Echsenkunde: Im Reich der Zwergdrachen - Eidechsen & Blindschleichen

Exoten der heimischen Natur: Echsen

Zauneidechse
Foto: Cornerstone/pixelio.de
Schuppige Haut, starrer Blick und eine gespaltene Zunge – archaisch und irgendwie fremd wirken Echsen auf die meisten Menschen. outdoor macht Sie mit drei heimischen Mini-Drachen bekannt.

Blindschleiche (Anguis Fragilis)
Ihre Zugehörigkeit zu den Echsen verraten Blindschleichen mit einem Detail: Sie können in Notsituationen den Schwanz abwerfen.

Merkmale
Sehen aus wie Schlangen, sind aber keine: Blindschleichen werden bis zu 50 cm lang, tragen glatte, kupfer- bis dunkelbraune Schuppen. Der Kopf geht ansatzlos in den Rumpf über; der Schwanz ist ebenfalls nicht abgesetzt.

Vorkommen
Feucht und hell mögen dieEinzelgänger ihr Revier. Blindschleichen sind von Norwegen bis Italien stark verbreitet; auch in Groß­britannien. Die tag- und dämmerungsaktiven Tiere bevorzugen Heide, Wiesen und lichte Wälder.

Besonderheiten
Blindschleichen haben keine Beine, obwohl sie zu den Echsen gehören. Wenn man genau hinschaut, tragen sie an Schultern und Becken Andeutungen von Gliedmaßen. Jungtiere haben rudimentäre Beine, die sich aber zurückbilden

 

Waldeidechse
Foto: Jutta Nowack/pixelio.de Scheu und gut getarnt: Die gemeine Waldeidechse.

Waldeidechse (Lacerta Vivipara)

Scheuer Kletterer: Waldeidechsen lassen sich nicht gerne beobachten und huschen bei Besuch rasch Mauern und Bäume hinauf.

Merkmale
Waldeid­echsen sind nur 18 cm lang, ziemlich stark gepunktet und haben einen gedrungenen Kopf. Männchen tragen ihren Bauch orange bis rot mit schwarzen Punkten, Weibchen ungepunktet und hellgrau bis gelblich.

Vorkommen
Wälder, Wiesen und Moore, gerne offen, aber dennoch feucht – und schon ist der perfekte Lebensraum der tagaktiven Waldeidechsen fertig. Man findet sie von Spanien bis Nordnorwegen, Richtung Osten sogar noch in Ostsibirien.

Besonderheiten
Zunehmend werden die Waldeidechsen als monotypische Gattung »Zootoca« geführt: Das »Reptil des Jahres 2006« unterscheidet sich genetisch stark von anderen Echsen, so dass seine Art eine eigene Gattung bildet.

 

Zauneidechse
Foto: Christine Braune/pixelio.de Zauneidechsen kennen keine Scheu und lassen Menschen daher dicht an sich heran.

Zauneidechse (Laverta Agilis)

Man lässt brüten: Anders als andere Echsen vergraben Zauneid­echsen ihre Eier in warmer Erde. Jungtiere schlüpfen nach 60 Tagen.

Merkmale
Während der Paarungszeit ist der Bauch des Männchens leuchtend grün. Weibchen haben einen gelblichen Bauch. Die Echsen werden bis 20 cm lang. Charakteristisch: dunkler, hell abgesetzter Streifen auf dem Rücken.

Vorkommen
Trockene Böschungen, sonnige Waldränder – hier fühlen sich Zauneidechsen wohl. Man findet die tagaktiven Räuber (Insekten, Spinnen, Würmer) von den Pyrenäen bis nach Süd­skandinavien und im Osten bis zum Baikalsee.

Besonderheiten
Die gedrungen wirkende Echse sonnt sich gerne und ausgiebig. Da sie keine Scheu kennt und sich gerne in der Nähe von Menschen ansiedelt (Böschungen, Trockenmauern), wird sie oft das Opfer von jagenden Hauskatzen.




13.08.2012
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Ausgabe 09/2011