24 Stunden von Bayern 2016

Erlebnisbericht: 24 Stunden von Bayern 2016


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Wanderevent: 24 Stunden von Bayern 2016
Foto: Caro Brehm

 

Wanderevent: 24 Stunden von Bayern
Foto: Wolfgang Ehn

 

Wanderevent: 24 Stunden von Bayern
Foto: Wolfgang Ehn

 

Wanderevent: 24 Stunden von Bayern
Foto: Wolfgang Ehn

 

Wanderevent: 24 Stunden von Bayern
Foto: Wolfgang Ehn
Am letzten Juniwochenende war es wieder soweit: 444 motivierte Wanderer trafen sich zum Wanderkultevent "24 Stunden von Bayern". In diesem Jahr ging es in die Alpenwelt Karwendel. outdoor-Brand-Managerin Carolin Brehm war auch dabei und berichtet von ihrem 24-Stunden-Wandererlebnis.

24h von Bayern 2016, das heißt 24 Stunden Wandern in der Alpenwelt Karwendel. Das mag erstmal verrückt klingen oder zumindest ambitioniert für einen Wahlschwaben, der die Alpenwelt nicht mehr jedes Wochenende besteigen kann. Kurz: Die Ausrüstung stimmte, die Kondition war fraglich, aber die Neugier groß. Also Sachen packen und rein in 24 Stunden Bayern:

 

Carolin Brehm bei der 24h von Bayern Wanderung 2016
Foto: Carolin Brehm outdoor-Brand-Managerin Carolin Brehm (links) beim "24 Stunden von Bayern" Wanderevent 2016.

6 Uhr: Aufstehen mit dem ersten Hahnenschrei; Vorhang auf und Blick auf die Alpenwelt Karwendel – da steigt die Vorfreude!

7 Uhr: Ankunft am Wanderparkplatz in Mittenwald und schon der erste Genussmoment: Leckeres Frühstück mit Feinem aus der Region! Die Lebensgeister sind geweckt!

8 Uhr: Morgenmuffel kommen spätestens mit der Mittenwalder Musikkapelle in Schwung, die zum Start aufspielt und Härtefälle bringt der Startschuss von Magdalena Neuner in die Spur. Die Biathletin ist ein Kind der Alpenwelt Karwendel, die Nachtstrecke führt natürlich noch über ihren Panoramaweg in Wallgau.

9 Uhr: Über blühende Wiesen führt der Weg direkt zur Leutascher Geisterklamm. Die Sonne lacht und das kunterbunte Starterfeld fasziniert, der Jüngste ist 18 und der älteste 78 Jahre alt. Stärkung für alle bietet der erste Stopp mit selbstgemachter Holunderlimonade und Klängen der Musikschule Garmisch-Partenkirchen.

10 Uhr: Auf der Suche nach dem Klammgeist passieren wir schwindelerregende Brücken. Rechts und links des Weges entdecken Klein und Groß spielerisch jede Menge Wissenswertes zur Klamm. Ganz verspielte große Kinder hängen dem vorgegebenen Zeitplan spätestens ab hier hinterher.

11 Uhr: Jetzt schnell hinauf auf die Ederkanzel, musikalisch begrüßt vom feschen bayrischen Duett lässt es sich hier bei Schnittlauchbrot und alkoholfreiem Weißbier besonders gut aushalten. Neben dem herrlichen 3-Tälerblick fasziniert eine Bilderausstellung zum G7-Gipfel in Elmau die Wanderer.

12 Uhr: Wir kommen aus dem Erleben nicht mehr raus: musikalische Ursprungstheorie „vom Baum zur Geige“, künstlerische Ergüsse direkt auf die Leinwand gebracht oder eine Audienz bei „Kini“ König Ludwig höchstpersönlich – das Motto der Tagesstrecke „Sou vü se(h)en“ bringt es auf den Punkt.

 

Wanderevent: 24 Stunden von Bayern
Foto: Wolfgang Ehn

13 Uhr: Der erfrischende Sprung in den Ferchensee muss für uns leider aus zeitlichen Gründen ausfallen, es geht schnurstracks zum Mittagessen am Gasthof Ferchensee. Wer früh genug dran ist und noch fit, kann hier auf die 9,8 Kilometer lange extra Fitnessrunde mit der Überschrift „Wou da Kini an Bock schoss“ abzweigen und das Jagdrevier von König Ludwig durchstreifen.

14 Uhr: Schloss Elmau, auch hier warten hohe Persönlichkeiten auf uns, auf der vom G7-Gipfel bekannten Parkbank lassen wir uns mit Merkel und Obama für die Presse ablichten. Nun ruft der Aufstieg zum Kranzberg!

