Abenteurer Arved Fuchs im outdoor-Interview

Arved Fuchs: "Das Abenteuer ist ein kreatives Element"

Arved Fuchs Portrait
Foto: Deutsche Bundesstiftung Umwelt
Seit 1977 unternimmt Arved Fuchs Expeditionen in die Polargebiete. Neben dem Abenteuer zählt für ihn immer mehr die Erforschung des Klimawandels.

Auf welche Leistung sind Sie stolz?
Fuchs: Mein Leben trotz aller Bedenkenträger, die mir begegnet sind, in die für mich richtigen Bahnen gelenkt zu haben.

Was verstehen Sie unter Abenteuer?
Fuchs: Abenteuer ist für mich eine intellektuelle Auseinandersetzung mit den eigenen Möglichkeiten. Es bedeutet für mich zunächst, das "scheinbar" Unmögliche möglich zu machen. Das Abenteuer ist ein kreatives Element und der Treibsatz, aus dem meine Projekte entstehen.

Wo hat es Ihnen am besten gefallen?
Fuchs: Die Liste ist ziemlich lang und reicht vom Nordpol bis zum Südpol. Grönland ist eines meiner Lieblingsziele, besonders Nordostgrönland ist ein echtes Highlight. Weiterhin gehören Südgeorgien im Südatlantik und Ellesmere Island zu meinen Favoriten. Und dann sind da noch Patagonien und Feuerland, Alaska und die Aleuten, aber jetzt gerate ich ins Schwärmen.

Welche Situation war für Sie die gefährlichste?
Fuchs: Gerade gestern – da stand ich auf einer Leiter und habe die Regenrinne meines Hauses gereinigt. Es gab und gibt immer noch gefährliche Situationen. Aber ich mag keine Festlegung nach dem Motto: Was war das schönste, schwierigste, gefährlichste Ereignis auf meinen Expeditionen?

Auf welches Ausrüstungsstück würden Sie unterwegs nie verzichten?
Fuchs: Auf mein Halstuch – meine Schwester hat es mir vor meiner ersten Expedition mitgegeben, natürlich auch zum Warmhalten, aber hauptsächlich als einen Talisman und als einen Glücksbringer.

Mit wem würden Sie gerne einmal auf Tour gehen?
Fuchs: Mit Ina Müller – das würde sicher lustig werden. Die macht sehr coole Musik und ist zudem sehr humorvoll (deutsche Musik-Kabarettistin, Buchautorin und Fernsehmoderatorin, Anm. d. Red).

Wonach sehnen Sie sich, wenn Sie zurückkehren?
Fuchs: Ich freue mich auf die heiße Badewanne – möglichst stundenlang, danach gutes Essen und einen ausgezeichneten Wein.

Wo möchten Sie leben?
Fuchs: Ich bin zufrieden mit dem Status quo.

Welchen Fehler entschuldigen Sie am ehesten?
Fuchs: Vergesslichkeit – passiert mir auch.

Ich möchte unbedingt einmal ...
Fuchs: ... in einem Konzert der Rolling Stones gewesen sein, bevor sie in Pension gehen.

Ihr Motto?
Fuchs: Du kannst alles machen, aber du musst es richtig machen.

 

Buch von Arved Fuchs: Blickpunkt Klimawandel
Foto: Delius Klasing

Daten und Fakten: Arved Fuchs

Der deutsche Polarforscher und Autor wird am 26. April 1953 in Bad Bramstedt geboren, wohnt bis heute hier. Seit 1977 unternimmt er Expeditionen. 1989 erreichte er als erster Mensch innerhalb eines Jahres Nord- und Südpol.

Sein neuestes Buch heißt Blickpunkt Klimawandel (Delius-Klasing, ca. 224 Seiten, 88 Farbfotos, 22 farbige Abbildungen, Preis: 18 Euro).

Mehr über Arved Fuchs und das Thema Klimawandel gibt es in diesem Video:




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12.11.2011
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Ausgabe 01/2011