Für freie Trails in Baden-Württemberg: Online-Petition gegen die 2-Meter-Regel

Bisher ist es Mountainbikern in baden-württembergischen Wäldern nur gestattet, Wege mit einer Breite von über zwei Metern zu befahren. Auf der Eurobike 2013 vollzog die Deutsche Initiative Mountainbike (DIMB) nun den Schulterschluss mit drei weiteren Radverbänden und rief zur Unterzeichnung einer Online-Petition auf. Ziel: die 2-Meter-Regelung in Baden-Württemberg kippen.

 

Bike-Verbot
Foto: © 110stefan/PIXELIO Bislang gilt auf baden-württembergischen Singletrails: Biken verboten!

Wer in Baden-Württemberg Singletrails und andere schmale Waldwege befährt, verstößt gegen das Gesetz. Denn: Als einziges deutsches Bundesland hält Baden-Württemberg an der 2-Meter-Regel fest, die es Mountainbikern verbietet, Waldwege mit einer Breite von weniger als zwei Metern zu befahren. Andere Bundesländer, wie zum Beispiel Thüringen, haben ähnliche Beschränkungen bereits vor 10 Jahren abgeschafft. Auch Hessen hat in diesem Jahr gezeigt, wie es richtig geht.

Die Deutsche Initiative Mountainbike (DIMB), hat nun eine Online-Petition ins Leben gerufen mit dem Ziel, die 2-Meter-Regel im baden-württembergischen Waldgesetz zu kippen. Die DIMB plädiert für eine neue Regelung, die sowohl die Natur schützt, als auch die Interessen aller Wald- und Naturnutzer gleichberechtigt berücksichtigt. Die Petition kann von allen in Deutschland gemeldeten Bürgern unterzeichnet werden.

Auf der diesjährigen Eurobike in Friedrichshafen, der weltweit größten Fahrradmesse, schlossen sich nun drei weitere große Fahrradverbände – der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC), der Badische Radsportverband (BRV) und der Württembergische Radsportverband (WRSV) – dem Kampf der DIMB an, und gaben eine gemeinsame Erklärung ab.

Die Erklärung im Wortlaut:

Weg mit der 2-Meter-Regel!

Gemeinsame Erklärung des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs Baden Württemberg (ADFC Baden-Württemberg), der Deutschen Initiative Mountainbike (DIMB), sowie der Radsportverbände Baden und Württemberg (BRV und WRSV) zur Wegbreitenregelung in Baden-Württemberg.

Baden-Württemberg ist etwas ganz Besonderes: Seit bald 20 Jahren gibt es im „Ländle“ ein Waldgesetz, das die Ausübung des Betretungsrechtes für Radfahrer auf Wege mit einer Breite von mindestens zwei Metern beschränkt. Dies ist in Deutschland einmalig.

Die Notwendigkeit einer derartigen Regelung konnte bisher nie belegt werden; gleichwohl beabsichtigt auch die Grün-Rote Landesregierung die „2-Meter-Regel“, die sie in der Opposition noch bekämpft hat, beizubehalten.

Die 2-Meter-Regel

  • diskriminiert Radfahrer und Mountainbiker – Tourenfahrer, Naturliebhaber, Breiten- und Spitzensportler, Touristen und Einheimische – denen willkürlich das Ausüben ihrer Art des Naturerlebens verwehrt wird
  • behindert die Entwicklung des Radtourismus trotz hervorragender geografischer Bedingungen
  • sorgt für Rechtsunsicherheit und nicht überschaubare Haftungsrisiken für Radsportvereine und Guides
  • verhindert die Ausweisung von Mountainbike-Strecken durch Bürokratie und hohe Kosten für Ausnahmeregelungen.
  • verstößt gegen das elementare Rechtsprinzip der Verhältnismäßigkeit

In jenem kleinen Teil der Wälder, in denen Wanderer oder die Natur durch das Rad ausnahmsweise beeinträchtigt werden, muss es natürlich Regulierungen und Einschränkungen für Radfahrer geben. Dies zu tun, ist jedoch auch ohne die 2-Meter-Regel möglich. Auch dass alle, die in der Natur Erholung suchen, aufeinander Rücksicht zu nehmen haben, ist selbstverständlich.

Wir fordern daher:

  • die ersatzlose Streichung von § 37 Abs. 3 Satz 1 LWaldG Baden-Württemberg
  • eine gesetzliche Regelung, die auf Miteinander und Rücksichtnahme setzt statt pauschale Verbote
  • das Ende der Diskriminierung ausgewählter Arten des Naturerlebens

Rad-Neuheiten frisch von der Eurobike:

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04.09.2013
Autor: Franz Güntner
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