Energy-Drinks & Fußball: Hintergründe und Tipps

Energy-Drinks beim Fußball? Was man über Koffein beim Sport wissen sollte

Mario Gomez flatterte nach einem Treffer für den VfB Stuttgart mit beiden Armen. Was er damit sagen wollte? Eine Interpretation: Ein bestens bekannter Energy-Drink habe ihm Flügel verliehen. Doch passt das überhaupt zusammen: Energy-Drinks und Sport? Immer wieder taucht im Internet die Frage auf, ob es sinnvoll ist, vor dem Fußball einen Energy-Drink zu trinken, um leistungsfähiger zu sein. ZEUGWART klärt über den Nutzen und das Risiko von Energy-Drinks beim Sport auf. Plus: Die 5 besten Energy-Drinks für Fußballspieler.

Wer im Internet nach den Stichworten "Energy-Drink" und "Sport" sucht, bekommt die unterschiedlichsten Ratschläge, Meinungen und Vermutungen präsentiert, wie, ob, warum und natürlich auch warum man keine Energy-Drinks beim Sport konsumieren sollte. Dabei reicht die Bandbreite der Aussagen von "Finger weg!" bis "Nur zu empfehlen!". Die Wahrheit liegt wie immer irgendwo dazwischen. ZEUGWART beantwortet in Zusammenarbeit mit dem energy-drink-magazin.de die wichtigsten Fragen zu Energy-Drinks.

Wie viel Koffein ist gesund?

Wie bei Alkohol gilt auch für Energy-Drinks: Die Menge macht das Gift. Man geht allgemein von der Faustformel aus, dass ein gesunder Mensch, pro Kilogramm Körpergewicht etwa 1 Milligramm Koffein pro Tag zu sich nehmen kann. Für einen Menschen mit 80 Kilogramm Körpergewicht entspricht das also 80 mg Koffein. Genau so viel enthält auch eine 250 ml Dose eines Energy-Drinks mit 32 mg Koffein pro 100 ml oder eine Tasse Kaffee.

Koffein kann allerdings auch schnell unangenehme Folgen haben, wenn man es nicht übertreibt. Zu viel Koffein führt dazu, dass die Konzentrationsfähigkeit nachlässt. Auch körperliche Reaktionen wie Zittern oder Schwitzen sind möglich. Wer seine körperlichen Reaktionen auf Koffein nicht kennt und nicht einschätzen kann, sollte daher mit einer niedrigen Dosis anfangen, zum Beispiel nicht gleich eine ganze Dose eines Energy-Drinks auf einmal trinken.

Energy-Drinks vor dem Sport?

Die wichtigste Frage, die immer wieder gestellt wird, ist, ob es sinnvoll ist, einen Energy-Drink vor dem Sport zu trinken, um leistungsfähiger zu sein. Dies kann nicht uneingeschränkt empfohlen werden. Hintergrund: Die Kombination des Koffeins aus dem Energy-Drink und dem Adrenalin beim Sport ist purer Stress für den Körper. Das Adrenalin selbst pusht den Körper schon enorm, sodass zusätzliches Koffein eigentlich nicht mehr nötig ist. Für unter 16-Jährige kann ein Risiko von Langzeitschäden nicht ausgeschlossen werden.

Doch trotz dieser Warnung: Fakt ist, dass der hohe Zuckergehalt in Energy-Drinks für kurze Zeit auf jeden Fall eine leistungssteigernde Wirkung hat. Untersuchungen der Universität Birmingham haben das bestätigt.

Aber welche Art von Energy-Drink hat für Sportler den besten Effekt? Um diese Frage zu beantworten lohnt sich im ersten Schritt ein Blick auf die unterschiedlichen Zuckerarten, die in den Drinks vorkommen können. Es wird zwischen "Einfachzuckern" und "Mehrfachzuckern" unterschieden.

Einfachzucker wie beispielsweise Glucose (Traubenzucker), können vom Körper direkt verstoffwechselt werden, sodass die Energie aus diesen Zuckerarten sehr schnell zur Verfügung steht. Bei Glucose ist für den Körper kein weiterer Verarbeitungsschritt nötig, um die Energie aus diesem Zucker verwenden zu können.

Zweifach- oder Mehrfachzucker wie beispielsweise den gewöhnlichen Haushaltszucker oder Isomaltulose bestehen aus zwei, beziehungsweise mehreren Einfachzuckern, die miteinander verbunden sind. Der Körper muss diese Verbindungen erst auflösen, damit ihm wieder die Einfachzucker zur Verfügung stehen, die er verwerten kann. Dieser Verarbeitungsschritt kostet natürlich Zeit, weshalb die Energie aus Zweifach- oder Mehrfachzuckern über einen längeren Zeitraum abgegeben wird. Die Folge: Die Wirkung eines Energy-Drinks verlängert sich. Insbesondere der Zweifachzucker Isomaltulose ist für diesen Effekt bekannt. Der menschliche Körper kann Isomaltulose nur sehr langsam in Glukose umwandeln, viel langsamer als zum Beispiel den gewöhnlichen Haushaltszucker.

