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Schnee schmelzen
5 Tipps, wie Sie das weiße Gold zu Wasser machen
Schnee ist für Outdoorer eine hervorragende Trinkwasserquelle. Selbst im Sommer bleibt sie in den Bergen verfügbar. So schmelzen Sie richtig:
1. Was Sie brauchen:
Benzin- oder Multifuelkocher sind auf Wintertouren erste Wahl. Sie bringen auch bei starkem Frost anhaltend hohe Leistung. Ihre geringfügig umständlichere Handhabung nimmt man dabei gerne in Kauf. Wer auf den Komfort eines Gaskochers nicht verzichten will, sollte ein Modell mit externer Kartusche wählen. Man stellt sie beim Schmelzen direkt neben den Brenner und hält sie damit warm und leistungsfähig. Vorsicht: Die Kartusche nicht zu nah an den Brenner stellen, sie darf auf der kocherzugewandten Seite maximal handwarm werden. Tipp: Einen passenden Falt-Windschutz braucht man bei beiden Kochertypen, auch eine feste Unterlage – damit der Kocher nicht im Schnee versinkt.
2. Welcher Schnee taugt:
Schnee besteht größtenteils aus gebundener Luft. Die isoliert sehr gut, was hilfreich für den Iglubau ist, beim Schneeschmelzen aber einen hohen Zeitaufwand und Brennstoffverlust bedeutet. Wer die Wahl hat, greift zu festem, nassem Schnee statt zu feinem Pulver. In jedem Fall gilt: das Schmelzgut fest in den Topf pressen. Am besten geht das mit dem Boden eines stabilen Metallbechers oder mit dem einer Trinkflasche.
3. Wie es flotter geht:
Wenn vorhanden, füllen Sie ein bis zwei Zentimeter hoch kaltes Wasser in den Topf. Damit verbessert sich der Kontaktschluss zwischen heißem Topfboden und dem zu schmelzenden Schnee. Lassen Sie deshalb auch nach dem Schmelzen immer etwas Wasser im Topf, dann gelingt der zweite Durchgang schneller. Wichtig: Der Kocher sollte nie im Wind stehen, selbst ein akkurat drapierter Windschutz schützt nicht perfekt. Verlegen Sie den Kochplatz deshalb bei Wind am besten in die Zeltapsis (Lüfter oder Eingang etwas öffnen!). Ebenso brennstoffsparend wirkt ein Deckel auf dem Topf sowie ein Hitzereflektor aus Alu, den man unter den Kocher legt (im Fachhandel erhältlich).
4. Wie es bequemer gelingt:
Schneeschippen vor dem Frühstück ist nicht jedermanns Sache. Wer schön warm im Schlafsack liegen bleiben will, legt sich am Abend vorher ein Schneedepot im Apsiseingang an. Kaltstart ade.
5. Wie viel Sprit nötig ist:
Der Brennstoffbedarf steigt beim Schneeschmelzen enorm an. Während man mit einem Liter Sprit im Sommer locker zwei Wochen auskommt, reicht dieselbe Menge auf Wintertouren nur ein paar Tage. Rechnen Sie deshalb je nach Temperatur pro Person und Tag mit 200 bis 400 Milliliter (Gas oder Benzin). Voraussetzung: Sie beachten die Punkte 1 bis 4.
Profitipp: Doppelt kochen
Nutzen Sie die Abwärme, die beim Kochen andernfalls nutzlos verpufft. Stellen Sie einfach zwei Töpfe übereinander auf den Brenner: Im unteren erwärmen Sie das Wasser fürs Abendessen, im oberen schmilzt schon mal der Schnee für den Nachtisch. Wenn Sie nur einen Topf dabeihaben, reicht zur Not auch eine Tasse oder eine Outdoorpfanne mit Schnee, die Sie oben drauflegen. Diese Methode eignet sich auch zum Warmhalten von Speisen.
13.04.2007
© Outdoor Ausgabe 03/2007
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