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Faszination Ferrata: das große Klettersteig-Special
Klettersteige haben eine lange Geschichte. Heute sind die Wege mit den eingebauten Steighilfen beliebter denn je. Dabei entstanden sie aus purer Notwendigkeit. Erfahren Sie mehr über die Geschichte der Klettersteige, Tourentipps und die optimale Ausrüstung in unserem großen Klettersteig-Special.

- Immer beliebter: Klettersteige erleben in den gesamten Alpen einen gewaltigen Aufschwung.
Foto: Ben Wiesenfarth
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- 2Wie ein Klettersteig entsteht
- 3Das optimale Basis-Klettersteig-Set
- 4Die Herkunft der Klettersteige
- 5Der Aufstieg der Klettersteige
- 6Über dem Karwendelgebirge: Mittenwalder Klettersteig
- 7Eisenweg über dem Gardasee: Sentiero Fausto Susatti
- 8Auf Eisenpfaden über dem Allgäu: der Hindelanger Klettersteig
- 9Auf alten Kriegspfaden: der Nuvolau-Klettersteig
- 10Oberhalb des Oberwallis: der Mittagshorn-Klettersteig
- 11Ferrata ausserhalb der Alpen: der Calmont-Klettersteig
Kolumbus landete 1492 versehentlich in Amerika. Im gleichen Jahr landeten französische Soldaten absichtlich auf dem Gipfel des Mont Aiguille (2087 m) in der Dauphiné – König Charles VIII. hatte sich nämlich in den Kopf gesetzt, dass dieser Berg im Südosten seines Landes bezwungen werden müsse. Auf dem Weg nach oben benutzten die Männer hölzerne Sturmleitern, denn der steile Felsgipfel ähnelt in seiner Gestalt einer Festung. Die Leitern bauten sie dann beim Rückweg wie nach einer erfolgreichen Eroberung wieder ab und nahmen sie mit. Mission erfüllt!
Dieser Gipfelsturm in königlichem Auftrag bildet die Geburtsstunde des Alpinismus. Zugleich wird er stets erwähnt, wenn es um die Erfindung des Klettersteigs geht – auch wenn die eingesetzten Leitern mit modernen Klettersteigen kaum etwas gemein hatten. Eine Gemeinsamkeit besitzt die Leiterpartie von Charles‘ Soldaten dagegen mit historischen Gebirgspfaden, die als Vorgänger der heutigen gesicherten Steige gelten: Sie diente nicht dem Freizeitvergnügen. Genauso wenig wie die Pfade, die im Mittelalter die Alpen durchzogen, damit Bergbauern sich auf abgelegenen Almen versorgen konnten.
Nur aus Spaß auf Berge steigen? Sich grundlos den Gefahren des Gebirges aussetzen? Vor 300 Jahren waren das absurde Gedanken. Das änderte sich, als an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert populäre Schriftsteller wie Johann Wolfgang von Goethe und Jean Jaques Rousseau die Bergnatur romantisierten. »Es sind keine Worte für die Größe und Schöne dieses Anblicks«, schwärmte Goethe über den Anblick des Montblanc. Davon wollten sich auch andere Menschen ein Bild machen, und langsam, aber sicher aber sicher entwickelten sich die Alpen zu einem Reiseziel.
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17.08.2010
© Outdoor Ausgabe 07/2009
Autor: Katharina Hübner
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