Bindungshormon? Oxytocin macht Männer monogam

Bei einer Untersuchung stellte sich heraus, dass Männer unter dem Einfluss von Oxytocin sich stärker für Ihre Partnerin begeistern und fremde Frauen weniger attraktiv finden. Außerdem funktioniert Verliebtsein im Gehirn ähnlich wie eine Droge.

 

Mädchen und Junge, Frau und Mann, schematisches Pärchen
Foto: © Thommy Weiss / PIXELIO Monogamie tritt - außer beim Menschen - bei Säugetieren selten auf.


Liebe wirkt wie eine Droge - das ist vielleicht nicht die neueste Erkenntnis. Doch gelang es jetzt Forschern mit Hilfe von bildgebenden Verfahren, diese Aussage mit Daten zu untermauern.

Für das Experiment verabreichten sie Männern eine Spraydosis des Hormons Oxytocin, das im limbischen System im Gehirn eine Rolle im "Belohnungszentrum" spielt. Eine Kontrollgruppe erhielt nur einen Placebo anstatt des Hormons.

Ergebnis: Die Männer, die Oxytocin bekommen hatten, fanden ihre Partnerinnen deutlich attraktiver und fremde Frauen - aber auch normale Bekannte und langjährige Freundinnen - deutlich uninteressanter als die Kontrollgruppe.

Oxytocin wird daher auch als 'Kuschelhormon' oder 'Bindungshormon' bezeichnet, weil es bei Paaren die das Verbundenheitsgefühl stärkt und demgemäß der Monogamie förderlich ist. Die Abläufe im Gehirn beim Verliebtsein funktionieren anscheinend ähnlich wie beim Drogengenuss, das Belohnungszentrum wird aktiviert.

"Dies könnte auch erklären, warum Menschen nach einer Trennung von ihrem Partner in eine Depression oder tiefe Trauer verfallen: Das Belohnungssystem ist mangels Oxytocin-Ausschüttung unterstimuliert und quasi auf Entzug“, zitiert das Wissenschaftsmagazin scinexx.de einen der Forscher.

Mehr zum Thema: