Wer sich dick fühlt, wird (wahrscheinlich) auch dick

Laut einer Studie der Technischen Universität Norwegen in Trondheim haben normalgewichtige Teenager, die sich zu dick finden, tatsächlich ein erhöhtes Risiko, dick zu werden.

Überall in unserer Welt - in den Medien, in der Werbung, auf Facebook - begegnen wir perfekt geformten Körpern. Schlank, sportlich und makellos kommen sie daher. Der Mensch ist ein soziales Lebewesen und hat die natürliche Veranlagung, sich mit anderen seiner Art zu vergleichen.

Dies beeinflusst das eigene Körperbild. Es kostet die meisten Menschen eine bewusste Entscheidung und Selbstdisziplin, um den eigenen Körper zu akzeptieren, schön zu finden, und sich um die künstlich-übermenschlichen Models in Medien und Werbung nicht zu kümmern. Noch schwerer fällt dies Teenagern, die sich noch in der Entwicklung befinden.

Forscher der Norwegian University of Science and Technology (NTNU) haben nun herausgefunden, dass normalgewichtige Teenager, die sich selbst als dick wahrnehmen, tatsächlich ein höheres Risiko aufweisen, dick zu werden.

"Sich selbst als dick wahrzunehmen obwohl sie es gar nicht sind kann in der Tat auslösen, dass normalgewichtige Kinder als Erwachsene übergewichtig werden". erklärt Koenraad Cuypers, Forscher an der NTNU.

Die Forscher liefern mehrere Erklärungsansätze: Einmal kann die Ursache im psychologischen Stress liegen, der damit verbunden ist, einen idealen (oder eben nicht ideales) Körper zu haben. Stress führt erwiesenermaßen zu Gewichtszunahme.

 

Teenager mit rebellischem Blick
Foto: © Thomas Max Müller / Pixelio Junge Frauen und negatives Selbstbild - keine gute Kombination. Lebe lieber selbstbewusst!

Eine andere Ursache könnte sein, dass junge Menschen, die sich selbst als dick einschätzen, ihre Essgewohnheiten umstellen und Mahlzeiten ausfallen lassen. Mittlerweile gilt als erwiesen, dass Nicht-Frühstücken zu Gewichtszunahme führen kann. Außerdem kann bei Diät- und Abnehm-Versuchen immer der Jojo-Effekt die Situation verschlimmern, weil der Körper nach Zeiten verringerter Kalorienzufuhr immer danach strebt, mehr Energie zu speichern. Die Folge: Man wird dicker als vorher.

Erschreckend an den norwegischen Erkenntnissen ist, dass noch nicht einmal Sport die Situation änderte. Die positiven Effekte von Bewegung konnten die negativen Effekte des Zu-Dick-Fühlens nicht aufwiegen.

Ähnliche Studien-Ergebnisse legen nahe, dass der Zusammenhang auch noch im Erwachsenenalter besteht.

Quelle: www.sciencedaily.com