Sonnenschutz beim Wandern: Tipps und Ausrüstung

Hitze- und UV-Schutz
Sonnenschutz beim Wandern: Tipps

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ArtikeldatumVeröffentlicht am 02.05.2025
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Wanderer im Sommer bei Sonne und Hitze
Foto: Getty Images / Koldunova-Anna

Welch ein Wetter! Am Himmel tummeln sich Schönwetterwolken, die Sonne lacht, und wir wollen nur das eine: raus in die Natur. Wandern, klettern, Rad fahren – Hauptsache an die frische Luft. Was wir dabei gerne vergessen: Sonnencreme. Und was wir oft nicht wissen: woran wir den richtigen UV-Schutz für die Tour erkennen. Dazu gehört vor allem, den eigenen Hauttyp zu kennen. So wie jeder seine unterschiedlichen Lieblingssportarten hat, so hat auch jeder einen unterschiedlichen Hauttyp. Je heller die Haut, desto kürzer ist die sogenannte Eigenschutzzeit. Also die Zeit, die man ungeschützt in der Sonne verbringen kann. Sie liegt zwischen 5 (keltischer Typ) und 45 Minuten (mediterraner Typ). Der Lichtschutzfaktor (LSF) einer Sonnencreme verlängert diese Frist.

Nach der Wahl des richtigen LSF muss die Creme auch richtig angewendet werden. Als Faustregel gilt: 30 Minuten vorher eincremen und besser einmal dick als mehrmals dünn. Dick heißt zwei Milligramm pro Quadratzentimeter oder 40 Milliliter für den ganzen Körper. Die meisten nehmen nur die Hälfte, dadurch verringert sich der Schutz aber schon um die Wurzel: aus LSF 25 wird 5. Besonders bedürftig: sonnenexponierte Stellen wie Nacken, Ohren und Schultern.

Die Stärke des benötigten Schutzes hängt auch von Wetter und Ort ab. Im Schatten verringert sich die UV-Strahlung um 50 Prozent, leichte Bewölkung hält noch 25 Prozent zurück. Schnee hingegen reflektiert fast 100 Prozent und Sand noch die Hälfte. Pro 1000 Höhenmeter steigert sich die Strahlung um weitere 15 Prozent. Auf Hochtouren und Gletschern ist mindestens LSF 50 notwendig. Den besten Schutz bietet jedoch dunkle, engmaschige Kleidung, die möglichst viel Haut bedeckt.

So schützt ihr eure Haut: Die fünf goldenen Regeln

1

Optimal anziehen

2

Pralle Sonne meiden

3

Die richtige Wahl treffen

4

Großzügig sein

5

Wartezeit beachten

Was tun bei Sonnenbrand?

Hat man sich in der Sonne verbrannt, sollte man diese als allererstes meiden. Der nächste Schritt danach heißt: Kühlung – etwa mit feuchten Tüchern oder unter der Dusche. Ist man durch die Sonne jedoch stark aufgeheizt oder leidet unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sollte man mit lauwarmem Wasser starten. Coolpacks können ebenfalls helfen. Allerdings sollte zwischen das Pad und die Haut immer ein Tuch gelegt werden, um Erfrierungen zu verhindern. Anschließend können spezielle Lotions auf den verbrannten Stellen helfen. Ebenfalls empfehlenswert: genügend Wasser trinken! Damit wird der Mineral- und Wasserhaushalt wiederhergestellt. Vorsicht bei Hausmitteln für Sonnenbrand: Die Verwendung von Salz, Apfelessig oder Zitrone (beispielsweise) schadet der Haut noch zusätzlich.

Tipps für Touren in der Höhensonne

Sonne auf über 3000 Meter Höhe kann besonders gefährlich werden – Gletscherbrille und Faktor-50-Sonnencreme sind hier Pflicht, will man keine (Netz-) Hautschäden riskieren. Doch nicht nur bei Kaiserwetter gehören eine Sonnenbrille mit bruchsicheren Kunststoffgläsern und eine Schneebrille mit UVA- und UVB-Filter ins Gepäck. Auch bei Nebel streut die Feuchtigkeit in der Luft das Licht und erhöht die Strahlungsintensität sogar zusätzlich. Beim Kauf ist darauf zu achten, dass die Skibrille oder Sonnenbrille seitlich geschlossen ist und gut mit dem Gesichtsfeld abschließt.

Empfehlenswerte Schutzbrille für Bergtouren

Die Sportstyle 312 VPX von Uvex reagiert auf zunehmende Sonnenstrahlen mit selbsttönenden Scheiben (Klasse 2–4) und ansteckbaren Streulichtblenden. Softe Nasenbügel gewährleisten einen bequemen, rutschfesten Sitz (30 g, 160 €).

Sonnenbrillen
Uvex

Worauf es bei einer guten Sportsonnenbrille ankommt100% UV-Schutz (UV400) ist Pflicht.

Filterkategorie passend wählen: Kat. 3 für die meisten Bergtouren, Kat. 4 für Schnee/Gletscher (nicht zum Autofahren).

Gute Abdeckung/Seitenschutz: große, gewölbte Gläser gegen seitliches Licht (in den Bergen wichtig).

