Gesundheitsgefahr aus dem Teebeutel: Forscher entdecken krebserregende Stoffe in Tees

Einen Kamillentee zum Einschlafen, einen Fenchel-Kümmel-Tee bei Bauchschmerzen - bisher galten Kräutertees als gesundes Hausmittel für kleine Wehwehchen. Das Bundesinsitut für Riskiobewertung sprach vor kurzem jedoch überraschend eine Warnung aus.

 

Krebserregende Stoffe in Kräutertee gefunden
Foto: Michael Grabscheit / Pixelio

Anscheinend sind viele handelsübliche Kräutertees mit sogenannten Pyrrolizidinalkaloiden belastet. Diese Stoffe, die Pflanzen bilden um Fressfeinde abzuwehren, sind auch nach dem Trocknen noch in vielen Tees enthalten. In Tierversuchen haben sie sich als krebserregend herausgestellt. Bei der Belastung eines Tees soll es keinen Unterschied machen, ob das Produkt aus der Apotheke, dem Reformhaus oder dem Discounter kommt.

Zwar gibt es keine verbindliche Obergrenze für Pyrrolizidinalkaloid-Gehalt in Lebensmitteln, jedoch empfiehlt Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR): „Da sich einige der nachweisbaren Pyrrolizidinalkaloide im Tierversuch als geno­toxische Kanze­rogene erwiesen haben, sind diese Gehalte zu hoch und sollten möglichst gesenkt werden." Dies sollte durch Kontrollen der Teechargen vor der Vermarktung und dem Verkauf geschehen.

Keine akute Schädigung

Von einer akuten Gesundheitsschädigung durch Kräutertee geht das BfR zum Glück nicht aus. Jedoch sollten Schwangere, Stillende und Kinder nicht längerfristig und überdurchschnittlich viel Tee mit hohen Pyrrolizidinalkaloiden-Werten konsumieren. Eltern wird empfohlen, ihren Kindern auch andere Getränke anzubieten; Schwangere und Stillende sollten ihre Getränkeauswahl ebenfalls abwechslungsreich gestalten.

Die vom Bundesinstitut für Riskiobewertung untersuchten Teesorten waren Babyfencheltee, Fencheltee, Kamillentee, Kräutertee, Pfefferminztee, Brennnesseltee und Melissentee.