Leserreportage: Wandern, Paddeln und Radeln an Nordnorwegens Küste - Helgeland

Paddeln in Helgeland

Leserreportage Andrea Sievers: Paddeln im Helgeland
Foto: Andrea Sievers/Gisela Renneberg
Zwei Frauen an Nordnorwegens Küste: eine Woche wandern, Rad fahren und paddeln vor grandioser Kulisse ...

 

Leserreportage Andrea Sievers: Paddeln im Helgeland
Foto: Andrea Sievers/Gisela Renneberg Andrea Sievers (rechts) und Gisela Renneberg (links) sind erfahrene Paddlerinnen und nicht zum ersten Mal in Norwegen unterwegs. Diesmal entdecken sie den hohen Norden.

Glasklares Wasser, strahlend blauer Himmel, weiße Sandstrände – man könnte glauben,wir sind in karibischen Gefilden gelandet. Doch ein zaghafter Versuch, den nackten Fuß ins Wasser zu halten, macht schnell klar: Baden ist nur etwas für Hartgesottene. Das ist aber auch schon der einzige Wermutstropfen im Norden Norwegens, ein paar Kilometer nördlich des Polarkreises. Helgeland heißt die Küstenregion im Bezirk Nordland, in die es mich und meine Freundin diesen Sommer verschlagen hat - mit mehr als 40.000 Inseln, Schären und kleinsten Felsen ein einzigartiges Naturareal und perfektes Paddelparadies. Abgesehen von der Wassertemperatur. Bei auch im Hochsommer in der Regel nicht mehr als acht Grad ist der Trockenanzug obligatorisch, denn wer kentert, der kommt auch bei strahlendem Sonnenschein im eiskalten Wasser schnell ans Ende seiner Kräfte.

Wir lassen es ruhig angehen und nehmen uns eine gute Woche lang Zeit, um hier die Gegend zu erkunden, wollen wandern, Rad fahren, aber vor allem natürlich paddeln! Dafür haben wir uns eine einfache Hütte auf der kleinen Insel Meløya gemietet. Von der Fähre in Ørnes, 120 km südwestlich von Bodø, setzen wir in einer halben Stunde über und lassen uns von unserem Vermieter direkt dorthin fahren. Toller Service: Auch Kajaks und Fahrräder stellt er uns freundlicherweise direkt vor die Tür.

 

Leserreportage Andrea Sievers: Paddeln im Helgeland
Foto: Andrea Sievers/Gisela Renneberg Die Hütte auf Meløya.

Paddeln vor imposanter Kulisse

Am ersten Morgen verschaffen wir uns bei einer Wanderung auf den höchsten Berg der Insel einen Überblick: An der Küste breiten sich Bergketten aus, der imposante Svartisen-Gletscher zeichnet sich leuchtend weiß am Horizont ab, und auf dem Meer liegen hunderte kleine Inselchen verstreut wie Sommersprossen, sie bilden die Schärenküste Norwegens. Am Tag darauf gehen wir los zum Paddeln. Anfängliche Sorgen über den recht großen Tidenhub, unbekannte Strömungen und eine mögliche unfreiwillige Begegnung mit dem eisigen Wasser fegen strahlender Sonnenschein, milde 20 Grad Lufttemperatur und eine spiegelglatte Wasseroberfläche im Nu davon.

 

Leserreportage Andrea Sievers: Paddeln im Helgeland
Foto: Andrea Sievers/Gisela Renneberg Vom Gipfel des 582 m hohen Meloytinden aus überblickt man die Fjorde ...

Sonnenuntergang als Abendprogramm

Mitte August geht die Sonne nördlich des Polarkreises immerhin für ein paar Stunden unter, dennoch bleibt es noch recht lange hell, sodass wir ohne Eile zu unserer Hütte zurückpaddeln. Beim Abendbrot schauen wir statt Fernsehen Sonnenuntergang – stundenlang kann man an einem Spätsommerabend im hohen Norden dabei zusehen, wie die Sonne Meer und Berge in ein orangefarbenes Licht taucht. Eine Woche geht schnell vorbei, und es gäbe allein rund um unsere kleine Insel Meløya noch vieles zu entdecken! Beim nächsten Mal werden die Boote auf jeden Fall für eine längere Tour gepackt ...

Schickt uns eure Leserreportage

outdoor veröffentlicht jeden Monat eine Leserreportage. Schickt uns eure Texte (3000 Zeichen) und Bilder (300 dpi), wir prüfen sie und wählen die besten aus. Keine Sorge: Ihr müsst dabei nicht mit einer Anakonda gerungen haben – eine gute Reportage kann auch vom Wandern im Mittelgebirge handeln. Das Honorar beträgt 150 Euro.

Schickt bitte eure Story mit dem Betreff "Leserreportage" an: info@outdoor-magazin.com

02.05.2017
Autor: Andrea Sievers/Gisela Renneberg
© outdoor
Ausgabe 05/2017