Sie sind hier: › Startseite › Service › Tipps on Tour › Alles über Mückenschutz
Chemische Keulen: todsicher

- Damit gehen Sie auf Nummer sicher: Die beiden Sawyer-DEET-Produkte bieten den besten Mückenschutz. Autan ist nur für hiesige Gefilde geeignet, Rauchspiralen stinken, wirken aber.<br>Fotos: Armin Wirth
Chemische Mittel haben schnell etwas Anrüchiges. Man denkt sofort an giftige Substanzen, die irgendeine Krankheit auslösen können. Das ist auch bei DEET so, der chemischen Mückenschutz-Keule schlechthin. DEET wurde 1950 vom US-Militär entwickelt und wegen gesundheitsschädigender Wirkungen in Frage gestellt. In den USA und in Tropenregionen wird es mittlerweile wieder als Standard eingesetzt. Unbeliebt wurde DEET vor allem aufgrund der Tatsache, dass zirka 17 Prozent von DEET über die Haut aufgenommen werden. Umfangreiche Studien haben aber ergeben, dass davon meist nur geringe oder keine gesundheitlichen Schädigungen ausgehen. Jährlich benutzen weltweit 200 Millionen Personen DEET. Laut einer US-Untersuchung gab es innerhalb von 30 Jahren nicht einmal 50 bekannte Fälle von Nebenwirkungen. Allergische und toxische Reaktionen treten meist nur dann auf, wenn DEET sehr lange in hohen Konzentrationen angewendet wird.
Die Vorteile von DEET sind bestechend: Es wirkt gegen die meisten Moskitos, Zecken, Flöhe und Fliegen; ist farblos, riecht aromatisch und kann sowohl auf die Haut als auch auf die Kleidung aufgetragen werden – aber nur bei Klamotten aus Baumwolle, Wolle oder Nylon. Auf Spandex, Rayon, Acetate, Polyester, Plastikgläsern, Kameras etc. kann es Schäden verursachen.
Um die Wirkdauer von DEET einschätzen zu können, muss man folgendes beachten: Die Konzentration von DEET hat keinen Einfluss auf die Wirksamkeit, sondern nur auf deren Dauer. So ist ein Präparat mit zehnprozentigem DEET-Anteil genauso wirksam wie ein Präparat mit einem Anteil von 60 Prozent DEET, nur eben nicht so lange. Empfehlenswert sind Produkte mit einem Gehalt von 20 bis 35 Prozent.
Um die Aufnahme von DEET ins Blut zu reduzieren, wurden neue Produkte entwickelt, die den Wirkstoff über einen Zeitraum von zirka zwölf Stunden nach und nach freigeben (siehe Kasten Seite 105) . So wird die Aufnahme des DEET-Wirkstoffs in den Körper vermindert. Außerdem wird kein Alkohol mehr als Trägerstoff verwendet, der die Aufnahme von DEET in die Haut bisher begünstigt hat.
Risiken von DEE
• Der DEET-Wirkstoff kann die Effektivität von Sonnenschutzmitteln deutlich herabsetzen, so dass der angegebene Lichtschutzfaktor nicht mehr zutrifft. Wählen Sie deshalb einfach einen höheren Lichtschutzfaktor. Wird eine Kombination von Insektenschutz und Sonnencreme benötigt, so empfiehlt es sich, die Sonnencreme zuerst aufzutragen. Erst 30 Minuten später sollte dann das DEET-Repellent verwendet werden.
• Wenn Sie folgende Regeln beachten, sollten Sie normalerweise keine Probleme durch DEET bekommen: Kleinkinder und schwangere Frauen sollten es nicht verwenden, auch wenn keine schädigende Wirkung bekannt ist; DEET nicht auf Lippen und offene Wunden auftragen; verwenden Sie Produkte mit niedriger Konzentration, die den Wirkstoff nach und nach freigeben; waschen Sie das Präparat nach Gebrauch wieder ab; verwenden Sie ein Moskitonetz für den Kopf, das Bett etc. um DEET nicht unnötig über einen langen Zeitraum verwenden zu müssen.