15 Uhr: Nicht nur wir sind fleißig, auch das Bienenvölkchen, präsentiert vom Imkerverein Mittenwald. Am Schloss Kranzbach wartet die Biathlon Station mit Laserschießen – und die Frage: Wie schaffen die Athleten das mit Puls?

16 Uhr: Petrus lässt trotz Unwetterwarnung für 14 Uhr bis hierhin Milde walten, noch vor dem hohen Kranzberg heißt es für uns dann, ab in den Bus bevor der Hagel einsetzt. Hut ab vor der Organisation, innerhalb kürzester Zeit holen Bergwacht und kleine und große Busse die Teilnehmer von der Strecke und zurück zum Wanderparkplatz. 21,2 der 29,5 Kilometer langen Tagesstrecke waren für uns geschafft und viele konnten die gesamte Strecke erleben.

 

Wanderevent: 24 Stunden von Bayern 2016
Foto: Caro Brehm

17 Uhr bis 19 Uhr: Erholen, Schlemmen auf der Schmankerlpromenade der heimischen Gastronomen und Abwarten bis die Strecke für die Nachtrunde freigegeben ist. Die ersten lassen ihre Blasen und Blessuren von den freiwilligen Helfern des Roten Kreuzes behandeln. Und auch wir spüren erste Fuß-Wehwehchen. Die gute Nachricht, es konnte weitergehen – zumindest die ersten 16 Kilometer bis zur Maxhütte.

20 Uhr: Gerade gestartet, sind wir trotz zügigen Tempos am Ende des Feldes, aber immer noch zu neugierig um die ersten Stationen mit dem Shuttle zu überspringen: Wir absolvieren Bogenschießen, ein Krippendiplom des Mittenwalder Krippenvereins und üben Gehorsam beim Gebirgsjägerbataillon 223.

22 Uhr: Und im Nu sind drei Stunden vorbei, bei Dunkelheit erreichen wir den Aussichtspavillon Krün und lauschen den Klängen der Musikkapelle.

23 Uhr: Mutige lassen sich über die Isar seilen, der Rest geht über die kleine Brücke. Ein altes Leid im linken Bein setzt bei mir wieder ein, wir haben noch 2/3 der Strecke vor uns und den Anstieg zur Maxhütte.

Mitternacht: Pünktlich zur Geisterstunde setzt der Regen ein und wir kehren auf dem Gelände des Golfplatzes ein. Mit Cocktails und Broten entspannen wir kurz und hüllen uns in wasserdichte Kleidung. Hier gibt es auch die Information: Die ganze Route ist offen, das Wetter wird halten. Die Feuershow verpassen wir leider.

1 Uhr: Mein linkes Bein schmerzt beim Anstieg, das Gute daran ist, mein Fußschmerz war davon überlagert und nahezu weg. Und erstmals kommt die Frage auf „Warum nochmal laufen wir bei Regen durch die Dunkelheit?“

2 Uhr: Wir stärken uns auf der Maxhütte und überlegen wie es weitergeht, ob wir die nächsten Abschnitte den Shuttle benutzen, der Sonnenaufgang reizt uns und der Ehrgeiz durchzuhalten, aber am Ende siegt die Müdigkeit und der Genuss: Was für ein erlebnisreicher, schöner Tag und jede Menge Spaß auch in der Nacht, man soll aufhören, wenn es am Schönsten ist. Die Hälfte der Nachtstrecke war geschafft.

Der Panoramaweg führt uns auf den Spuren von Magdalena Neuner abwärts nach Wallgau zum nächsten Busshuttle, Start und Ende mit der dreifachen Olympiamedaillen-Gewinnerin. Wenn das keine Runde Sache ist?!

 

Wanderevent: 24 Stunden von Bayern
Foto: Wolfgang Ehn

3 Uhr bis 6 Uhr: Schläfchen im Auto bevor es zum gemeinsamen Sonntags-Frühstück geht, müde aber glücklich, lassen alle Teilnehmer ein faszinierendes und perfekt organisiertes Wanderwochenende ausklingen.

Fazit: Wir konnten die Alpenwelt Karwendel mit allen Sinnen genießen, die Region erleben und sind aus dem Staunen nicht mehr rausgekommen. Und fürs nächste Mal haben wir uns vorgenommen auch mal den Shuttleservice zu nutzen, es gibt so viel zu entdecken! 2017 dann in Bad Hindelang im Oberallgäu ...

Mehr Informationen und Bilder vom Wanderevent "24 Stunden von Bayern" gibt es hier.

28.06.2016
Autor: Carolin Brehm
© outdoor