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Ausrüstung für Extrem-Touren
Die Tricks der Profis
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- 2Hans Memminger: »Im Eismeer ist Leidensfähigkeit gefragt«
- 3Bruno Baumann: »Gute Qualität ist wichtiger als ein niedriges Gewicht«
- 4Hans Kammerlander: »Leicht heißt schnell, und schnell heißt sicher«
Tilmann Waldthaler: »Plastiktüten sind eines Bikers beste Freunde«
STECKBRIEF
Name: Tilmann Waldthaler, 58
Beruf: Fotograf, Journalist,
»Globetreter«
Top-Leistungen: Vier Monate solo von der Antarktis zur Arktis
(55 000 Kilometer), Äquator-Tour rund um den Erdball.
(22 Monate, 35 000 Kilometer)
Traumtour: von Alaska nach Feuerland (geplant für nächstes Jahr).
Der Südtiroler Tilmann Waldthaler ist weit herumgeradelt. Mittlerweile hat er 360 000 Kilometer in den Beinen, und er weiß, worauf es ankommt: »Qualitativ hochwertige Materialien und Produkte sind absolut Pflicht.« Ein niedriges Gewicht ist ihm nicht so wichtig. »Wenn ich auf einer Wüstentour eh zehn Liter Wasser transportieren muss, sind zwei oder drei Kilo mehr auch egal.« So gönnt er sich zum Beispiel als Soloreisender den Luxus eines Zweipersonenzeltes, da er an manchen Orten länger verweilt und den Komfort genießt. Auch auf dem Fahrrad macht er es sich bequem: Neben einer Sattelstütze sorgt ein höhenverstellbarer Lenker dafür, »dass mich der Rückenwind nach vorne treibt.«
Qualität ist vor allem beim Fahrrad Pflicht. Seit Jahren vertraut er auf ein Alurad mit 26 Zoll-Rädern. »Zwar wird für Radtouren in entlegene Gebiete oft ein Stahlrahmen empfohlen, da man ihn zur Not im letzten Hinterhof schweißen kann, aber ein Rad, das 3000 oder 4000 Mark kostet, hält auch einiges aus.« Die 26 Zoll-Räder mit grobstolliger Bereifung braucht er, um auch in den Bergen oder in der Wüste abseits der Straßen gut vorwärts zu kommen. Mit vollgefederten Rädern ist er noch vorsichtig: »Das ist zwar technisch alles kein Problem mehr, aber ein beladener Gepäckträger schwingt darauf zu sehr.«
Wer so lange unterwegs ist wie Waldthaler, hat auch die entsprechende Menge an Gepäck dabei. Es schwankt je nach Tourenlänge und Abgeschiedenheit zwischen 25 und 35 Kilogramm, im Extremfall sind es 40 Kilogramm. Die klassische Gewichtsverteilung – zwei Drittel hinten, ein Drittel vorne – befolgt er nicht: »Ich habe auf einer Fahrrad-Reise ähnliche Bedürfnisse wie zu Hause. Ich brauche eine Werkstatt, die kommt in eine Vorderradtasche; eine Küche, die in der gegenüberliegenden Tasche untergebracht wird. Hinten habe ich auf einer Seite mein Schlafzimmer mit Zelt, Matte und Schlafsack, in der anderen Tasche befindet sich mein Kleiderschrank.« Meistens benutzt er wasserdichte Packtaschen, »auch wenn bei denen auf Rüttelpisten die schweren Sachen immer nach unten auf den Boden rutschen.« Um eine gewisse Ordnung aufrecht zu erhalten, verstaut er all die Sachen in Plastiktüten, »eines jeden Bikers beste Freunde.«
Seine Bekleidung ist nicht überraschend: Radhosen mit synthetischem Einsatz, Funktionsunterwäsche, dazu wasserdichte Klamotten. Geht es wettermäßig aber so richtig zur Sache, dann hat auch Funktionsbekleidung ausgedient: »Wenn du einen ganzen Tag im Regen fährst, wirst du irgendwann nass: Entweder von außen oder durch das Schwitzen von innen, denn wenn zu viel Wasser auf den Klamotten ist, kann auch nicht mehr so viel raus. Wichtig ist dann am Abend eine komplette Garnitur Ersatz-Klamotten.«
Obwohl Waldthaler als Radler nicht so sehr aufs Gewicht achten muss: »Auch nach 25 Jahren Radeln ertappe ich mich dabei, dass ich auf meinen Reisen zu viel Gepäck mitnehme. Dann muss ich immer wieder Sachen verschenken oder zurückschicken.«
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23.07.2002
© Outdoor Ausgabe 11/2000
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