Sicherer Sitz: rutschfeste Nasenpads/Bügel, leicht, druckfrei – hält auch beim Schwitzen und beim Blick nach unten.

Gute Sicht im Gelände: kontraststarke Gläser (oft braun/kupfer), optisch verzerrungsarm.

Beschlag & Kratzer: möglichst gute Belüftung/Anti-Fog und kratzfeste Beschichtung.

Optional: Polarisiert gegen Reflexionen, photochrom/Wechselgläser bei häufigen Lichtwechseln.

Schützende Tücher, Mützen & Hüte

Sonnenschutz
Chaskee
Sonnenschutz
Buff

Ganzjährig einsetzbar: das temperaturregulierende Merino Wool Schlauchtuch von P.A.C. – es besteht zu 100% aus Mulesing-freier Merinowolle, ist atmungsaktiv, und unterdrückt unangenehme Gerüche. Kann sowohl als Halstuch, Schal, Stirnband oder als zusätzliche Schicht unter einen Fahrrad- oder Kletterhelm eingesetzt werden. Preis: 25 Euro.

Es gibt einige Hüte und Mützen, die zuverlässig gegen UV-Einstrahlung schützen. Kopfbedeckungen von Outdoor Research gehören ebenfalls dazu, beispielsweise der Sombriolet Sun Hat für rund 50 Euro. Ebenfalls gut: die schnelltrocknende Airshed Cap von Patagonia (ca. 40 Euro) mit der Wandernde vor schädlicher Sonneneinstrahlung am Kopf noch besser geschützt sind.

Sonnenschutz
Stetson

Sonnenschutzmittel: Wasserfeste Lotion

Ambre Solaire Sonnenschutzmilch Lotion LSF30
Garnier

Sonnenschutzmittel: Wasserfestes Spray

OD-0712-Basislager-Sonnenschutz-Nivea (jpg)
Hersteller

Kleidung: Der effektivste Schutz kommt aus dem RucksackWährend Sonnencreme nur temporär schützt und regelmäßig erneuert werden muss, bietet UV-Schutzkleidung einen dauerhaften Schutz:

Langärmlige Funktionsshirts mit UPF (Ultraviolet Protection Factor) blocken UV-Strahlen effektiv ab.

Helle, luftige Stoffe reflektieren Sonnenstrahlen und halten den Körper kühl.

Hut mit breiter Krempe oder Legionärskappe schützt Gesicht und Nacken besser als Basecap oder Sonnenbrille allein.

Tipp: Kleidung mit UPF 50 blockiert über 98% der UV-Strahlung – ideal für längere Touren ohne Schatten.

Mehr dazu:

Wie verhalte ich mich bei einem Hitzschlag?

Einen Sonnenstich bekommt man schneller als gedacht. Anhaltende Temperaturen über 30 Grad und körperliche Überanstrengungen führen schnell zu gesundheitlichen Komplikationen. Anzeichen für einen Hitzschlag können die Erhöhung der Körpertemperatur, heiße und trockene Haut, ein beschleunigter Puls, Krämpfe und Erbrechen, Müdigkeit und Erschöpfung sowie Schwindelgefühl, Verwirrtheit und Halluzinationen sein. Dann heißt es: sofort in den Schatten und den Oberkörper hochlagern. Ist der Betroffene bei Bewusstsein, sollte man ihm Wasser oder Fruchtsaftschorle oder Tee anbieten. Bei Benommenheit hilft es zudem, die Beine hochzulegen. Feuchte Tücher zur Kühlung des Körpers, besonders im Kopf- und Nackenbereich, helfen ebenfalls. Nur Eis sollte nicht auf den Körper gegeben werden. Bei Bewusstlosigkeit umgehend die stabile Seitenlage anwenden und den Notruf absetzen.

Was hilft bei Dehydrierung?

Verliert der Körper mehr Flüssigkeit, als er aufnimmt, kommt es zur Dehydrierung im Körper und lebenswichtige Nährstoffe werden schlechter transportiert. Die beste Vorbeugung dafür ist die ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit. Als Faustformel gilt: mindestens 35 Milliliter Wasser pro Kilogramm Körpergewicht. Bei körperlicher Anstrengung oder Hitze kann man sogar vom Doppelten ausgehen. Auch bei älteren Menschen ist die Gefahr des "Zuwenig-Trinkens" höher. Deshalb ist es wichtig in regelmäßigen Abständen Wasser oder ungesüßten Tee zu trinken – und nicht erst dann, wenn der Durst einsetzt! Schwitzt man stark, sollte man außerdem isotonische Getränke (Saftschorle o.ä.) zu sich nehmen, um den Zucker- und Mineralstoffhaushalt aufrechtzuerhalten.

Warnsignale ernst nehmen: Wenn der Körper streikt

Typische Symptome bei Überhitzung:

  • Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit
  • Heiße, trockene Haut trotz Hitze
  • Verwirrtheit, extremes Schwächegefühl

Dann gilt: sofort Pause machen, Schatten suchen, Flüssigkeit zuführen – und im Zweifel die Tour abbrechen.


(alle Angaben ohne Gewähr)

Fazit