Ausrüstungspflege: So pflegen Sie Ihre Jacken und Schuhe optimal

Ausrüstung pflegen - das sollten Sie beachten

Ausrüstungspflege
Foto: Daniel Geiger
Ausrüstungspflege lohnt sich! Dadurch hält die Ausrüstung länger und funktioniert besser. Wir verraten Ihnen, wie Sie Kleidung und Schuhe in Schuss halten ...

Die Funktionsjacke saugt sich schon bei leichtem Nieselregen voll wie ein trockener Schwamm und fühlt sich klamm an – von wasserab­weisender Ausrüstung keine Spur mehr. Auch an den Wanderstiefeln nagt der Zahn der Zeit: Nach der ersten feuchten Wiese hängt das patsch­nasse Schuhwerk wie Blei an den ­Füßen. Kein Wunder, dass die meisten Trekker und Wan­derer Schmuddel­wetter meiden.

Doch wer seine Outdoor-Kleidung regelmäßig wäscht und imprägniert, die Wanderschuhe sauber hält und pflegt, erhält die ursprüngliche Funktion über Jahre. Außerdem verlängert sich die Lebensdauer der Ausrüstung: Starren wasser­dichte, atmungsaktive Materialien wie beispielsweise Gore-Tex, Texapore oder Dermizax über viele Monate vor Schmutz, können sie dauerhaft undicht werden. Ausgetrocknetes, ungepflegtes Leder wird unter Umständen schon innerhalb ­einer Wandersaison brüchig.

Ehe Sie jetzt aber der Putzwahn packt, beachten Sie bitte die outdoor-Pflegehinweise, sonst geht der Schuss im schlimmsten Fall nach hinten los. Denn auch die falsche Pflege beeinträchtigt die Funktion und schmälert die Haltbarkeit. Die Grundregel für Bekleidung lautet:
So oft als nötig und so selten wie möglich waschen. Während Funktionsunterwäsche, Wandersocken und Wanderhemd schon nach einer Tagestour in die Waschmaschine kommen, wartet man bei allen anderen Bekleidungsteilen bis sie merklich müffeln oder deutliche Schmutzspuren zeigen.

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Anleitung: Funktionsbekleidung waschen

Grundsätzlich gehört Outdoor-Bekleidung in die Waschmaschine, nicht in die chemische Reinigung. Mit welchem Waschprogramm und bei welcher Temperatur steht meist im Etikett (Wannensymbol mit Zahl: 30, 40 oder 60). Spezielle Waschmittel, etwa Techwash von Nikwax oder Prowash von Fibertec, verlängern die Lebensdauer der Imprägnierung – wichtig bei Softshells und wasserdichten, atmungsaktiven Sachen. Bei diesen Bekleidungstypen lohnt sich auch ein extra Spülgang. Er sorgt dafür, dass sämtliche Waschmittelreste herausgewaschen wer­den und Wasser besser abperlt.

Und wie sieht es mit dem Schleudern aus? Wasserdichte, ­atmungsaktive Funk­tionsjacken und -hosen gar nicht, Softshells nur kurz auf der niedrigsten Stufe (meist 600 Touren) anschleudern. Dazu die Waschmaschine auf Spülstopp stellen. Bei wasserdich­ter, atmungsaktiver Be­kleidung am Ende des Wasch­gangs das Programm "abpumpen" wählen, im Anschluss die Sachen über der Badewanne oder in der Dusche aufhängen.

Bei Softshells das Programm "schleudern" einstellen und war­ten, bis die Waschmaschine anfängt hochzudrehen. Nach 30 bis 60 Sekunden die Maschine abschalten und die Softshells ebenfalls in der Dusche oder über der Badewanne aufhängen. Sobald die Sachen nicht mehr tropfnass sind, kommen sie für mindestens eine Stunde in den Trockner mit dem Programm "Schontrocknen" – es sei denn, das Etikett verbietet dies. Sie erkennen das am durchgestrichenen Quadrat mit einem Kreis in der Mitte. In allen anderen Fällen lohnt sich der Gang in den Trockner: Wärme erweckt die Imprägnierung zu neuem Leben.

Und wenn danach das Wasser immer noch nicht vom Außen­stoff abperlt? Dann muss er ­imprägniert werden. Am effektivsten funktionieren Sprays: Fibertec Green Guard hat sich als ideal für wasserdichte, atmungsaktive Bekleidung und Softshells mit Mem­bran erwiesen, Nikwax Soft­shell Proof für alle Softshells.

