueckenatlas.de.

2 - Einfach an den Mücken vorbei wandern

Stechmücken halten sich vorwiegend in feuchten, schattigen und windstillen Landstrichen auf. Und sind dort vor allem dann aktiv, wenn es weder zu warm, noch zu kalt ist. Legen Sie in mückenreichen Regionen Ihre Tagesetappen so, dass sie über Höhenzüge mit wenig Bewuchs führen und nur selten durch Wälder, entlang von Seen und durch Sumpfgebiete. Lässt es sich gar nicht vermeiden, sollten Sie diese Risikogebiete eher mittags passieren, als in den stichfreudigen Morgen- und Abendstunden.

3 - Mit Maschenware die Moskitos aussperren

Auch wenn‘s doof aussieht: Ein Hut mit Krempe und herabhängendem Moskitonetz ist der beste Stichschutz für Kopf und Nacken. Tragen Sie außerdem Socken, Hosen und Langarmshirt, die mit Permethrin imprägniert sind, kommt Ihnen keine Mücke zu nahe. Auch in Hosen und Hemden aus stichdichtem Material, wie G-1000 von Fjällräven, haben Sie Ruhe vor den Biestern. Ist die Kleidung nicht stichdicht, sollte sie zumindest weit geschnitten und hell sein.

4 - Die Chemiekeule schwingen - aber richtig!

Wer keine Lust hat sich in stichfeste oder imprägnierte Kleidung zu hüllen - manchmal ist es dafür auch einfach zu warm - dem bleibt als wirksame Waffe gegen Stechmücken nur ein Repellent - am besten ein chemisches. Alle rein "natürlichen" Mittel, etwa Pflanzenöle, bieten keinen zuverlässigen Schutz. Das hat nicht nur die Stiftung Warentest in Vergleichstests festgestellt, sondern auch viele outdoor-Autoren auf ihren Touren durch Lappland, Schottland, Kanada, Neuseeland & Co. Am besten wirken Repellents mit den Wirkstoffen DEET (etwa von Nobite, Care Plus, Anti Brumm Forte) und Icaridin (Autan). Wichtig zu wissen: Je höher die Wirkstoffkonzentration, desto länger wirken die Mittel, nicht desto besser. Für einen zuverlässigen Schutz über den ganzen Tag empfiehlt sich eine Lösung mit 50-prozentiger DEET-/Icaridinkonzentration.

5 - Der richtige Zeltplatz und die beste Packtaktik

Was für den Wanderweg gilt, gilt auch für den Platz zum Zelten: Er sollte windig sein und oberhalb der Baumgrenze. Achten Sie darauf, dass sich keine Tümpel oder feuchte Wiesen in der Nähe befinden und prüfen Sie vor der Tour unbedingt, ob das Moskitonetz Ihres Zeltes unbeschädigt ist. Bei regem Flugverkehr sollten Sie zudem Ihren Rucksack im Zelt (aus)packen. Gelbe Zeltgewebe ziehen übrigens nicht nur Mücken, sondern auch andere Insekten an.

6 - Lassen Sie es auf Tour ruhig gemütlich angehen

Mücken fühlen sich von Körperdüften, aber auch von Wärme und Kohlendioxid angezogen. Wenig davon produziert, wer sich langsam bewegt, also das Tempo drosselt und übermäßiges Schwitzen vermeidet.

7 - Wenn der Wanderpartner die Mücken anzieht

Manche Menschen üben auf Mücken eine höhere Anziehungskraft aus als andere, was auch mit der Wärmeabgabe und Körperdüften zusammenhängt. Gewinnen Sie einen menschlichen Mückenmagneten als Zelt- und Wanderpartner, haben Sie Ihre Ruhe.

8 - Moskitonetz - für eine stille Nacht

Für Pensions- und Hotelnächte empfiehlt sich ein Moskitonetz, das sich über dem Bett befestigen lässt. Ist das Netz imprägniert, hält es auch leicht beschädigt dicht.

9 - Rauchzeichen als Flugabwehr gegen Mücken

Lagerfeuer- und Zigarettenrauch ist Mücken ziemlich egal. Duftkerzen und Räucherspiralen können hingegen Wirkung zeigen: In einem Test sank die Stichquote der im Rauch sitzenden Personen um 42 Prozent.

Wirkungslos - was Sie vergessen können:

  • Ultraschall-Apps: Ultraschall-Geräte wurden schon früher als nutzlos enttarnt. Das Gleiche gilt für Smartphone-Apps, die ebenfalls auf Ultraschall setzen. Die Mücken mit dem Gerät zu erschlagen, so das Fazit der Stiftung Warentest, sei ungleich wirksamer.
  • Knoblauch essen: Wer ihn mag, soll ihn ruhig essen, zumal er als gesund gilt. Doch Mücken halten Sie damit - so eine Studie mit 51 Teilnehmern - nicht auf Abstand. Allenfalls Mitwanderer.
  • Vitamine schlucken: Auch Thiamin (Vitamin B1) galt lange als Wunderwaffe gegen Mücken. Überzeugende Studien dazu liegen aber nicht vor. Die meisten Experten zweifeln die Wirksamkeit an. Das gilt auch für Petersilienölkapseln.
  • Licht ausknipsen: Anders als Motten lassen sich Stechmücken kaum mit Licht anlocken. Viel anziehender finden sie ausgeatmetes Kohlendioxid, Körpergerüche und Wärme.
  • Mückenarmbänder: Sie sind oft mit Pflanzenölen versehen, funktionieren aber in der Regel nicht, wie Tests von Stiftung Warentest und outdoor gezeigt haben.

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02.08.2016
Autor: Boris Gnielka
© outdoor
Ausgabe 07/2016