Klettersteige bewältigen: So geht's

Steighilfe: Die besten Tipps fürs Klettersteiggehen


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Bergstiefel Alpinstiefel Test
Foto: Jens Mönnich

 

Klettersteig-Ausrüstung
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Klettersteig-Ausrüstung
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Black Diamond Half Dome
Schwindelfreie, trittsichere Bergwanderer kommen mit etwas Übung schnell auf Klettersteigen klar. outdoor zeigt, was Sie beachten müssen.

1. Klettersteigset

Benutzen Sie nur moderne Y-Klettersteigsets – diese bieten die meisten Sicherheitsreserven. Denn bei diesem Typ werden beide Karabiner ins Drahtseil eingehängt. An einer Verankerung, die das Drahtseil fixiert, oder an einer Leiter werden die beiden ­Karabiner nacheinander hinter der Verankerung wieder ins Seil eingehängt.

2. Karabiner

Vor dem Umhängen der Karabiner sollten Sie zunächst auf einen sicheren Stand achten. Der Aus- und Einhängepunkt muss gut erreichbar sein. Erst dann lösen Sie einen der Karabiner, hängen diesen oberhalb des Hakens wieder ein und kontrollieren sicherheitshalber noch den Verschluss, der ganz ­geschlossen sein muss. Mit dem zweiten Karabiner verfahren Sie im Anschluss genauso.

3. Kletterregeln

Auch beim Klettersteiggehen gelten die klassischen Kletterregeln: Immer bei drei Punkten auf guten Halt achten und nur einen Fuß (oder eine Hand) zum nächsten Tritt (Griff) führen. Dann kommt man auch in etwas steileren Passagen sicher und kräfte­schonend voran. Staut sich der "Klettersteigverkehr" in anspruchsvolleren Abschnitten, wartet man an einem Ort, an dem man komfortabel steht, bis die schwierige Stelle ohne Unterbrechung durchstiegen werden kann.

 

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Foto: Jens Mönnich Mit ein bisschen Übung ist die Bewältigung eines Klettersteigs kein Problem.

4. Bandschlingen

Ergänzend zum Klettersteigset kann man zusätzlich noch eine Bandschlinge (60 oder 90 Zentimeter Länge) durch die Einbindeschlau­fe das Klettergurts fädeln (Ankerstich). Diese Schlinge wird zusätzlich zum Klettersteigset mittels eines Seilkarabiners ins Drahtseil eingehängt, bevor man sich in Pausen oder zum Ausruhen in den Gurt setzt. Weil sie kürzer ist als die beiden "Arme" des Klettersteigsets, lässt sich das Seil einfacher erreichen, wenn es weitergeht. Bei der Fortbewegung darf die Bandschlinge aber nie im Seil eingehängt sein – das ist lebensgefährlich!

5. Schwierigkeitsgrad checken

Auf Klettersteigen kann man nicht umkehren. Deshalb sollten Sie sich vor der Tour gründlich über den Schwierigkeitsgrad und die Länge der Tour informieren. Gerade Anfänger überschätzen sich oft und geraten dann bei Wetterumbrüchen in Bergnot. Bringen Sie außerdem in Erfahrung, ob es alternative Ausstiegsmöglichkeiten gibt, um im Notfall die Route zu verkürzen. Das verraten Ihnen in der Regel Klettersteigführer oder Routenbeschreibungen.

Stürze auf Klettersteigen sind unangenehm, mitunter sogar gefährlich. Das Klettersteigset verhindert zwar Ihren Absturz, Sie rutschen aber bis zur nächsten Verankerung zurück (Ausnahme: Skylotec Skyrider). Auf dieser Rutschpartie kann man sich am Fels oder Seil verletzen. Wer die Sicherungstechnik vom Klettern beherrscht, kann den Nachsteiger an kniffligen Stellen mit einem kurzen Seilstück und HMS (oder Abseilachter) zusätzlich sichern.

Video: Richtiges Sichern beim Klettersteiggehen

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Via Ferrata Einsteigertipps - Q&A:

15.06.2015
© outdoor
Ausgabe 09/2011