Detaillierte Waschanleitungen in Tabellenform gibt es hier

 

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Hartnäckige Flecken wie Ruß oder Schmiere müssen vor der Wäsche entfernt werden. Am besten funktioniert's, indem Sie den Schmutz mit einem Lappen und etwas original Pril vorsichtig abtupfen. Auf keinen Fall reiben – das drückt den Schmutz tiefer ins Gewebe.

 

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Vor der Wäsche alle Reiß- und Klettverschlüsse schließen. Nur so verhindern Sie, dass kantige Zipper und raue Kletthaken die Wäsche während des Waschgangs beschädigen. Soft­shells, Fleece- und Wollsachen sollten Sie auf links drehen, das schont die Außenseite.

 

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Wäschesäcke aus feinem Netzmaterial schützen empfindliche Bekleidungsteile wie beispielsweise Funktionsjacken oder Regenhosen vor Beschädigungen in Waschmaschine oder Trockner. Wäschesäcke sind in Drogeriemärkten ab ­zirka 5 Euro erhältlich.

 

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Noch einmal was zur Imprägnierung von Outdoor-Bekleidung: Am besten funk­tionieren Sprays, die man auf feuchte Kleidung aufsprüht. Über Nacht trocknen lassen, dann für 60 Minuten in den Trockner (Schongang) stecken oder auf niedriger Stufe bügeln.

Kleine Risse oder Löcher in Bekleidung reparieren

Schon ein kleiner Riss oder ein winziges Loch in der atmungsaktiven, wasserdichten Jacke und Hose genügt, um beim nächsten Wolkenbruch baden zu ­gehen. Das muss aber nicht sein: Innerhalb einer Stunde – und mit ein wenig Geschick – können Sie den Schaden selbst reparieren. Wie's geht, zeigen wir hier:

Schuhe pflegen

Auch optimal gepflegte Schuhe begleiten Outdoorer über viele Jahre und bieten spürbar mehr Komfort. Außerdem sehen sie besser aus! Wie Schuhe gereinigt werden müssen und worauf es bei der Pflege von Schuhen ankommt, erfahren Sie hier:

 

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Nach jedem Einsatz sollten Sie die Einlegesohle aus Ihren Schuhen herausnehmen, damit auch das Innere richtig trocknen kann. Müffelnde Einlegesohlen werden mit warmem Wasser und etwas Shampoo gewaschen – oder sie kommen bei 30 Grad in die Waschmaschine. Durchgelaufene Einlegesohlen müssen Sie dagegen sofort ersetzen – am besten durch spezielle Fußbetten, etwa von Spenco, Con‘formable oder Superfeet.

 

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Befreien sie Ihre Schuhe nach jeder Tour von Schmutz. Er macht das Leder brüchig! Als Erstes die Schnürsenkel ausfädeln und anschließend den groben Dreck mit einer festen Schuhbürste und klarem, lauwarmem Wasser abbürsten. Auch die Sohle nicht vergessen: Entfernen Sie im Profil verkeilte Steinchen vorsichtig mit einem stumpfen Messer oder Schraubendreher – die Steine können das Sohlengummi beschädigen.

 

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Fühlt sich das Schuh-Leder vor der Wäsche wie trockene Haut an, muss es mit Pflegewachs behandelt werden. Zuvor sollten die Schuhe nach der Reinigung aber ein bis zwei Tage trocknen – doch keinesfalls vor der Heizung, am Feuer oder in der prallen Sonne! Sind die Wanderstiefel auch von innen feucht, stopfen Sie sie mit Zeitungspapier aus, das sie nach etwa sechs Stunden wechseln. So lange wiederholen, bis die Schuhe ganz trocken sind.

 

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Saugt sich das Obermaterial Ihrer Schuhe schnell mit Wasser voll, muss es imprägniert werden. Am einfachsten geht es mit Imprägnierspray, das Sie in Outdoor- oder Schuhläden kaufen können. Sprühen Sie die Schuhe ein, so lange das Obermaterial noch feucht ist. Dann dringt die Imprägnierung während des Trocknens tiefer ins Material ein. Dadurch hält ihre Wirkung länger an. Tipp: Sprays immer im Freien auftragen.

Schlafsack waschen

Zeltpflege

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Video: outdoor
15.10.2016
Autor: Frank Wacker
© outdoor
Ausgabe 12, 10/2009, 2009