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Beim Wandern perfekt orientieren - so geht's mit Karte, Kompass und GPS
Höhenmessung, flaches Gelände und Nebel - der Gebrauch von Karte und Kompass in jedem Gelände
Für den Umgang mit Karte und Kompass gilt: Übung macht den Meister. Deshalb beide bei jeder Gelegenheit nutzen.
»Steinmännchen«, Wegmarkierungen und Wegweiser sind hilfreich, können aber keine Karte ersetzen.
Foto: (c) Rainer Wichmann/www.PIXELIO.de
In Verbindung mit einem Höhenmesser helfen Höhenlinien, den Standort zu bestimmen. Das geht ganz einfach: Führt ein Weg kontinuierlich bergauf oder bergab, sucht man auf der Karte die zur Höhenangabe des Höhenmessers passende Höhenlinie entlang des Pfads – oder den Punkt zwischen zwei Höhenlinien. Nun weiß man ziemlich genau, wo man sich befindet. Eines gilt es aber zu beachten: Ein Höhenmesser liefert nur optimale Werte, wenn er bei jeder Gelegenheit nachjustiert wird. Dazu benötigt man Punkte mit bekannter Höhe wie Wegkreuzungen, Brücken, Hütten, Gipfel oder Schilder mit Höhenangaben. Auf deren Wert wird der Höhenmesser eingestellt.
In eher flachem Gelände, etwa dem skandinavischen Fjäll oder anderen Hochflächen, kommt ein Kompass zum Einsatz. Die Standortbestimmung funktioniert am einfachsten, wenn eine Strecke bekannt ist, auf oder an der man gerade entlanggeht – beispielsweise ein Weg, Fluss, Tal oder Seeufer. Dann genügt es, einen markanten Punkt (Berggipfel, Brücke, Hütte, Insel, Fluss, der aus einem See herausfließt, etc.), der auch auf der Karte vermerkt ist, mit dem Kompass anzupeilen. Dabei den Kompass waagerecht halten und den Kompassring so lange drehen, bis sich die Nordmarkierung mit dem Nordpfeil der Kompassnadel deckt. Jetzt das Kompassgehäuse (Anlegekante) am angepeilten Punkt auf der Karte anlegen und so lange um diesen Punkt drehen, bis sich die Linien im Dosenboden unter der Kompassnadel mit Kartennord decken. Beim Schnittpunkt der Anlegekante mit der bekannten Strecke handelt es sich um den Aufenthaltsort. Gibt es keine bekannte Strecke, ersetzt man sie durch eine zweite Peilung (Kreuzpeilung).
Bei Nebel funktioniert das Peilen auch in umgekehrter Reihenfolge: Standort und Zielpunkt auf der Karte mit der Anlegekante des Kompasses verbinden, Linien im Dosenboden mit Kartennord decken. Dann den Kompass waagerecht in die Hand nehmen und sich so lange drehen, bis die Kompassnadel und Gehäusenord übereinstimmen – das ist die Marschrichtung. Achten Sie beim Peilen aber auch darauf, die Route ans Gelände anzupassen, sonst waten Sie unter Umständen direkt durch einen Sumpf.
Wichtig für die Arbeit mit dem Kompass: Falls nötig, die Missweisung (Deklination) beachten. Da geografischer und magnetischer Nordpol nicht identisch sind, unterscheiden sich die Nordrichtung der Kompassnadel und die Nordrichtung der Karte. Die Differenz zwischen beiden bezeichnet man als Missweisung. Sie ändert sich permanent, denn der magnetische Nordpol wandert. Der Wert inklusive geschätzter Veränderung in Jahren seit Kartendatum ist meist auf dem Kartenrand angegeben. In unseren Breiten kann er vernachlässigt werden, in Skandinavien oft nicht. Dort muss die Missweisung bei jeder Peilung addiert oder abgezogen werden. Am besten kauft man einen Kompass mit einstellbarer Deklination, die vor der Tour eingestellt wird.
Viel Spaß beim Üben – bald wird auch Ihnen die Orientierung mit Karte, Kompass und Höhenmesser leichtfallen.
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