Permethrin: die Alternative
Bei Permethrin handelt es sich um die synthetische Variante des natürlich vorkommenden Insektizides Pyrethrum. Es ist eigentlich kein wirkliches Repellent, sondern eher ein Kontaktgift, das Moskitos & Co. bei Kontakt mit dem Wirkstoff in die ewigen Jagdgründe befördert. Das Mittel wird nur sehr wenig von der Haut aufgenommen und entfaltet so keine systematischen Wirkungen im Körper. Es wirkt sehr gut gegen fast alle Moskitos, Zecken, Flöhe etc., ist geruch- und farblos, frei von Ölen. Nebenwirkungen bei Menschen sind nicht bekannt, und es ist mit allen Klamotten kombinierbar.
Permethrin wird nicht wie die anderen Präparate auf die Haut aufgetragen, sondern auf Kleidung, Moskitonetze, Socken, Vorhänge etc. Kommen Insekten in Kontakt mit diesen Materialien, fallen Sie einfach tot um. Umfangreiche Insektenfriedhöfe vor Vorhängen oder Moskitobettnetzen veranschaulichen beeindruckend die Wirksamkeit. Entsprechend hat es viele Vorteile: Die Materialien können leicht imprägniert werden (Spray oder Spülbad), es hat einen langanhaltenden Effekt über mehrere Wochen hinweg, bindet sich gut an Nylon, Polyester und Baumwolle.
Werden Moskitonetze mit Permethrin imprägniert, können die Viecher nicht durch eventuelle Löcher im Netz kriechen. Auch Insekten, die durch die Maschengröße passen, werden dadurch ausgeschaltet.
Es empfiehlt sich, Kleidung in Risikogebieten zu imprägnieren. So kann verhindert werden, dass sich Zecken, Flöhe oder Läuse etc. in der Kleidung einnisten. Die Imprägnierung lässt aber durch Waschen nach
Sicher: die Kombination
Zusammen mit DEET-Produkten auf der Haut bietet mit Permethrin imprägnierte Kleidung einen nahezu 100-prozentigen Schutz. Bei militärischen Einheiten ist diese Schutzmaßnahme Standard. Permethrin ist als Spray und als 13,3 Prozent-Waschlösung, wie DEET-Produkte, bei Travel Medicine Inc. erhältlich.
Achtung: Permethrin ist für im Wasser lebende Tiere toxisch. Darum gehören Permethrinreste in die Mülltonne und nicht in den Abfluss.
Autan: nur für Heim-Mücken
Das bekannteste Mittel in Deutschland, Autan, setzt seit 1999 einen neuen Wirkstoff ein. Bayrepel wird nur in geringen Konzentrationen verwendet und soll für den Menschen weitgehend unschädlich sein.
Da die Produkte in Deutschland mit unseren heimischen Blutsaugern getestet wurden, kann keine Aussage über die Wirksamkeit in Nordland- oder Tropenregionen getroffen werden. Erfahrungen mit einer Gruppe von 15 Personen im Sommer 2000 in Grönland zeigten jedoch, dass Autan Family nicht den gewünschten Schutz
bot und die Anwender zum Teil
massivste Stichmengen ertragen mussten. Da das Produkt sehr neu ist, bleiben Rückmeldungen und Studien aus den Tropen abzuwarten. Zumindest in Deutschland kann man sich aber getrost auf das neue Autan verlassen.
Rauchspiralen: stinkende Abwehr
Rauchspiralen werden hauptsächlich in Zelten und Räumen verwendet. Nach dem Anzünden verbreiten sie einen Geruch, der stark an ein Lagerfeuer erinnert und Moskitos fernhält. Auch wenn die Tierchen dadurch nicht sterben, ist die Wirkung schnell und deutlich sichtbar. Spiralen verhindern zwar nicht, dass der eine oder andere Blutsauger doch einen Angriff fliegt, die Geschwader sind aber deutlich reduziert und leicht kontrollierbar. Abgesehen von stinkender Kleidung sind keine Nebenwirkungen bekannt. Spiralen sind in jedem guten Trekkinggeschäft erhältlich.
Auf der nächsten Seite: » Mechanischer Schutz: völlig stressfrei
01.09.2002
© Outdoor Ausgabe 10/2000
Jetzt am Kiosk
Die neueste Ausgabe mit spannenden Themen jetzt am Kiosk.
mehr »
Hier bestellen »
Abo und Prämien:
Alle Infos hier »


