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Mechanischer Schutz: völlig stressfrei
Um den Einsatz von chemischen Repellents auf Situationen zu reduzieren, in denen sie wirklich benötigt werden, sollten Sie andere Schutzmöglichkeiten in Betracht ziehen.
Kopfnetze: einfach und funktionell
Chemische Repellents schützen zwar vor Stichen und Bissen durch Moskitos & Co., verhindern aber nicht, dass zum Beispiel Moskitos anfliegen und in Schwärmen um den Kopf kreisen. In Gebieten mit hoher Moskitodichte bringt einen das oft fast zum Wahnsinn. Hier hilft effektiv ein Moskitonetz, das über den Hut oder eine Kappe gezogen wird. Nachteil des Netzes ist, dass die Sicht etwas eingeschränkt wird und sich bei Wärme ein Hitzestau unter dem Netz bildet. Außerdem sollte man nicht vergessen, vor dem Essen das Netz abzunehmen ...
Bettnetze: sicher ist sicher
Gerade in der Nacht, in leichtem Pyjama oder T-Shirt, bieten wir eine große Angriffsfläche für alle möglichen Kleinviecher. In Ruhe können sie sich auf uns niederlassen, genüsslich aussaugen und infizieren, während wir in unseren Träumen von besseren Zeiten schwelgen und nichts bemerken.
In großangelegten Versuchen mit Bettnetzen, die zusätzlich mit Permethrin imprägniert wurden, zeigte sich in Malaria-Gebieten ein signifikanter Rückgang von Infektionen und Todesfällen. Es ist unumstritten, dass Moskitonetze während der Nachtstunden am effektivsten gegen Überfälle aus der Luft schützen. In China werden zum Beispiel mehr als 2,5 Millionen Bettnetze verwendet. Sie sind billig, sicher und unproblematisch in der Handhabung. Imprägnierte Netze töten auch Bettwanzen, Kopfläuse und Zecken.
Elektronische Summer: Geldverschwendung
Aus dem Wissen heraus, dass nur weibliche Moskitos stechen, da sie das Blut zur Fortpflanzung brauchen, wurden elektronische Hochfrequenzsummer entwickelt. Sie sollen die weiblichen Moskitos abhalten. Leider scheinen in der Praxis die Tiere nicht genau zu wissen, wer jetzt weiblich oder männlich ist oder sie stören sich zumindest nicht an dem für das menschliche Ohr nicht hörbaren Sound. Es gibt keinen wissenschaftlichen Nachweis, dass diese kleinen Summer eine Wirkung haben.
Empfehlung: Bevor Sie Geld für solch ein Gerät ausgeben und nachher trotzdem total zerstochen werden, sollten Sie das Geld lieber für wirksame Produkte ausgeben.
Der Stufenplan: so funktioniert’s
Um sich vor Moskitos zu schützen, sollten sie folgenden Stufenplan befolgen:
1. Aufenthalt in Gebieten mit wenigen Moskitos und keinem Infektionsrisiko:
• Schutz mit Präparaten wie Zitronella oder Autan ist meist ausreichend.
2. Aufenthalt in Gebieten mit vielen Moskitos und keinem Infektionsrisiko:
• Ein Moskitonetz schützt effektiv und schont die Nerven.
• Andere exponierte Stellen können mit DEET oder ähnlichen Produkten geschützt werden. Wer hart im Nehmen ist, kann auch Zitronella-Präparate verwenden.
3. Gebiete mit vielen Moskitos und hohem Infektionsrisiko:
• Schutz der exponierten Haut mittels DEET Präparaten.
• Imprägnierung der Kleidung mit Permethrin.
• Nachts immer unter einem mit Permethrin imprägnierten Bettnetz schlafen.
• Kopfnetz im Dschungel tragen.
4. Grundsätzliches:
• Schutz der eigenen Gesundheit vor Infektionen hat oberste Priorität. Krankheiten wie zum Beispiel Malaria haben weit verherendere Wirkungen auf die Gesundheit als eventuelle Nebenwirkungen von chemischen Präparaten.
• Den gesunden Menschenverstand gebrauchen und zum Beispiel nicht besoffen am Strand schlafen, in der Dämmerung ohne Schutz aus dem Haus gehen oder sich leichtfertig in Moor- und Dschungelgebiete begeben.
• Produkte auf enthaltene Wirkstoffe hin prüfen und testen, ob Sie bei sich selbst auch wirksam sind. Im Zweifelsfall auf alternative Produkte ausweichen.
• Hausmitteln keinen Glauben schenken, sondern lieber auf bewährte und wissenschaftlich untersuchte Mittel und Methoden vertrauen.
• Produkte mit gleichen Hauptwirkstoffen können unterschiedlich wirken. Verschiedene Trägerstoffe und Beimischungen können Präparate mit scheinbar gleichem Inhalt unterschiedlich wirksam machen. Es gibt nicht das beste Präparat, sondern nur das für Sie beste. Probieren Sie es aus.
Armin Wirth
01.09.2002
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