Demnach kann Isomaltulose den Körper gleichmäßig und über einen langen Zeitraum mit Energie versorgen. Häufig sind die verschiedenen Zuckerarten in Energy-Drinks auch kombiniert, sodass die Getränke zunächst über die Einfachzucker einen starken Schub geben und dann durch Mehrfachzucker noch über einen langen Zeitraum wirken.

Wenn man also einen Energy-Drink vor dem Sport trinkt, sind die Drinks, die Mehrfachzucker wie Isomaltulose enthalten sinnvoller, als die Aufnahme des zum Beispiel schnell wirkenden Traubenzuckers.

Wichtiger Hinweis: Energy-Drinks eigenen sich niemals zur reinen Flüssigkeitsaufnahme. Wenn man sich also dazu entscheidet, vor dem Fußballspiel einen Energy-Drink zu sich zu nehmen, sollte man zusätzlich immer Wasser trinken, um den Wasserhaushalt zu regulieren.

Energy-Drinks nach dem Sport

Nach einem Fußballspiel kann ein Energy-Drink dazu beitragen, die Regenerationsphase zu beschleunigen. Der Körper wird durch das Getränk direkt wieder mit Energie versorgt und auch der Vitamin-Haushalt wird teilweise wieder aufgefüllt. Diesen Effekt hat aber auch unter anderem frisches Obst auf den Körper.

Nach einem Spiel kann der Koffeingehalt in Energy-Drinks interessant sein. Wenn man nach dem Match noch mit seinen Mannschaftskollegen zusammensitzt oder für den Abend noch etwas geplant hat, kann ein Energy-Drink helfen, dass sich die Erschöpfung nach dem Fußballspiel nicht so stark bemerkbar macht. Man darf aber nicht vergessen, dass der Körper auch eine natürliche Ruhephase braucht. Wer zu häufig oder vielleicht sogar regelmäßig seine Müdigkeit mit Energy-Drinks bekämpft, tut seinem Körper keinen großen Gefallen.

Wie gut sind zuckerfreie Energy-Drinks beim Sport?

Zuckerfreie Energy-Drinks sind beim Sport eher hinderlich. Koffein regt die Fettverbrennung an. Das bedeutet, dass der Körper unter Einfluss von Koffein mehr Kalorien verbrennt. Wenn man nun Koffein und Sport miteinander kombiniert, verbraucht der Körper mehr Energie als sonst. Ein herkömmlicher Energy-Drink, der Zucker enthält liefert diese zusätzliche Energie gleich mit. Trinkt man hingegen einen zuckerfeien Energy-Drink, wird die Energie verbraucht, die man vorher noch im Körper hatte. Im Klartext: Der Sportler bekommt schnell Hunger. Die Folge davon ist, dass dem Sportler die Energie ausgeht und er möglicherweise unkonzentrierter ist und vielleicht sogar in seiner Leistungsfähigkeit eingeschränkt wird.

Koffein und Doping

Koffein steht nicht auf der Liste der verbotenen Substanzen der Welt-Anti-Doping-Agentur. Bis 2004 war das noch anders. Damals wurde ein männlicher Sportler positiv auf Doping getestet, wenn man über 12 mg Koffein in seinem Urin fand. Um diesen Grenzwert zu erreich musste man schon 1 Gramm reines Koffein schlucken. Das entspricht etwa 12,5 Tassen Kaffee. Wenn ein Bundesligaspieler damals also vor dem Spiel einen Kaffee oder Energy-Drink getrunken hat, dann war das völlig legal. Interessant daran ist, dass Koffein schon in sehr viel kleineren Mengen wirkt. Ein 250-ml-Energy-Drink mit etwa 80 mg Koffein hat schon einen deutlichen Effekt auf den menschlichen Körper.

Über den Autor

Daniel Endreß ist Redakteur beim Online-Magazin energy-drink-magazin.de. Seit 2011 ist das Magazin die größte und einflussreichste Informations-Plattform zu koffeinhaltigen Lebensmitteln im deutschsprachigen Raum. Das energy-drink-magazin testet koffeinhaltige Produkte, schreibt über gesundheitliche und wirtschaftliche Themen und informiert seine Leser regelmäßig über News aus der Welt der koffeinhaltigen Erfrischungsgetränke. Nach derzeit über 360 veröffentlichten Energy-Drink-Testberichten, gilt Daniel Endreß als Experte und Branchen-Kenner. Für ZEUGWART hat er 5 geeignete Energy-Drinks für Fußballer heraus gesucht.

ZEUGWART zeigt Dir 5 Energy-Drinks, die für Fußballspieler einen Nutzen haben können.