Zwiebelprinzip - so kleiden Sie sich richtig für outdoor-Touren

Schicht-Arbeit: So funktioniert das Zwiebelprinzip

"Kleiden Sie sich nach dem Zwiebelprinzip!" - Wer kennt diesen Satz nicht? Doch was verbirgt sich dahinter? Alle Infos zum Zwiebelprinzip hier.

Letztlich verbirgt sich hinter dem Begriff Zwiebelprinzip für Outdoor-Bekleidung nur, dass man statt einer dicken Kleidungsschicht mehrere dünne Lagen tragen soll. Denn nur damit kann man sich gezielt verschiedensten Wettersituationen anpassen.

 

Foto: Arcteryx

1. Lage: Unterwäsche

Die erste der vier Lagen hat den schwersten Job von allen: Sie muss bei Wärme kühlen und bei Kälte wärmen, Schweiß ableiten und im Nu trocknen. Dabei darf sie weder kratzen noch müffeln. Die richtige Wahl: Funktionswäsche aus Kunstfasern wie etwa Polyester oder Polypropylen. Auch Mischgewebe aus Synthetik und Merinowolle oder 100%-Merinowolle eignen sich – allerdings eher für kühle Temperaturen. Tipp: Achten Sie auf einen körpernahen, faltenfreien Sitz und auf ein angenehmes Hautgefühl.

 

Icebreaker Arctic Hood
Foto: Icebreaker

2. Lage: Isolation

Kälteschutz ist das Metier von Lage 2: Die Isolationslage besteht entweder aus dünnem, elastischem Fleece (bspw. Polar­tec Power­stretch) oder aus hochflorigem, warmem Fleece. Unter der Softshell, bei Regen unter der Funktionsjacke getragen, heizt sie kräftig ein. Für die Beine sind lange Power­stretch- oder Woll­hosen ideal. Tipp: Körpernahe Modelle fügen sich besser ins Schichtensystem als weite.

 

0216 Hosen-Test Haglöfs Mid II Flex Pants Men
Foto: Haglöfs

3. Lage: Windschutz

Lage 3 fungiert als Universalschutz: Sie hält Wind und leichten Nieselregen genauso ab wie UV-Strahlen oder Insekten. Auch schützt sie etwas vor Auskühlung. Ideal eignet sich dafür eine Softshelljacke, an den Beinen eine lange Wanderhose.

Bei Wärme wird aus Lage 3 Lage 2: Dann trägt man Soft­shelljacke und Wanderhose direkt über der Unterwäsche. Tipp: Imprägnieren Sie Softshelljacke und Hose regelmäßig, dann halten sie auch kurzen Schauern stand.

 

Dreilagenjacken im Test: Arc'teryx SV Alpha
Foto: Ralf Bücheler / Arcteryx

4. Lage: Nässeschutz

Erst wenn es regnet oder stürmt, kommt Lage vier zum Einsatz: die wasserdichte Funktionskleidung. Mit den schwitzigen Regen­jacken und -hosen vom Discounter haben moderne Modelle nichts gemein. Bei ihnen hält eine wasser­dichte, aber dampfdurchlässige (atmungsaktive) High-Tech-Folie - die Membran - das Körperklima im Lot. Weitere Merkmale sind abgeklebte Nähte, wasser­undurchlässige Reißverschlüsse und eine gut sitzende Kapuze mit kräftigem Schirm. Tipp: Ob Gore-Tex, Dermizax oder Event: Ebenso wichtig wie die Membran ist ein guter Schnitt, deshalb: anprobieren!

Worauf es bei der jeweiligen Witterung ankommt, lesen Sie hier:

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1215 funktionsunterwäsche devold breeze Foto: Devold
1215 funktionsunterwäsche devold breeze Foto: Devold
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01.06.2010
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Ausgabe 06/2010