Phtalate werden meist über Nahrung aufgenommen (und so vermeiden Sie dies)

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) meldet, dass der Weichmacher DEHP hauptsächlich über die Nahrung aufgenommen wird. Die auch als Phtalate bezeichneten Weichmacher kommen in vielen Kunststoffen vor.

DEHP, der als gesundheitsschädlich eingestufte Weichmacher Di(2-ethylhexyl)phthalat, wird eingesetzt, um Kunststoffe wie PVC flexibler zu machen. Der Stoff soll schädigende Wirkungen auf die Fortpflanzungsfähigkeit haben sowie die Entwicklung des Kindes im Mutterleib beeinträchtigen.

Obwohl es mittlerweile verboten ist, DEHP in Spielzeug oder Kosmetika zu verarbeiten, findet es sich noch in Nahrungsmittel-Verpackungen und anderen weichen Kunststoffen wie Teppichboden. Hauptsächlich, so teilt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) mit, nähme der Mensch Phtalate wie DEHP allerdings über Lebensmittel auf.

Welche Lebensmittel enthalten DEHP? Grundnahrungsmittel wie Fleisch, Fett, Getreide, Obst, Gemüse und Milch oder Milchprodukte können mit der Chemikalie belastet sein.

Im Vergleich zu loser, unverarbeiteter Ware wiesen Produkte wie Mayonnaise und ölhaltige Fertigprodukte wie Gemüse und Fisch aus Gläsern und ölhaltigen Konserven in den in dieser Studie berücksichtigten Produkten wesentlich höhere DEHP-Werte auf. Lebensmittel können DEHP und andere Weichmacher insbesondere während der Verarbeitung oder aus ihrer Verpackung aufnehmen.

 

Sandwich in Frischhalte-Folie
Foto: dvs unter CC BY 2.0 In Folie einwickeln ist üblich - gesünder wäre vermutlich die Butterbrotdose aus Metall.

Geringe Mengen Phtalate seien für den Menschen nicht schädlich, so das BfR. Allerdings reichert sich der Stoff im Körper an. Laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit soll man deshalb - insgesamt lebenslang - nicht mehr als 50 Mikrogramm DEHP pro Kilogramm Körpergewicht aufnehmen.

Die DEHP-Aufnahme bei Kindern erfolgt auch über die Nahrung; und zusätzlich noch über Hausstaub und Spielzeug. Das beträfe insbesondere Kinder, die sich viel auf dem Fußboden aufhalten.

Die Aufnahme von DEHP ließe sich im Alltag mit einfachen Verzehrs- und Hygienemaßnahmen verringern. Hierzu solle man Essen möglichst frisch zubereiten, wenig Fertigprodukte verwenden und Produktmarken häufiger wechseln. Denn gleiche Lebensmittel können je nach Herkunft unterschiedliche Mengen an DEHP enthalten.

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05.06.2013
Autor: Laurie Hilbig / Sarah Burmester
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